19.09.2021 - 15:47 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Lärm von Bolzplatz stört Anwohner im Stadtteil Krumme Äcker

Der geruhsame Feierabend auf der Terrasse gelingt nur selten. Seit Jahren ärgert sich ein Anwohner der Westfalenstraße in Weiden über ein Scheppern, dass manchmal im 20-Sekunden-Takt ertönt. Beschwerden haben bislang nichts gebracht.

Damit der Ball nicht irgendwo landet, steht hinter dem Tor ein Zaun aus Doppelstabmatten. Dieser erfüllt zwar seinen Zweck, doch wenn der Ball dagegen prallt, scheppert es - und zwar gewaltig.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Der Spielplatz in der Westfalenstraße in Weiden ist ein beliebter Treffpunkt, vor allem weil es dort nicht nur Spielgeräte gibt, sondern ein kleines Fußballfeld. Damit der Ball nicht beim Nachbarn im Garten landet, stehen hinter den beiden Toren Doppelstabmatten in einer Höhe von gut vier Metern. Netze, die den Ball auffangen könnten, gibt es nicht.

Die Doppelstabmatten erfüllen zwar ihren Zweck, doch jedes Mal, wenn ein Ball auf die Metallstäbe trifft, ertönt ein lautes Scheppern. Nur 20 Meter weiter befindet sich hinter einer Hecke der Garten eines Anwohners. Von ruhigen Feierabenden auf seiner Terrasse kann dieser nur träumen. Erst neulich sei ein Mann mit drei Buben gekommen, um auf dem Fußballplatz das Torschießen zu Üben. "Der hatte einen Sack mit Bällen dabei", erzählt der 45-Jährige. "Da prallten die Bälle im 20-Sekunden-Takt auf die Doppelstabmatten. Immer wieder."

Spielplatz kam 2003

Seit dem Jahr 2000 wohnt der Mann in dem Baugebiet Krumme Äcker. "Ich war einer der ersten hier", blickt er zurück. Von einem Spielplatz mit Bolzplatz habe er damals nichts im Bebauungsplan gelesen. "Der Spielplatz ist erst ein paar Jahre später gebaut worden, das dürfte 2003 gewesen sein", erinnert er sich.

So klingt's, wenn der Ball an den Zaun prallt

Passiert ist jedoch nicht viel. Lediglich OB Seggewiß habe den Einbau von Gummipuffern in den Metallzaun veranlasst. "Doch geholfen hat das nicht wirklich etwas", seufzt der 45-Jährige. Seiner Meinung nach sollte der Doppelstabzaun abgebaut werden.

Viele Auswärtige

Offiziell gibt es für den Spiel- und Bolzplatz sogar Ruhezeiten. Ein Schild am Eingang weist daraufhin, dass diese von 12 bis 14 Uhr und ab 19 Uhr gelten. "Es hält sich nur niemand dran", ärgert sich der Anwohner. Außerdem wundert sich der Mann immer wieder darüber, dass der Spielplatz nicht nur von Kindern und Jugendlichen aus dem Viertel, sondern auch von vielen Auswärtigen genutzt wird. Regelmäßig registriert er Autos mit Tirschenreuther oder Neustädter Kennzeichen vor seinem Haus. Manche hätten sogar Bierbänke und einen Grill dabei.

"Entweder sie parken mir die Einfahrt zu oder stehen in der Kurve auf dem Gehsteig", schimpft er. In der Siedlung würden oft Leute mit ihren Angehörigen aus den umliegenden Seniorenheimen spazieren gehen. "Die haben einen Rollstuhl oder Rollator dabei und müssen dann auf die Straße ausweichen." Die Polizei fährt zwar in unregelmäßigen Abständen durch die Westfalenstraße. "Doch ausgestiegen sind die noch nie", erzählt der Anwohner.

Vor ein paar Jahren habe es einmal einen Feuerwehreinsatz auf dem Spielplatz gegeben. Eine 16-Jährige sei in eine viel zu kleine Babyschaukel hineingeklettert und nicht mehr herausgekommen.

Tor lässt sich absperren

Das Tor am Eingang ließe sich absperren. Laut Auskunft der Stadt Weiden fehle dafür das Personal. Der 45-Jährige lässt das nicht gelten. "Der Containerstellplatz beim Lidl unten wird täglich abgesperrt. Wer immer das macht, könnte doch auch hier vorbeifahren."

Andererseits bezweifelt der Anwohner, dass das viel bringen würde. Ein Tor und ein paar Meter Zaun befinden sich nur auf der Siedlungsseite des Spiel- und Bolzplatzes. "Wer hinein will, geht einfach hinten rum. Da ist doch alles offen."

Seit über 15 Jahren versucht der Weidener nun vergeblich, auf sein Dilemma aufmerksam zu machen. "Jeder weiß davon, aber keiner tut was." Er habe alle möglichen Leute schon auf seine Terrasse eingeladen, um deutlich zu machen, wie nervtötend das Scheppern sein kann. Der einzige, der sich einmal die Mühe gemacht hat, war der ehemalige Chef der Stadtgärtner, Hans Gallersdörfer. "Oh Gott, was haben wir da nur gemacht", habe er damals zugegeben.

Stadtgärtnerei zuständig

Für den Unterhalt der Weidener Spielplätze ist die Stadtgärtnerei zuständig. Hier weiß man von den Nöten des Anwohners in der Westfalenstraße und verweist auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien auf verschiedene Maßnahme, die in der Vergangenheit in die Wege geleitet worden seien. 2015 habe man die Spielplatzschilder mit Öffnungszeiten erneuert, 2017 ein Tor am Zugang angebracht, 2018 sei der Ballfangzaun mit über 200 Kunststoffdämpfern ausgestattet worden, um die Geräuschbelastung zu reduzieren. 2019 habe man die Polizeiinspektion Weiden gebeten, doch regelmäßig Streifenfahrten im Bereich des Spiel- und Bolzplatzes zu unternehmen. Und 2021 sei schließlich das Eingangsschloss nach Vandalismusschaden repariert worden.

Für den Anwohner ist das nicht Neues. Er fühlt sich mit seinen Problemen nach wie vor alleine gelassen. Eine schnelle Lösung kann die Stadt Weiden aktuell noch nicht anbieten, doch vielleicht ergibt sich diese nach einem Ortstermin. Vertreter des Umweltamtes, das für den Lärmschutz zuständig ist, wollen sich nach der Anfrage von Oberpfalz-Medien demnächst zusammen mit der Liegenschaftsabteilung und der Stadtgärtnerei vor Ort treffen, um gemeinsam Abhilfe oder Besserung zu schaffen, heißt es in einer Presseerklärung der Stadt Weiden.

Anwohner wehren sich gegen Lärm durch Flugplatz Latsch

Frauenricht / Weiden in der Oberpfalz
Gut gemeint, aber wirkungslos: Die Kunststoffdämpfer am Zaun bringen nichts.
Info:

Das nervt den Anwohner

  • Auf dem Spiel- und Bolzplatz in der Westfalenstraße in Weiden stehen zwei Fußballtore aus Metall
  • Statt eines Netzes verhindert ein Zaun aus 4 Meter hohen Doppelstabmatten aus Metall, dass der Ball wegspringt
  • Prallt ein Ball jedoch gegen diesen Zaun, ertönt ein nervtötendes Scheppern
  • Weitere Kritikpunkte: Die Ruhezeiten ab 19 Uhr werden nicht eingehalten

 

 

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