14.02.2020 - 12:58 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Landesamt für Finanzen: Weiden wird Dienststelle

Die Verlagerung des Landesamtes für Finanzen nach Weiden hat begonnen. Staatsminister Albert Füracker kündigt an: Der Standort Weiden mit dann mehr als 300 Beschäftigten wird zur eigenen Dienststelle.

Gemeinsam für die Region: (von links) Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger, Finanzminister Albert Füracker und OB Kurt Seggewiß freuen sich über den Coup der Behördenverlagerung nach Weiden.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Großes Schulterklopfen im Neuen Rathaus: Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger danken am Freitag dem bayerischen Finanzminister für die neue, 300 Mitarbeiter starke Behörde, und der lobt die Beharrlichkeit der beiden, die unablässig eine Entscheidung für Weiden und die Region gefordert hätten. Und Albert Füracker bringt eine neue frohe Botschaft mit: "Das Landesamt für Finanzen in Weiden wird mittelfristig, allerspätestens in zehn Jahren, eine eigene Dienststelle werden." Bayernweit gibt es derer sieben: Landshut, Bayreuth, Ansbach, Würzburg, Augsburg, Regensburg und München, die ja für Weiden weichen muss.

Füracker rechnet damit, dass "ein erster großer Schwung" der neuen LfF-Mitarbeiter in zwei bis zweieinhalb Jahren in der Max-Reger-Stadt aufschlägt. Dann nämlich endet ihre Ausbildung in einer der Fachschulen. Derweil soll ein Aufbaustab gebildet werden. Durchaus denkbar, dass er zunächst von der Zentralen Abrechnungsstelle in der Straße Zur Centralwerkstätte aus operiert, der bereits bestehenden Weidener Filiale des LfF Regensburg. Auch ihr stattete der Minister am Freitag einen Besuch ab. Die sanierte städtische Liegenschaft in Nachbarschaft der OWS sei "ein tolles Gebäude", das so frisch wie ein Neubau wirke. Bei der mittelfristigen Standortfrage sei er noch "total offen", sagt Füracker: Ein Neubau sei ebenso vorstellbar wie das Einmieten in ein geeignetes bestehendes Objekt. Wünschenswert wäre etwa die Nähe zum Bahnhof.

Der Personalbestand solle sukzessive aufgebaut werden, indem beispielsweise ausscheidende Beschäftigte durch Nachwuchs ersetzt werden oder in Metropolen eingesetzte Oberpfälzer Beamte in die Heimat zurückkehren. Anders geht's nicht, weil kein Münchener Mitarbeiter gegen seinen Willen versetzt werden soll. "Für mich steht nicht die Behörde im Mittelpunkt, sondern der Mensch der betroffen ist", versichert Füracker. 300 Stellen bedeuteten 300 Familien. "Sie fragen sich: Was wird jetzt?"

Noch ungeklärt sind die Aufgaben, für welche die Weidener Dienststelle künftig zuständig sein soll. Nicht auszuschließen, dass sie zwischen den einzelnen Dienststellen neu sortiert werden anstatt die Münchener Zuständigkeiten eins zu eins auf Weiden zu übertragen. Der Minister: "Sicher ist nur: In München kommen 300 Mitarbeiter weg, in Weiden kommen 300 an."

Albert Füracker geht davon aus, dass ihn seine beiden Gesprächspartner wohl auch weiterhin mit Anliegen der nördlichen Oberpfalz "nerven" werden. Da lächelt Oetzinger vielsagend. Und Seggewiß schüttelt den Kopf: "Nur noch bis zum 30. April."

Füracker über Behördenverlagerungen:

Auch Wirtschaft gefordert

Bereits "so um Weihnachten rum", so verrät der Neumarkter, sei der Entschluss zur Behördenverlagerung gereift, den Ministerpräsident Markus Söder dann am 15. Januar verkündete. Wegen der Entscheidung für die Stadt Weiden habe er "keinen Dissens verspürt", verweist Füracker auf Gespräche mit MdL Tobias Reiß (Tirschenreuth) und dem Neustädter Landrat Andreas Meier. Auch Oetzinger und Seggewiß werten den Beschluss als Gewinn für die ganze Region. Dies sei ja der Sinn der Behördenverlagerungen, erklärt der Minister: benachteiligte Landstriche zu stärken, gleichwertige Lebensverhältnisse in Bayern zu schaffen. So liege die nördliche Oberpfalz "viel zentraler, als manche glauben". Eine Erkenntnis, meint der Neumarkter, die sich dringend auch bei der Wirtschaft durchsetzen müsse. "Jeder will die Vorwahl von München im Briefkopf haben. Dabei läuft München über."

Weiden in der Oberpfalz
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