11.02.2020 - 16:24 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Klinikum Weiden: Eine ganze Station zieht um

Eine Station im Klinikum Weiden setzt sich in Bewegung. Schwestern und Pfleger packen an. Dann rollt sie los: die Bettenkarawane samt der 28 Patienten. Von Station 73 geht es über den Glasgang hinüber in den Neubau. Der Umzug beginnt.

von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

Migräne oder chronischen Rückenschmerzen plagen die Patienten auf der neurologischen Station 73. Auch die Folgen eines Schlaganfalls können dort kuriert oder Demenz behandelt werden. Am Dienstagvormittag müssen die aktuell 28 Patienten aber erst einmal umziehen. Von Station 73 geht es hinüber in den Neubau des Klinikums Weiden. Drüben, gleich unterhalb des Hubschrauberlandeplatzes, wartet Station 201 auf den Erstbezug.

Zettel kündigen überall auf der alten Station 73 den Umzug auf "eine moderne Station mit ausschließlich Zweibettzimmern" an. Die Waschbeutel und Koffer der Patienten sind entsprechend gepackt. "Nicht erschrecken. Wir fahren jetzt auf eine neue Station", sagt die Schwester dann ruhig zu einer Patientin. Die greift besonnen über ihren Kopf nach dem dreieckigen Haltegriff des Bettes. Vorsichtshalber. Es kann losgehen.

Patientenurteil: "Mir gefällt's"

Vorsichtig schiebt die Schwester das Bett durch die Zimmertür, steuert mit zwei Kolleginnen über den Flur zum Aufzug sowie über den Glasgang zwischen Augustinergebäude und Stadtfriedhof in den Neubau hinüber. Fünf Minuten später ist es geschafft. Die Zimmernachbarin wartet schon. Sie lief zuvor festen Schrittes neben Pflegern und Bett her ins neue Reich. "Mir gefällt's", sagt sie zufrieden und räumt ihren neuen Schrank ein.

Nächster Umzug im April

Rückblick: Station 73 wurde erst 2012 grundsaniert und 2014 wiederbezogen. 31 Patienten der Neurologischen Klinik um Chefarzt Michael Angerer finden seither hier Platz. Die Station macht baulich einen guten Eindruck. Den Umzug braucht's trotzdem, weiß die neue Medizinische Direktorin der Kliniken Nordoberpfalz AG, Michaela Hutzler. "So schaffen wir dort Platz, wo wir ihn brauchen."

Dann wird's kompliziert: Denn ab 1. April kehrt neues Leben in die alte Station 73 ein: Station 43 der Klinik für Allgemeinchirurgie wird mit 28 Betten dort einziehen und damit den Weg frei machen - etwa für Bereitschaftszimmer für OP- und Anästhesiepersonal. "Wir brauchen auch mehr Lagerräume, Platz für die Bettenaufbereitung und und und", sagt Hutzler. Diesen Platz biete die alte Station 43, die obendrein günstigerweise neben der Schmerztagesklinik und damit fernab von "bettenführenden Stationen" mit 24-Stunden-Patienten-Betreuung liege.

Das Klinikum mit Defizit und unter neuer Führung

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Nicht nur die Zimmer auf der neuen, nun u-förmig angeordneten Station 201 füllen sich. Auch auf den Gängen wuselt's. Das Pflegepersonal – unterstützt von vielen Helfern auch aus der Chirurgie- oder Dialyse-Abteilung – ordnet Akten ein, die EDV-Mitarbeiter nehmen den ebenfalls umgezogenen Computer mit den Patientendaten in Betrieb.

Seit November in der Vorbereitung

"Ansonsten ist die Grundausstattung schon vorhanden", weiß Heidi Häupler. Seit November 2019 bereitet die Zentrumsleiterin den Stationsumzug im laufenden Betrieb vor, organisiert neue Telefonnummern, informiert die Apotheke, koordiniert das Reinigungspersonal. Die Medikamentenschränke seien zudem längst bestückt. "Von der Infusion bis zur Inkontinenzeinlage ist alles bereits vorhanden. Wir wollen uns heute ausschließlich um die Patienten kümmern."

Hoher Besuch bei der Feier der Klinikumserweiterung

Weiden in der Oberpfalz

Bereits eine Stunde nach Umzugsbeginn ist die Hälfte der Patienten auf der neuen Station 201 angekommen. Alles läuft nach Plan. Bald gibt's Mittagessen, Besucher kommen vorbei. Die neue Schicht beginnt bereits auf der neuen Station. Und die alte "73er"? Sie ist Geschichte. "Ich schließe dort ab", sagt Heidi Häupler. Ein Schild an der Tür weist ab sofort den Weg zur neuen Station.

Info:

Erst im November 2019 eröffneten der Ministerpräsident und die Gesundheitsministerin die letzten beiden Bauabschnitte des Weidener Klinikums, darunter auch den nun von der neurologischen Station bezogenen Teil des Neubaus (49 Betten). Im Erdgeschoss liegen die Palliativstation (10 Betten) sowie das Zentrallager. Der zweite Stock ist für eine Infektionsstation (25 Betten). „Wann sie bezogen wird, ist völlig unklar“, sagt Medizinische Direktorin Michaela Hutzler. Bis auf die EDV ist das dritte Stockwerk frei. Die Errichtung des Stockwerks sei unabdingbar gewesen, um den Anforderungen für den Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach gerecht zu werden.

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