12.08.2019 - 18:38 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Leerstand endlich beendet: Tedox zieht in den "Praktiker"

Endlich ist der langjährige Leerstand im "Praktiker"-Baumarkt vorüber: Nach Sanierung und Umbau des Gebäudes in Weiden-Süd eröffnet 2020 der "Renovierer"-Markt Tedox auf 3000 Quadratmetern Verkaufs- und Ausstellungsfläche.

Tor auf für Tedox. Im ehemaligen "Praktiker"-Baumarkt in der Regensburger Straße wird im nächsten Jahr auf rund 3000 Quadratmeter der Renovierer-Discounter einziehen.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Fast auf den Tag genau vor sechs Jahren, am "schwarzen Freitag" 9. August 2013, erfuhren die "Praktiker"-Mitarbeiter in der Regensburger Straße, dass auch ihr Markt auf der "Todesliste" des Insolvenzverwalters stand. Im Herbst 2013 endete die langjährige Geschichte des "Praktiker"-Marktes in Weiden, der zunächst an der Pressather Straße angesiedelt und dann in den damaligen Neubau in der Regensburger Straße umgezogen war. Seit Oktober 2013 stand die große Immobilie im Weidener Süden leer. Sie gehört einer Schirmitzer Familie und ist langfristig an den Handelsriesen Metro verpachtet.

Start mit 16 Angestellten

"Unser Ansprechpartner ist die Metro" - das bestätigt Thomas Hürter, Tedox-Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung, der die Immobilien in Weiden "inzwischen auch persönlich kennt". Die Außenanlagen würden offenbar professionell gepflegt. Im Gebäude selbst seien jedoch umfangreiche Maßnahmen nötig, um die Flächen ans Tedox-Konzept anzupassen.

Hürter: "Wir werden im nächsten Jahr auf etwa 3000 Quadratmeter Verkaufs- und Ausstellungsfläche in Weiden eröffnen. Derzeit läuft die Planungsphase, dann folgen Ausschreibung, Vergabe und die Umsetzung." Ein fester Eröffnungstermin im nächsten Jahr könne deshalb jetzt noch nicht genannt werden.

Zum Start sei ein Team von etwa 16 Mitarbeitern vorgesehen. "Wir haben in das Projekt in Weiden schon viel Hirnschmalz gesteckt", betont Hürter. Er sieht für sein Unternehmen "gute Chancen und ein hohes Potenzial", um "im Handelszentrum der nördlichen Oberpfalz Umsatz zu machen". Der Wettbewerb, die Struktur der Bevölkerung und deren Konsumverhalten ließen diese Hoffnungen zu. Dies bestätige jede Marktanalyse.

Interessanter Standort

Der 1972 gegründete "Renovierer"-Discounter mit Zentrale in Bovenden-Harste (bei Göttingen), zunächst als "Teppich Domäne Harste auf dem Markt und 2007 in Tedox KG umfirmiert, ist bereits seit sechs Jahren in Schwandorf, fünf Jahren in Cham und vier Jahren in Amberg vertreten. Erst am Donnerstag hatte Tedox seine 115. Filiale, diesmal in Hof, eröffnet. Bereits seit dem Jahr 2008 betreibt das Familie-Unternehmer (über 2600 Mitarbeiter) auch den Internet-Handel.

Tedox sei mit seinem einzigartigen Konzept erfolgreich. "Wir sind mehr als ein Baumarkt." Die Stärken liege bei Renovierungsbedarf, Bodenbelägen, Farben, Möbeln und Gardinen.

Weiden sei seit jeher ein interessanter Standort für den "Renovierer-Discounter", betont Hürter. "Also gehen wir da auch hin". Mit der Eröffnung des Nordoberpfalz-Centers werde die Stadt für den Einzelhandel sogar noch lukrativer. "Es wird sich vieles weiter zum Positiven verändern", hofft der Tedox-Prokurist. Allerdings habe die Entscheidung seines Unternehmens, eine Filiale in Weiden zu etablieren, nichts mit der Eröffnung der Stadtgalerie zu tun. "Wir haben unsere eigenen Zeitschiene. Aber das passt natürlich ganz gut."

In der langen Zeit des Leerstands wurde der "Praktiker"-Markt auch auf seine Eignung als Unterkunft für Flüchtlinge untersucht, aber schließlich von der Regierung der Oberpfalz abgelehnt. Danach hatte sich angeblich ein Installateur um die Anmietung des Areals bemüht - allerdings ebenfalls erfolglos.

Kommentar:

Leerstand ausgesessen

Für zwei Dutzend Mitarbeiter war’s ein Schock: Obwohl ihr „Praktiker“ gute Zahlen schrieb, schloss ihn vor sechs Jahren der Insolvenzverwalter, der die Baumarkt-Kette der „Metro“ abwickelte. Die Hoffnung, bei einer Nachfolge-Firma zu arbeiten, erfüllte sich nicht. Einige der Mitarbeiter erhielten nie wieder einen Job, wurden depressiv.
Grundstückseigentümer und Hausbesitzer hatten keine Eile, die insgesamt 3800 Quadratmeter Verkaufs- und Ausstellungsfläche neu zu vergeben. Die Schirmitzer Familie war „safe“. Der Vertrag sicherte eine gute Miete. Der Pächter, immerhin der Metro-Konzern, hatte den langen Atem, um auf den richtigen Untermieter warten zu können.
In der Gerüchteküche indes war während des Leerstands vieles im Topf. Zwei große Möbelhändler, in Regensburg angesiedelt, sollten kommen. Die Unterbringung von Flüchtlingen war im Gespräch. Ein Installateurbetrieb und sogar die Feuerwehr galten als heiße Kandidaten. An Tedox hat bisher niemand gedacht.

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