02.12.2021 - 16:56 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Lücken im Impfschutz bei der bayerischen Polizei

Seit die 3G-Regeln am Arbeitsplatz eingeführt wurden, kennen Arbeitgeber die Anteile ihrer Mitarbeiter, die geimpft oder genesen sind. Auch bei der Polizei zeigen sich nun Lücken.

Ein bayerischer Polizeibeamter zeigt nach einer Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca am 2. März 2021 seinen Impfpass. Bayern hatte Anfang März mit der Impfung aller Beschäftigten der Polizei begonnen. Jetzt zeigt sich, dass bei weitem nicht alle geimpft sind.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Vor wenigen Tagen hat das Bundesverteidigungsministerium die Corona-Schutzimpfung für alle Soldatinnen und Soldaten als verpflichtend erklärt. So weit will das bayerische Innenministerium nicht gehen. "Wir setzen alles daran, dass sich möglichst viele Polizistinnen und Polizisten impfen lassen", teilte ein Sprecher am Donnerstag auf Anfrage von Oberpfalz-Medien mit. Dazu seien Impfaufrufe und Impfkampagnen gestartet worden. "Eine generelle Impfpflicht, wie sie derzeit auf Bundesebene diskutiert wird, würde die Impfquote erheblich erhöhen", heißt es weiter. Entsprechende Festlegungen müssten abgewartet werden.

Hintergrund ist, dass auch bei der bayerischen Polizei bei weitem nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vollständig gegen Covid-19 geimpft sind. Wie der Sprecher mitteilte, habe eine Abfrage wegen der 3G-Regelung am Arbeitsplatz vom 19. November 2021 ergeben, dass eine 2G-Quote (also geimpft oder genesen) von rund 81 Prozent für die bayerische Polizei vorliegt. Zuerst hatte der Bayerische Rundfunk berichtet. Zum Vergleich: Mehr als 66 Prozent der bayerischen Bevölkerung ist vollständig geimpft.

Bei Einsätzen Impfstatus berücksichtigen

So könnte es dazu kommen, dass ein ungeimpfter Polizist bei einer der Kontrollen zur Einhaltung von 2G einen geimpften Bürger nach dessen Impfstatus fragt. Auf die Frage, ob es Überlegungen gibt, ungeimpfte Polizisten nicht mehr im Außendienst einzusetzen, verweist das Ministerium auf die Verantwortung der Polizeidienststellen vor Ort für die konkrete Dienstplanung. Zugleich betonte der Sprecher: "Wir gehen davon aus, dass bei planbaren Einsätzen der Impf- bzw. Genesenenstatus – soweit bekannt – möglichst berücksichtigt wird."

Dabei hatten Polizisten bereits die Chance den schützenden Piks gegen eine Covid-19-Erkrankung zu erhalten, als viele wegen der Impfstoffknappheit und der Priorisierungen noch Monate warten mussten. "Bereits ab Dezember 2020 konnten sich Polizeibeschäftigte durch die sogenannten "Hop-on-Impfungen" zur Vermeidung des Verwurfs von Impfstoff in den kommunalen Impfzentren impfen lassen", heißt es dazu aus dem Ministerium in München.

Sechs Impfzentren für die Polizei

Ab dem 2. März konnten sich die Beschäftigten der bayerischen Polizei im polizeieigenen Impfzentrum impfen lassen. Die Zweitimpfungen begannen dort ab 19. Mai. Unabhängig davon, gab es und gibt es wie bei allen Bürgern die Möglichkeit, sich über ein kommunales Impfzentrum oder niedergelassene Ärzte impfen zu lassen. Insgesamt haben sich nach Kenntnis des Innenministeriums von den mehr als 44.000 Beschäftigten der Polizei mehr als 31.600 impfen lassen.

Seit 22. November bieten sechs Impfstandorte der Polizei Auffrischungsimpfungen für Beschäftigte der Polizei an. Parallel dazu gebe es in Kooperation mit den Polizeiverbänden Impfungen in kommunalen Impfzentren. "Selbstverständlich steht es den Polizeibeschäftigen auch in den Fällen der Auffrischungsimpfung frei, sich bei niedergelassenen Ärzten impfen zu lassen", heißt es weiter. Den Angaben zufolge, haben bisher weit mehr als 6000 Beschäftigte eine Auffrischungsimpfung über kommunale Impfzentren und die polizeilichen Impfstandorte erhalten.

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