27.10.2018 - 01:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Leuchtendes Weiden: Aha-Erlebnis bis Mitternacht

Schwindelnde Höhen, strahlende Lichtspiele, kleine pinke Monster mit Glubschaugen und jede Menge Aha-Erlebnisse: Bei "Kunstgenuss bis Mitternacht" präsentiert sich die Stadt von ihrer bunten Seite.

Ein Moment zum Träumen: Elfenhaft gleiten die Tänzerinnen der Tanzschule Natalie Dotzler vor dem hell erleuchteten Alten Rathaus über die Bühne.
von Julia Hammer Kontakt Profil

(juh) Die Töne sitzen: Türmer Christian Stahl trötet mit seiner Trompete am Oberen Markt zum kulturellen Spektakel der Stadt Weiden. Der Duft von Glühwein und frischen Brezen zieht über den Platz, während die neugierigen Besucher der Begrüßung von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Stadtmarketing-Geschäftsführerin Andrea Schild-Janker lauschen. "Kunst an 43 Stationen erleben. An Orten, an denen es sonst keine Kunst gibt", kündigt Schild-Janker an. Die Gäste werden an diesem Abend nicht enttäuscht. Die größte Aufgabe erwartet aber erst einmal die Kleinsten der Tanzschule Natalie Dotzler. In dunkelblauen Tutus und strengem Zopf erobern sie die Bühne und tanzen sich in die Herzen der Zuschauer. Diese haben anschließend die Qual der Wahl: Besinnliche Töne in der Josefskirche, Party-Stimmung mit der Band "Treibhauz" bei Witt Weiden oder doch ein kurzer Abstecher auf den Kirchturm von St. Michael mit Türmer Christian Stahl. Das Alte Rathaus erstrahlt in einem erfrischenden Grün, die Räume, durch die klassische Klaviertöne hallen, sind in ein dunkles Rot getaucht. Nicht nur das lässt staunen. An zahlreichen Staffeleien tummeln sich Schüler des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Neustadt, tauchen ihre Pinsel in Farbpaletten. "Livepainting", erzählt Luisa Bauer. "Wir entwerfen vor den Besuchern Bilder, nehmen Ausschnitte von bekannten Werken und erweitern diese." "Kunstmalereien für die Seele" gibt es im Alten Schulhaus. Während Mitglieder des AK Kunst des Oberpfälzer Kunstvereins Schmuck aus bunten Perlen gestalten, stöbern die Kunstinteressierten durch die Stellwände, die Landschaftsbilder und auch das eine oder andere abstrakte Werk regionaler Künstler zieren.

Peter Ermer zeigt im Keramikmuseum, wie die hohe Kunst des Gitarrenspiels geht. Eine Stunde lang lässt der Musiker seine Finger mit atemberaubendem Tempo über die Saiten tanzen. "Ich war 2017 schon hier. Die Atmosphäre, der Klang, das ist einfach unbeschreiblich", freut sich Ermer, auch in diesem Jahr wieder dabei sein zu können. Kleine pinke Monster mit großen Glubschaugen und leuchtend-grüne Hennen begrüßen die Kunstliebhaber vor der Galerie Recknagel. Drinnen plaudert Musiker Ben Stone bei einem kühlen Bier und Chips mit den Gästen, bevor er sich wieder auf zum Mikrofon macht. "Das ist aber toll, so schön bunt", staunt die kleine Mia, die mit ihrer Mutter Katrin unterwegs ist, und zeigt auf ein detailreiches Kunstwerk an der Wand.

Kunst in kreativer Kulisse: Luisa Bauer gestaltet im Alten Rathaus ein buntes Werk vor den Augen der Besucher.

Während durch das Kirchenschiff der Josefskirche Holger Herrmanns Stimme hallt, mit der er Lieder von Reinhard Mey interpretiert, wird es draußen laut. Trommeln schallen durch die Allee. "Wo kommt das her?", fragen sich Passanten - und finden schnell die Antwort. Die Gruppe "Ritmo Vulcano" aus Parkstein gibt den Takt an und passt sich mit ihrem strahlend orangenen Outfit dem Motto des Abends an: Bunt soll es sein.

Doch nicht nur die Altstadt zeigt sich von ihrer kreativen Seite. Der "Kultour-Bus" bringt die Besucher an etwas abgelegenere Veranstaltungsorte wie das JuZ. Das Besondere: Selbst der Transporter dient als Kulturtreffpunkt. Das Landestheater Oberpfalz lädt zu einer "Musikreise" - und die kommt an. Natürlich kommt auch der Genuss für den Gaumen nicht zu kurz. Punsch, Häppchen, Knabbereien. Noch zu später Stunde zieht es zahlreiche Besucher in die Innenstadt. Man kommt schließlich nicht jeden Tag in den "Kunstgenuss bis Mitternacht".

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