28.09.2020 - 18:49 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kommentar: Seit der WAA dazugelernt: Söder sagt erst mal "nein"

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Niemand will ein Atom-Endlager in seiner Nachbarschaft. Dass Ministerpräsident Markus Söder einem Lager in Bayern kritsch gegenübersteht, ist deshalb richtig, kommentiert Gabi Weiß.

Ein Zwischenlager am AKW Gundremmingen.
von Gabriele Weiß Kontakt Profil
Kommentar

Die Tage der Kernkraft in Deutschland sind gezählt. Es bleiben die Abfälle aus den Nuklearanlagen. Niemand wird sich um ein atomares Endlager reißen, und der Freistaat Bayern bildet da keine Ausnahme, ganz im Gegenteil: Bereits in ihrem Koalitionsvertrag sprachen sich CSU und Freie Wähler gegen eine derartige Endlagerstätte aus. Ministerpräsident Markus Söder machte denn auch gleich nach der Bekanntgabe der 90 bundesweit möglichen Standorte am Montag klar, dass die Staatsregierung das ganze Verfahren äußerst kritisch sehe.

Wie haben sich die Zeiten doch geändert! Die Oberpfälzer, die immer noch "gut im Rennen liegen" bei der Suche nach einer Endlagerstätte, haben diesmal also die Staatsregierung auf ihrer Seite. In den 1980er Jahren, als Franz Josef Strauß mitten im Regierungsbezirk eine Wiederaufarbeitungsanlage für abgebrannte Kernbrennstäbe (WAA) errichten wollte, sah das noch ganz anders aus. Nachdem sich auf breiter Front quer durch alle Bevölkerungsschichten erbitterter Widerstand formiert hatte, wurden brave Oberpfälzer als staatsfeindliche "Chaoten" verunglimpft. Noch heute gilt im Freistaat die "Lex Schuierer", mit der anno 1985 der missliebige Schwandorfer Landrat aus dem Genehmigungsprozess gemobbt wurde.

Ein Markus Söder weiß zwar, dass er mit dem Thema Kernkraft politisch keinen Blumentopf gewinnen kann. Es bleibt aber die Frage: Wenn das Endlager am Ende doch in Bayern entstehen sollte, für welche Region wird man sich entscheiden? Dass die bevölkerungsarme Oberpfalz auch dann noch in einer guten Ausgangsposition ist, darf wohl bezweifelt werden.

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