24.06.2020 - 16:07 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kepler-Gymnasiasten lassen sich ungewöhnliche Abifeier einfallen

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Kein feierlich geschmückter Tisch mit Blumen und Kerzen, sondern Autositz und Armaturenbrett: Die Abiturienten des Kepler-Gymnasiums feiern ihren Schulabschluss wegen der Coronabeschränkungen völlig anders als sonst.

Statt Kinobesuchern werden auf dem Bergler-Parkplatz in Windischeschenbach am 17. Juli Abiturienten des Kepler-Gymnasiums in den Autos sitzen.
von Sonja Kaute Kontakt Profil

Das gab es noch nie: Die Kepler-Abiturienten werden ihren Abschluss im Auto feiern. Die Schüler hatten die Idee, die Entlassung auf dem kürzlich als Autokino genutzten Parkplatz der Firma Bergler in Windischeschenbach zu feiern. „Sie haben angefragt, ob wir es uns vorstellen können, das auf diese Art zu machen“, erzählt Schulleiterin Sigrid Bloch. „Also haben wir ein Paket geschnürt und am Dienstag eingetütet. Es wird eine riesige Bühne mit Leinwand geben. Die Abiturienten und ihre Familien fahren mit dem Auto an. Bis zu 200 Autos sind auf dem Platz erlaubt. Ich werde meine Abiturrede auf der Bühne halten, und die Abiturienten können zu der zuvor von ihnen gewählten Musik für die Übergabe der Zeugnisse einzeln auf die Bühne kommen. Statt Applaus wird es wohl ein Hupkonzert geben.“

Vorgaben nicht einzuhalten

Hintergrund sind die Beschränkungen wegen der Coronakrise. „Wir haben 119 Abiturienten. Wenn die Eltern auch dabei sind, können wir im Evangelischen Gemeindehaus, wo wir sonst immer feiern, die Vorgaben nicht einhalten“, erklärt Bloch. Schulleitung und Oberstufenkoordinatoren stünden hinter der neuen Version der Abschlussfeier. Es gab jedoch einiges zu regeln.

So waren am Programm Änderungen nötig. „Es wird keine weiteren Reden geben“, so Bloch. Normalerweise gebe es Beiträge vom Elternbeirat, dem Förderverein und der OTH, die jedes Jahr besonders gute Schüler auszeichnet. Zudem entfalle die ökumenische Andacht.

Höhere Kosten

Der organisatorische Mehraufwand für diese Abifeier hält sich laut Bloch in Grenzen. „Die Veranstaltung führt eine Firma für uns durch, das macht uns das Leben leichter. Wir müssen alles, was wir brauchen, nach Windischeschenbach transportieren. Aber wir hätten es auch ins Gemeindehaus bringen müssen.“ Die Kosten für die Feier seien allerdings deutlich höher als sonst. Einen Betrag möchte Bloch nicht nennen. Die Schulleiterin sichert aber zu, dass die Schüler sich nicht beteiligen müssen. Es liefen Anfragen bei Sponsoren, dem Förderverein und dem Elternbeirat.

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Kein peinliches Familien-Best-Of

Da möchte man fast noch einmal Abiturient sein. „So hätte ich mir meine Abifeier auch gewünscht“, sagte eine Kollegin, als sie von der Idee der Kepler-Abiturienten hörte, die Abifeier als Autokino zu gestalten. Sie hatte sofort die Vorteile im Kopf: „Da kann man im Auto mit der Familie wenigstens ungestört tratschen und Popcorn essen.“ Genau. Und man holt sich keine Blasen, weil man den ganzen Abend in Pumps umher stöckeln muss. Man bekommt keine blauen Zehen, weil der Bruder darauf herum tanzt. Jeder kann bequem sitzen. Man spart sich peinlichen Small-Talk und muss keine Angst haben, sich zu blamieren, weil der angetüdelte Papa den Mitschülern ein Familien-Best-Of darbietet und peinliche Schwanks aus dem Familienurlaub erzählt.
Ein bisschen Risiko ist trotzdem dabei. So hofft Schulleiterin Sigrid Bloch, dass sie und die Menschen in den Autos nicht in der Hitze brutzeln müssen. Dass es aber auch bitte nicht regnet – wegen der Kleider und Frisuren. Fotos macht man wohl besser vorher. So oder so wird diese Abifeier sicher in Erinnerung bleiben.

Sonja Kaute

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