23.06.2021 - 16:48 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kommentar: Scheinheilige Regenbogen-Debatte

Auch wenn das bunt beleuchtete Münchener Stadion beim EM-Spiel der deutschen Mannschaft gegen Ungarn ein wirkungsvolles Zeichen gewesen wäre, findet Redakteur Fabian Leeb das Verhalten seitens der Politik unangemessen.

Eine Regenbogenfahne weht am Mittwoch neben der EU-Flagge an der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin. Die EU-Kommission geht gegen Ungarns Gesetz zu Sexualität vor.
von Fabian Leeb Kontakt Profil
Kommentar

Zweifelsfrei wäre ein bunt illuminiertes Münchener Stadion zum EM-Spiel der DFB-Elf gegen Ungarn ein wuchtiges Zeichen für Toleranz und Respekt gewesen. Es grenzt allerdings an Scheinheiligkeit, mit welcher Vehemenz Politiker jedweder Couleur auf diesen Goodwill-Zug aufspringen. Dabei sei es Markus Söder, Alexander Dobrindt und Konsorten ins Parteibuch geschrieben: Bloße Worte ändern nichts, auf die Taten kommt es an. Oder glaubt wirklich jemand, dass ein Münchener Regenbogen-Stadion die Situation auch nur eines Schwulen oder einer Lesbe in Ungarn verbessert hätte?

Statt wirkungsloser Symbolpolitik sollten sich allen voran die Christsozialen daran erinnern, wen sie noch im Jahr 2018 auf ihrer Klausur in Seeon hofierten, umarmten und mächtig anflirteten: richtig, Viktor Orban. Den ungarischen Despoten, der mit rechtsstaatlichen Prinzipien seit jeher auf Kriegsfuß steht. Aber natürlich ziemt es sich für jeden Politiker, sich im Zuge einer völlig hyperventilierenden Debatte im Regenbogenlicht zu sonnen und verbal Transparenz und Respekt zu rühmen. Diese wohlfeilen Worte werden daher der Maßstab sein für die künftigen Taten bei gleichgestellten Debatten - und zwar für die gesamte politische Riege Deutschlands.

So würde der Grafenwöhrer Trainer Martin Kratzer die DFB-Elf für das Spiel gegen Ungarn einstellen

Grafenwöhr

 

 

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