Weiden in der Oberpfalz
15.07.2026 - 16:20 Uhr

Kinder-Uni in Weiden: Grundschüler entdecken die Welt der KI

Die Kinder-Uni an der OTH in Weiden begeistert Grundschüler für Künstliche Intelligenz. Mit interaktiven Vorlesungen und praktischen Beispielen entdecken die Viertklässler, wie KI in Medizin, Journalismus und Online-Shopping wirkt.

Wie kann man das Thema „Künstliche Intelligenz“ Grundschulkindern näherbringen? Das wollten vier vierte Klassen der Grundschulen in Neustadt/WN und Schirmitz am Mittwoch bei der Kinder-Uni herausfinden. Rund 90 neun- und zehnjährige Kinder waren in Weiden bei der gemeinsamen Veranstaltung der OTH Amberg-Weiden und Oberpfalz-Medien im Hörsaal 2 mit dabei und konnten bei drei Vorlesungen à 30 Minuten zuhören, aber auch aktiv mitmachen und Fragen stellen.

Los ging es um 9 Uhr mit der Vorlesung „Gesundheit und KI“ von Professor Kambis Veschgini. Er stieg zunächst mit der Frage „Was ist KI überhaupt?“ in seinen Vortrag ein. Es dauerte nicht lange, schon ragten die ersten Finger nach oben in die Luft. Viele Schülerinnen und Schüler machten sich außerdem Notizen, um das Gelernte nicht gleich wieder zu vergessen. „Sie fühlen sich wie kleine Erwachsene“, sagte Astrid Locke-Paul, Klassenleiterin in Schirmitz, im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. „Sie sind sehr interessiert und hören ganz toll zu. Es ist für sie einfach eine schöne Abwechslung zum Schulalltag.“

Nachdem die Kinder ihr Grundwissen zum Thema Künstliche Intelligenz dank Veschgini auffrischen konnten, ging es mit dem eigentlichen Thema der Vorlesung weiter. „Künstliche Intelligenz hilft Ärzten bei der Gesundheit“, sagte der Professor. Anhand eines Röntgenbildes einer Lunge zeigte er: „Die KI erkennt, dass irgendetwas mit der Lunge nicht stimmt, und kann uns auch sagen, was.“ In diesem Fall war es ein Pneumothorax – ein Wort, das die Kinder zum Schmunzeln brachte. „Komisches Wort“, sagte ein Schüler. Jetzt wissen er und seine Klassenkameraden, dass es sich um einen Lungenkollaps handelt, der zu Schmerzen und Atemnot führen kann.

KI im Journalismus

Der zweite Vortrag befasste sich mit Künstlicher Intelligenz im Journalismus. Claudia Moser und Nils Ganzmann erklärten den Kindern, wie Redakteurinnen und Redakteure von Oberpfalz-Medien KI in ihrem Beruf verwenden können. „Habt ihr auch schon mal KI benutzt? Vielleicht für eure Hausaufgaben?“, fragte Ganzmann in die Runde. Ein kollektives und lautes, fast schon schockiertes „Nein“ kam als Antwort zurück. „Ich habe ChatGPT aber gefragt, wie oft der Buchstabe ‚E‘ im Wort ‚Erdbeere‘ vorkommt“, sagte ein Schüler. „Und die Antwort war falsch!“ Dass Künstliche Intelligenzen Schwachstellen haben, machten Moser und Ganzmann auch noch einmal deutlich. „KI tut sich auch schwer mit Schatten und Fingern“, sagte eine Schülerin.

Zum Abschluss der zweiten Vorlesung durften die Viertklässler bei einem Quiz erraten, welche Bilder, Audio- und Videoaufnahmen echt oder KI-generiert sind. Besonders bei einem Bild mit drei Fußballern ging es lautstark her. „Florian Wirtz hat andere Haare“, rief ein Junge. „Da ist eine komische Hand auf seinem Arm“, sagte ein anderer. „Und der Ball schaut auch nicht echt aus.“

Singpausen zum Wachbleiben

Damit die Viertklässler bis zum Ende der Kinder-Uni aufmerksam blieben, gab es zwischen den Vorlesungen kleine Essens-, Trink- und Musikpausen. Peter Pollinger, der ehemalige Studiendirektor des Augustinus-Gymnasiums und Leiter des Kinderchors „Die Weidener Stimmakrobaten“, sang zusammen mit den Kindern zwei Lieder: „Funga Alafia“, ein afrikanisches Begrüßungslied, und „Klasse, wir singen“. Dabei stand nicht nur die Freude am Singen im Vordergrund, sondern auch Bewegung. Die Kinder streckten ihre Arme nach oben oder schossen zum Beispiel beim Einsingen einen imaginären Dartpfeil aus ihrem Mund, um alles aus ihren Stimmen herauszuholen. „Der Chorleiter ist sehr lustig“, sagte Marie von der Grundschule Schirmitz.

Bei der dritten und letzten Vorlesung entdeckten die Kinder die Welt des Online-Shoppings. „Wie findet ein Paket den Weg bis zur Haustür?“, fragte Professor Marco Nirschl und ließ die Kinder das selbst ausprobieren. Imaginär bestellte ein Kind Schuhe im Internet, und ein anderes Kind machte den Roboter nach, der die Schuhe aus dem Lager holt. Außerdem gab es Kinder, die in die Rollen von Einpacker, Lkw-Fahrer und Postboten schlüpften. So wanderte der Karton einmal quer durch den Hörsaal.

Zum ersten Mal in Weiden

Die Kinder-Uni fand in diesem Jahr zum ersten Mal an der OTH in Weiden statt. „In größeren Städten wie Regensburg wird die Veranstaltung schon länger angeboten. Deshalb kam uns die Idee, dass wir die Kinder-Uni doch auch mal nach Weiden bringen können“, erklärt Dorina Kett von Oberpfalz-Medien. „Ob wir das Ganze nächstes Jahr wieder machen, wird sich zeigen.“

„Es macht ganz viel Spaß, viel mehr als in der Schule“, sagte Lia von der Grundschule Schirmitz. „Uns wurde alles sehr ausführlich und gut erklärt.“ Auch ihre Freundinnen Victoria und Marie fanden alle drei Vorträge „richtig spannend“, wie sie sagten. „Es ist cool zu wissen, was man mit KI alles machen kann.“ Den Abschluss der Kinder-Uni am Mittwoch bildete ein gemeinsames Mittagessen in der Mensa.

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