28.08.2020 - 14:20 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kommentar: Die Bereitschaft sollte zählen

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Trotz abgeschlossener Ausbildung zum Altenpfleger darf Adama Coulibaly nicht arbeiten und könnte abgeschoben werden. Wieder ein Beispiel dafür, welche Lücken das Asylsytem in Deutschland hat. Ein Kommentar.

Symbolbild.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Das Auswärtige Amt hat eine Teilreisewarnung für Mali auf seiner Website. Es wird vor Reisen in zehn Regionen des afrikanischen Landes gewarnt. Auch vor der Region Sikasso, aus der auch Adama stammt. „Vor nicht dringend erforderlichen Reisen in die übrigen Landesteile von Mali einschließlich der Hauptstadt Bamako wird abgeraten“, heißt es dort weiter. Für Flüchtlinge, die zurückgeschickt werden sollen, scheinen diese Warnungen nicht zu gelten.

Die Geschichte von Adama Coulibaly offenbart erneut den Nachholbedarf im deutschen Asylsystem. Er wird als „Wirtschaftsflüchtling“ abgestempelt, weil in seinem Land kein Krieg herrscht. Adama spricht gut Deutsch, hat in fünf Jahren erfolgreich seinen Schulabschluss und eine Ausbildung gemacht. Sein Arbeitgeber will ihn behalten. Er will in einer Branche arbeiten, in der dringend Leute gesucht werden. So dringend, dass Arbeitskräfte aus dem Ausland kommen sollen.

Adama aber ist bereits hier, hat diesen Beruf in Deutschland gelernt. Er will sich nicht auf dem deutschen Sozialstaat ausruhen. Diese Einstellung sollte doch auch etwas zählen.

Trotz Personalmangels in der Pflege: Adama darf nicht arbeiten

Trabitz
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.