24.04.2019 - 13:33 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Listenhund aus Weiden hat ein Zuhause: "Aus Hans Dampf wird Hans im Glück"

Aus dem Zwischenstopp wird ein Zuhause: Gerd Schuster vom Hundezentrum Mittelfranken adoptiert "Hans Dampf" aus Weiden. "Er wird nicht euthanasiert und darf 'pöbeln' wie er will." Der Hundeprofi kritisiert viele Formen der Hundehaltung.

"Hans Dampf" hat nun ein festes Zuhause im Hundezentrum von Gerd Schuster in Weiltingen im mittelfränkischen Landkreis Ansbach.
von Beate-Josefine Luber Kontakt Profil

"Der 'Dogo Argentino' Rüde ist heute in unseren Besitz übergegangen und darf nun bei uns leben und bleiben", schreibt der Leiter des Hundezentrum Mittelfranken auf Facebook. Dazu postet er ein Video, wie "Hans Dampf" ausgelassen über eine Wiese tollt.

Vor etwa einem Monat startete er einen Aufruf, den Hund aufzunehmen, da er sonst womöglich eingeschläfert werde. Nach Medienberichten bekamen er und die Stadt Drohanrufe. Es habe laut Schuster auch eine Festnahme gegeben, als jemand versuchte auf seinem Gelände in Mittelfranken einzubrechen und den Listenhund gewaltsam zu befreien. Doch ein ernsthafter Anwärter für den Hund fand sich nicht. "Da kamen utopische Anfragen. Einer sagte, er habe auch einen Pitbull-Terrier, dann können sie zusammen spielen. Der andere hatte ein kleines Kind."

Reaktionen auf "Hans Dampf"

Weiden in der Oberpfalz

Und das, obwohl Schuster betonte, dass der Hund situativ aggressiv sei. "Er wurde nachweislich gequält." Was mit ihm geschehen sei, kann er nicht sagen. "Aber man merkt, dass etwas vorgefallen ist." Schnelle Bewegungen machten ihn aggressiv. "Bei einigen Frauen dreht er hohl", erklärt Schuster. "Außer bei Blondinen."

Der Rüde habe nun ein Zuhause, wo er niemand gefährden kann und wo sachgerecht mit ihm umgegangen wird. Der 46-jährige Vater von zwei Kindern unterstützt seit Jahrzehnten in seinem Hundezentrum Behörden bei der Unterbringung von Listenhunden. Für "Hans Dampf" habe die Stadt Weiden eine einmalige Pflegepauschale bezahlt, nun darf er fest bei Schuster leben. Warum er sich zu diesem Schritt entschloss? "Er tut mir leid. Ich hatte den Hund ein Jahr, er wedelt mit dem Schwanz, wenn ich komme." Wäre der Hund nicht vermittelt worden, hätte es passieren können, dass er eingeschläfert wird. "Euthanasie bei Hunden passiert in Deutschland zigmal", betont Schuster.

Zur Vorgeschichte von "Hans Dampf"

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