25.08.2019 - 20:40 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Laserrun als "Sport für alle"

Verführerisch lagen die Laserpistolen nach dem Wettbewerb aufgereiht auf den Tischen. Aber anfassen durfte die keiner. Mit ihren Waffen waren die 280 Athleten aus 17 Nationen bei der EM im Laserrun in Weiden eigen.

von Helmut KunzProfil

Immerhin kosteten die Laserhandfeuerwaffen, die sich allesamt im Privatbesitz der Läufer befanden, bis zu tausend Euro. Aus ganz Europa waren sie zu den „Open European Championships“ nach Weiden gereist. Sportler aus England, Monaco, Griechenland, Frankreich, Ungarn, Tschechien, Deutschland oder Österreich. 280 Kinder, Jugendliche, Männer und Frauen aus 17 Nationen. Sogar ein Japaner hatte sich darunter gemischt. Viele hatten Fans mitgebracht. So hatte der Contest im Max-Reger-Park Festival-Charakter. Auch wenn Aktive und Begleiter weitgehend unter sich blieben.

Begrüßt wurden die internationalen Gäste am Samstagnachmittag von Bürgermeister Jens Meyer. Der erklärte, dass knapp die Hälfte aller Weidener in sportlichen Vereinen organisiert seien. Weiden sei eine Sportlerstadt. Nach der Eröffnungszeremonie zogen die Aktiven mit der Weidener Stadtkapelle an der Spitze zu den Wettkampfstätten.

Auch Test für Jugend-Spiele

Bereits am Freitag und Samstagvormittag fand ein abschließender Test-Wettkampf für die Youth Olympic Games 2022 im modernen Fünfkampf statt. Kinder und Jugendliche traten zu Probeläufen in den Disziplinen Fechten, Schießen, Schwimmen und Laufen an. Der komplette Fünfkampf, bei Jugendlichen nur ohne Reiten. Für beide Wettbewerbe zeichnete Pierre Jander vom „Team Oberpfalz“ verantwortlich.

Laserrun ist ein englisches Phänomen. Das wurde von Beginn an deutlich. Die Briten stellten mit 70 Teilnehmern das größte Feld. 50 kamen aus Ungarn. Das drittgrößte Team stellte Deutschland. Dass die Laserrun-Szene bei uns kleiner sei als auf der Insel, wusste Klaus Schormann. Der UIPM-Präsident hatte die Randsportart im Fünfkampf vor 20 Jahren erfunden. „International wurde es angenommen. Nur Deutschland sträubte sich lange. Die beharrten auf dem Fünfkampf. Hatten aber nicht erkannt, dass es sich beim Laserrun um eine Promotion-Sportart handelte.“ Die Sportler starten nur in zwei Disziplinen: Laufen und Schießen. Das mache es zum Breitensport.

Inzwischen gebe es auch in Deutschland drei- bis vierhundert ernst zu nehmende Athleten. „Es gibt hier immer mehr Wettkämpfe. Zuletzt in Darmstadt.“ Schormann: „Mit einem Mal kommen die Verbände und begreifen, dass Laserrun was Tolles ist.“ Laserrun ist ein „Sport for all.“ Ein Funsport für die ganze Familie, aber auch eine echte Sportart für solche, die das ernsthaft trainieren.

Schattner und Oettinger top

Bei den Mixed-Relay-Wettkämpfen am Samstag bildeten je ein Mann und eine Frau ein Team. Im Wechsel wurde zweimal geschossen und je nach Alter 400 oder 800 Meter gelaufen. Am Sonntag standen die Einzel an. Aus deutscher Sicht waren Barbara Oettinger und Marcus Schattner (Team Oberpfalz) am erfolgreichsten. Beide gewannen in der Kategorie 50 + im Einzeln und in der Staffel.

Cheforganisator Jander fand das Wettkampf-Wochenende rundum gelungen. 50 Helfer hätten ihm zur Seite gestanden. Leider habe sich nur wenig Weidener Publikum sehen lassen. „Die Leute, die gekommen sind, waren aber schon interessiert.“

Alle Ergebnisse vom Open European Laser Run Championship 2019 Weiden.:

Mixed Relay:

U9: 1. Jessica Miller, Charlie Carman (England), Mixed Relay U11: 1. Joshua Spolton, Alexis Hornsby (England), 2. Sophie Frischholz, Linus Lorenz (Deutschland), Mixed Relay U13: 1. Elizabeth Ryan, Zinzan Sargent (England), 2. Lilla Tőrincsi, Ádám Péter (Ungarn), 3. Lilly Ader, Moritz Adam (Deutschland), Mixed Relay U15: 1. Lottie Silverton, Archie Coates (England), 2. Reka Kozma, Botond Tamas (Ungarn), 3. Sarah Dicks, Mika Adam (Deutschland), Mixed Relay U19: 1. Barbora Hartmanova, Tobias Parizek (Tschechien), 2. Beata Laszlo, Gergely Pataki (Ungarn), 3. Mira Pazic, Maurice Curth (Deutschland), Mixed Relay Juniors: 1. Rita Erdös, Andas Gaal (Ungarn), 2. Jessica Sutton, Samuel Blacker (England), 3. Laurine Thibault, Thibault Fabrew (Frankreich), Mixed Relay Seniors: 1. Nora Kallei-Simoka, Merse Horvath (Ungarn), 2. Ida Kameniscakova, Dirk Marko (Deutschland), 3. Nina Waldner, Manfred Waldner (Österreich), Mixed Relay Master 40+: 1. Sandra Morawitz, Daniel Curth (Deutschland), Mixed Relay Master 50+: 1. Dr. Barbara Oettinger, Marcus Schattner (Deutschland), 2. Sara Guy, Martin Murray (England), 3. Sylfie Fabre, Didier Fabre (Frankreich), Mixed Relay Master 60+: 1. Jillian Wallace, Charlie Lane (England), 2. Lean See Freund, Kurt Tohermes (Deutschland), 3. Zsusanna Kovacs, Tamas Gajdos (Ungarn).

Individual Elite Divison:

Einzel U9 männlich: 1. Charlie Carman (England), 2. Oliver Windt (Deutschland), 3. Hugo Stevens (Deutschland), U9 weiblich: 1. Katalin Tory (Ungarn), 2. Emily Miller (England), 3. Alexis Hornsby (England), U13 männlich: 1. Dylan Robins (England), 2. Zinzan Sargent (England), 3. Moritz Adam (England), U13 weiblich: 1. Linda Haraszin (Ungarn), 2. Olivia Barley (England), 3. 3. Lilla Törincsi (Ungarn), U15 männlich: 1. Archie Coates (England), 2. Kai Crawford (England), 3. Botond Tamás (Ungarn), U15 weiblich: 1. Florina Jurt (Schweiz), 2. Lottie Silverton (England), 3. Emma Mészáros (Ungarn), U17 männlich: 1. Sam Cobb (England), 2. Rainer Luckinger (Österreich), 3. Іlliya Kovalov (Ukraine), U17 weiblich: 1. Beata Laszlo (Ungarn), 2. Dorina Dobronyi (Ungarn), 3. Helena Regli (Schweiz), U19 männlich: 1. András Gáll (Ungarn), 2. Gergely Pataki (Ungarn), 3. Maurice Curth (Deutschland), U19 weiblich: 1. Anna Jurt (Schweiz), 2. Rita Erdős (Ungarn), 3. Mira Pazic (Deutschland), Junioren: 1. Andás Gaál (Ungarn), 2. László Hegedűs (Ungarn), 3. Thibault Fabre (Frankreich), Juniorinnen: 1. Christina Schopper (Deutschland), 2. Jessica Sutton (England), 3. Anna Swoboda (Österreich), Senioren: 1. Gábor Brázda (Ungarn), 2. Christian Götz (Deutschland), 3. Sebastian Windt (Deutschland), Seniorinnen: 1. Pinelopi Nika (Griechenland), 2. Nóra Kállai-Simóka (Ungarn), 3. Melinda Zora (Ungarn), 40+ männlich: 1. Dirk Marko (Deutschland), 2. Tony Curtis (England), 3. Manuel Soriano Virues (Spanien), 40+ weiblich: 1. Florence Meyer-Dinichert (Schweiz), 2. Dr. Beáta Simóka (Ungarn), 3. Amanda Lowe (Monaco), 50+ männlich: 1. Marcus Schattner (Deutschland), 2. Gregor Olejarz (Deutschland), 3. Martin Murray (England), 50+ weiblich: 1. Dr. Barbara Oettinger (Deutschland), 2. Jillian Wallace (England), 3. Caroline Gilby (England), 60+ männlich: 1. Tamás Gajdos (Ungarn), 2. Charlie Lane (England), 3. Philip Budden (England), 60+ weiblich: 1. Emily Lean See Freund (Deutschland), 70+ männlich: Dieter Schuster (Deutschland).

Individual Open Division:

U9: 1. Greta Kertai (Ungarn), 2. Tereza Hartmanová (Tschechien), U11: 1. Krisztina Pelle (Ungarn), U13 männlich: 1. Matthew Aiello (Monaco), U13 weiblich: 1. Emily Olliver (England), 2. Hermione Murray (England), U15 männlich: 1. Timo Czarnietzki (Deutschland), 2. Valentin Grasser (Deutschland), U15 weiblich: 1. Katie Olliver (England), 2. Lysa Aiello (Monaco), U17: 1. Lara Tonak (Deutschland), Junioren: 1. Stefan Tröppl (Deutschland), Senioren: 1. Gary Robins (England), 2. Pacome Lefevre (Frankreich), 3. Michael Weis (Deutschland), Seniorinnen: 1. Vicky Robins (England), 40+ männlich: 1. Zoltán Pataki (Ungarn), 2. Kazunori Fukuda (Japan), 3. Alexander Plank (Deutschland), 40+ weiblich: 1. Rita Dobronyine Varga (Ungarn), 2. Gemma Olliver (England), 3. Philippa Murray (England), 50+ männlich: 1. Bernd Czarnietzki (Deutschland), 2. Christoph Machinski (Deutschland), 3. Enno Schönung (Deutschland), 50+ weiblich: 1. Zsuzsanna Kovacs (Ungarn).

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