Kräuterführerin Ulrike Gschwendtner hat es sich zur Aufgabe gemacht, Wissen über die heimischen Pflanzen und Kräuter zu vermitteln. Das tut sie in Führungen, Workshops und Vorträgen wie zuletzt in der Buchhandlung Stangl & Taubald, in dem es um das Räuchern mit ausschließlich heimischen Kräutern und Blüten ging. Gschwendtner weiß, wovon sie spricht, sie hat ihr Handwerk in der Umweltstation des Klosters Waldsassen gelernt. Wenn sie vom Räuchern erzählt, wird jedoch schnell deutlich, dass sie nicht nur Wissen weitergibt, sondern eine Leidenschaft transportiert.
Räuchern gehört zu den wenigen Praktiken, die Gschwendtner zufolge in allen Kulturen der Welt bekannt sind; in unterschiedlichen Formen, aber in allen Kulturen weltweit. Und Räuchern ist letztlich nichts anderes, als in einem geeigneten Gefäß mit Hilfe von Hitze - meist einem Stück Kohle, aber ein Teelicht tut es auch - Pflanzenteile zu verbrennen und den dabei entstehenden Rauch im Raum zu verteilen.
"Kopf aus, Bauch ein"
Aber wozu eigentlich Räuchern? Wie Gschwendtner erklärt, bricht durch die Hitze die Hülle der Pflanze auf und „das Wesen der Pflanze tritt aus“. Die Pflanze gebe so ihre Kräfte ab. Gschwendtners zweiter Merksatz, den sie mehrfach wiederholte, lautet: „Kopf weg, Bauch einschalten.“ Beim Räuchern gebe es keine Verhaltensmaßregeln, auch wenn das Internet voll davon sei. „Ihr macht das so, wie ihr das wollt, wie ihr das fühlt“, legte sie ihrem Publikum ans Herz. Sie riet zum Ausprobieren, denn es könne nichts passieren, solange man keine giftigen Pflanzen verwende, die allein in die Hände von Fachleuten gehörten. Sie gab handfeste Tipps (Kohle immer mit Wasser löschen!), erläuterte die Wirkweisen verschiedener Pflanzen (Königskerze zum Schutz vor Unwetter, Lavendel gegen Blutsauger aller Art, Rosmarin und Rosenblüten als Aphrodisiakum) und unterstrich mehrmals den Unterschied zwischen der Verwendung der extrahierten Öle und dem Verbrennen der ganzen Pflanze.
Räuchern erfordert Zeit
Noch eine Regel gab sie ihren sehr interessierten Zuhörern mit auf den Weg: „Schnell mal räuchern geht nicht.“ Räuchern erfordere eine Zeremonie wie das Teetrinken; dann tue man nicht nur dem Raum etwas Gutes, sondern auch sich selbst.














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