21.09.2018 - 12:42 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kripo Weiden: 40 Jahre auf Verbrecherjagd

Die Kriminalpolizei Weiden feiert 40-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum ist die Dienststelle noch einmal gewachsen: Heute baut seine Dienststelle gerade das Kommissariat 11 gegen Cybercrime auf, 2017 flächendeckend vom bayerischen Innenministerium angestoßen.

Die Kriminalpolizei in den 70ern: Im Bild die früheren Kripochefs Ludwig Detter und Anton Hecht (Sechster und Siebter von rechts), dem ehemaligen stellvertretenden Leiter Jochen König (links) und Brigitte Gürtler (Mitte), erste Kriminalbeamtin. Bild: exb/Archiv Polizei
von Christine Ascherl Kontakt Profil

Weiden.(ca) Die Dinge ändern sich - seit 40 Jahren. Kriminaloberrat Thomas Bauer, seit zehn Jahren Chef der Weidener Kripo, erinnert sich noch lebhaft an die ersten Windows-Computer bei der Polizei vor gut 25 Jahren. "Arbeiten mit Fenstern und mit der Maus" stand damals auf dem Programm. Im September 1978 war die erste Kriminalpolizeidienststelle in der Region (vorher Kriminalaußenstelle) gestartet, damals noch in Neustadt mit drei Kommissariaten und überschaubaren 29 Beamten. Mittlerweile arbeiten hier 68 Beamte und 15 Angestellte.

Eine der ersten Frauen und noch heute dabei ist Birgit Detter-Schneidhuber, die 1981 ihre Berufskarriere startete. Sie stieß damals zu Brigitte Gürtler, der einzigen Frau bei der damaligen Kriminalaußenstelle. Der Name Detter ist für viele Legende: Detters Vater Ludwig war Kripochef, als sich C&C-und Klankermeier-Mord ereigneten. Die beiden Fälle sind offene Wunden in der Geschichte der Weidener Kripo, sind sie doch bis heute ungeklärt.

"Mit den heutigen Mitteln wäre das damals vielleicht anders gelaufen", ist sich Kriminaloberrat Thomas Bauer sicher, der seit zehn Jahren die Weidener Kriminalpolizei leitet. "Die Kollegen waren damals sicher hochmotiviert, aber sie verfügten nicht über die modernen Ermittlungsinstrumente der heutigen Zeit, wie DNA-Spuren oder Handydaten."

"In den letzten zehn Jahren hatte die Kripo Weiden viel zu tun", berichtet Bauer: Er nennt den Mord in der Gaststätte "Ortsrichter Stüberl", den tragischen Stalking-Mord in Vohenstrauß, den Mord auf der Konradshöhe, den versuchten Sexual-Mord in Pressath, den brutalen Überfall am Hammerweg und ebenso brutal den Überfall auf den ehemaligen Betreiber der Rio-Bar in Grafenwöhr, "um nur einige Fälle zu nennen". Gleichzeitig stellt Bauer klar: "Ich war zwar überall der verantwortliche SOKO-Leiter, geklärt haben die Fälle aber meine motivierten und hochspezialisierten Mitarbeiter."

Die Gesamtkriminalität geht laut Statistik seit 10 Jahren zurück. Für 2017 meldet Kriminaloberrat Bauer 9000 Straftaten in der Region Weiden, Tirschenreuth und Neustadt. Das bedeutet auf zehn Jahre gesehen einen Rückgang um etwa 1000. Etwa 12 bis 14 Prozent dieser Taten bearbeitet davon die Kripo pro Jahr. Die Aufklärungsquote liegt bei hervorragenden 88,6 Prozent, deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt.

Am Ende braucht es in diesem Beruf aber noch immer das richtige Gefühl. Auch hier nennt Bauer ein Paradebeispiel: Nach dem Tod eines neunjährigen Buben in Vohenstrauß war 2014 zunächst von einem Sturz in der Dusche die Rede. Dem erfahrenen Kriminalhauptkommissar Armin Bock (K1) ließ das keine Ruhe. Am Ende deckte er ein achtwöchiges Martyrium vor dem gewaltsamen Tod des Kindes auf.

Das jüngste "Kind" der Weidener Kripo

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