30.03.2021 - 08:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Von Kanada zurück in die Heimat: Warum das eine gute Entscheidung war

Nach ihrem BWL-Studium in Deutschland und den USA wanderte Gabriele Sebald nach Kanada aus und arbeitete dort im internationalen Marketing. Vor elf Jahren entschied sie sich, in die Oberpfalz zurückzukehren. Heute lebt sie sehr gerne hier.

Gabriele Sebald auf der Himmelsleiter bei Tirschenreuth. "Das finde ich das Schöne an der Oberpfalz", sagt sie. "Man ist immer sofort draußen in der Natur."
von Evi WagnerProfil

„Von Kanada zurück in die Oberpfalz – natürlich haben mich viele Leute gefragt, warum ich diesen Schritt getan habe “, sagt Gabriele Sebald und lacht. „Aber es war tatsächlich die richtige Entscheidung, ich fühle mich hier sehr wohl und bin angekommen.“ Dabei zog es die gebürtige Weidenerin nach dem Abitur zunächst einmal raus in die Welt. Bereits vor dem Studium verbrachte sie ein Jahr als Au-Pair in den USA, später machte sie in Albany, New York, ihren Master of Business Administration. „Sprachen und verschiedene Kulturen haben mich schon immer interessiert“, erzählt sie. „Deswegen wollte ich damals erst einmal raus aus Deutschland.“ In Nordamerika gefiel es ihr dann so gut, dass sie erst einmal blieb. Allerdings nicht in den USA, sondern in Kanada. Insgesamt 14 Jahre lang lebte und arbeitete Gabriele Sebald in Victoria in der kanadischen Provinz British Columbia und fühlte sich dort sehr wohl.

Nicht nur die lockere, leichte Lebensart und die Freundlichkeit der Menschen begeisterten sie in Kanada, sondern auch die herrliche Natur. „Die beeindruckenden Berge und das Meer machten aus mir eine leidenschaftliche Outdoor-Sportlerin“, sagt sie. „Ob Radfahren, Wandern, Klettern oder Kajakfahren, da war ich damals sehr aktiv. Aber das ist ja auch das Schöne hier in der Oberpfalz. Dass man ganz schnell draußen in der Natur ist.“ 2005 kam bei Gabriele Sebald, die inzwischen neben der deutschen auch die kanadische Staatsbürgerschaft hatte, zum ersten Mal konkret der Wunsch auf, nach Europa zurückzukehren. „Ich reise sehr gerne und wollte noch mehr von der Welt sehen“, erklärt sie ihren Entschluss. „Wenn man sich jedoch im Westen von Kanada befindet, ist das schwierig. Bis man von da aus irgendwo hinkommt, dauert das wirklich sehr lange. Es war zwar wunderschön dort, ich habe mich auch sehr wohlgefühlt, doch irgendwie war da was, was mich weitergezogen hat.“

Dass es dann tatsächlich irgendwann wieder die Oberpfalz werden würde, hätte die damalige Wahl-Kanadierin nicht gedacht. Zunächst arbeitete sie einige Jahr im internationalen Vertrieb der Automobilindustrie in Hessen und Baden-Württemberg, 2009 kam sie schließlich wieder nach Weiden. „Ich hatte mich zunächst auch für Jobs in München beworben“, erzählt sie. „Aber ich habe dann festgestellt: Das bin einfach nicht ich. Ich möchte zum Beispiel nicht stundenlang im Stau stehen, bis ich raus in die Natur komme. In Kanada habe ich zwar auch in der Großstadt gelebt, aber da ist alles viel grüner. Und man bewegt sich auch viel gemächlicher fort. Dort war ich viel mit dem Rad unterwegs, das ist viel entspannter als in München in der vollen U-Bahn.“ Das mit dem Radfahren funktioniert nun auch hier in der Oberpfalz bestens.

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Heute arbeitet Gabriele Sebald drei Tage die Woche als Sales Manager im internationalen Vertrieb bei der "GMK electronic design GmbH" in Wernberg-Köblitz, die zwei restlichen Tage unterstützt sie als Coach Menschen, die sich weiterentwickeln wollen – für sie die ideale Kombination. Nicht nur beruflich fühlt sie sich angekommen. „Mein Freundeskreis besteht inzwischen aus vielen Leuten, die zugereist sind und gerne hier leben. Das Netzwerk in Weiden ist wirklich toll, man unterstützt sich noch gegenseitig. Und auch sonst hat sich hier in den letzten Jahrzehnten viel getan. Durch die Hochschule haben junge Menschen nun die Möglichkeit, auch nach dem Abitur hierzubleiben – und das mit sehr guten Perspektiven. Durch die Grenzöffnung kamen auch viele neue Menschen hierher, das tut der Stadt richtig gut.“ Für Gabriele Sebald ist klar: Von Kanada zurück in die Oberpfalz war für sie die richtige Entscheidung. Nur eins vermisst sie manchmal ein bisschen: das Meer.

Tage am Meer: 14 Jahre lang lebte die gebürtige Weidenerin in Kanada.

 

 

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