21.07.2021 - 14:46 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kein Lockdown in Latsch: Rettungshubschrauber "Christoph 80" stark gefragt

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Diese Statistik verblüfft: Obwohl das öffentliche Leben wegen Lockdown und Corona mit angezogener Handbremse verlief, war der Rettungshubschrauber aus Latsch im ersten Halbjahr 2021 häufiger im Einsatz als im Vorjahreszeitraum.

Ende April war "Christoph 80" bei einem Motorradunfall in der Nähe von Pullenreuth im Einsatz
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

„Christoph 80“, der in Weiden-Latsch stationierte Rettungshubschrauber, hob von Januar bis Ende Juni 552 mal ab. 2020 waren es im gleichen Zeitraum 512 mal. „Das sind normale Schwankungen“, erklärt Maren Wittmann, die sich bei der DRF-Luftrettung um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert. Ähnlich sehe es bei den vier anderen in Bayern stationierten DRF-Helikoptern aus.

Ein Erklärungsversuch: Die Nordoberpfälzer haben inzwischen weniger Hemmungen den Notarzt zu rufen. Noch vor 20 Jahren hatten Mediziner geklagt, dass vor allem Männer in ländlichen Gebieten solange den Helden spielen, bis es fast zu spät ist.

„Verkehrsunfälle waren weniger dabei“, erklärt leitender Hubschrauberarzt Dr. Jürgen Altmeppen mit Verweis auf den langen Lockdown. Am häufigsten versorgte die Weidener Crew Patienten mit neurologischen Vorfällen wie Schlaganfällen oder Herzerkrankungen. Dieser Komplex macht rund 30 Prozent des Rettungsgeschehens aus. Dahinter kommen Verletzungen durch Stürze und erst danach die Verkehrsunfälle. 26 mal musste „Christoph ausrücken, um Patienten in kritischem Zustand zwischen Kliniken hin und her zu transportieren.

Bei letzteren Einsätzen ist Altmeppen und Pilot Peter Flor, dem Stationsleiter in Latsch, vor allem einer in Erinnerung geblieben. „Im Mai ist ein zweijähriges Mädchen bei Neunburg vorm Wald in einen Gartenteich gefallen und beinah ertrunken. Wir haben das Kind unter laufender Reanimation nach Weiden in die Klinik geflogen und wussten bei der Übergabe nicht, ob es überlebt,“ erzählt Flor.

Das Zustand des Mädchens war so kritisch, dass es im Anschluss gleich nach Regensburg verlegt werden musste. „Dann haben wir erfahren, dass alles gut ausgegangen ist. Solche Momente sind für mich unbezahlbar“, sagt der Pilot.

Bei den Notfalleinsätzen war der Weidener Hubschrauber hauptsächlich im Bereich der Leitstellen Nordoberpfalz und Amberg unterwegs, aber auch im Revier Hochfranken, Regensburg und Bayreuth.

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