12.01.2022 - 17:47 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kommentar: Chefarzt zwischen Zorn und Mitleid

Der Impfbetrüger am Weidener Klinikum hat aus dubiosen Gründen seine Karriere ruiniert. Daran hat jedoch nur er selbst Schuld. Ein Kommentar.

Ein Mediziner am Weidener Klinikum hat offenbar mit einem gefälschten elektronischen Impfpass gearbeitet.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Was den Mann geritten hat, bleibt rätselhaft. Dass er seinen Job verliert, ist nur richtig. Dass er mit einem Strafbefehl rechnen muss, auch.

Doch damit fängt das Mitleid mit dem Impfbetrüger im Chefarztkittel am Weidener Klinikum an. Mitleid dafür, wie man so dämlich sein kann; Mitleid dafür, dass er womöglich nie wieder als Arzt arbeiten darf; und Mitleid dafür, dass er in Medizinerkreisen und darüber hinaus in Sack und Asche gehen muss.

Das stärkere Gefühl ist aber Zorn: Darüber, dass er die Arbeit von Kolleginnen und Kollegen sabotiert hat, die ein paar Gänge weiter um das Leben von Coronakranken kämpfen; darüber, dass er im Nachhinein noch Zweifel an seiner Integrität weckt, bei Menschen, die sich ihm als Patienten anvertraut haben; und darüber, dass davon auch etwas am Klinikum und an einem Berufsstand hängen bleibt, der ob seines Einkommens genügend Neider hat.

Fassungslos machen aber auch Kommentare von Unterstützern des unehrlichen Mediziners. In sozialen Medien taucht nicht nur eine Stimme auf, die meint, die bevorstehende Impfpflicht in Medizinberufen habe den Mann dazu "gezwungen", ein Dokument zu fälschen.

Man kann lang und breit darüber diskutieren, ob eine allgemeine Impfpflicht nicht gerechter wäre als eine auf medizinische Berufe beschränkte. Bislang haben aber weder Gurt-, Sturzhelm- oder Maskenpflicht jemanden dazu gezwungen, sich so zu verhalten, dass die Kriminalpolizei einschreitet. Gleiches gilt für eine Impfpflicht.

Mehr zum Impfskandal am Weidener Klinikum

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Kommentare

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Josef Steinhilber

Ein sehr schwacher und mit Scheuklappen geschriebener Kommentar....

13.01.2022