Weiden in der Oberpfalz
08.04.2026 - 16:31 Uhr
OnetzPlus

Luxusgemüse sorgt für Frühling auf dem Teller: Frischer Spargel aus Neubau bei Weiden

Die ersten grünen und weißen Spargelstangen sprießen auf den Feldern der Familie Brunner in Neubau bei Weiden. Ein Luxusgemüse aus der Region, das seine Liebhaber für ihre Geduld mit Frische und dem typischen Geschmack belohnt.

Nach der Ernte wird der Spargel gewaschen, sortiert und für den Verkauf vorbereitet. Auf dem Brunnerhof in Neubau bei Weiden ist die Ernte der Saison 2026 angelaufen. Bis Mitte Juni werden dort in Handarbeit rund 6 Tonnen Spargel gestochen. Symbolbild: Daniel Karmann/dpa
Nach der Ernte wird der Spargel gewaschen, sortiert und für den Verkauf vorbereitet. Auf dem Brunnerhof in Neubau bei Weiden ist die Ernte der Saison 2026 angelaufen. Bis Mitte Juni werden dort in Handarbeit rund 6 Tonnen Spargel gestochen.

Regen-, Schnee- und Graupelschauer bei einstelligen Temperaturen und Nachtfrösten – der Wintereinbruch im März versagte den Bauern vom Spargelhof Brunner in Neubau bei Weiden einen frühen Start in die Saison 2026. „Wenn ich ein Spargel wäre, würde ich mich auch nicht raustrauen“, scherzte Helga Brunner vor dem Osterwochenende im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. „Der grüne Spargel ist einmal erfroren.“ Auch der weiße Spargel war vor Ostern noch nicht erntereif, sodass Liebhaber des Gemüses an den Feiertagen auf die schmackhaften Stangen auf dem Teller verzichten mussten. „Der Saisonstart kommt einem nur so spät vor, weil Ostern in diesem Jahr so früh war, und viele möchten den Spargel eben gerne dann haben.“

Inzwischen sind die Bedingungen ideal für Spargel. Das mildere Wetter lässt die ersten Stangen auf den Feldern der Familie Brunner sprießen. "Momentan haben wir grünen und ein bisschen weißen Spargel. Wir stechen seit Ostermontag", sagt Helga Brunner ein paar Tage später. Bald dürfte auch der weiße nachziehen. "Der Spargel braucht ein bisschen Wasser und zwölf Grad unter der Erdoberfläche. Das schaffen wir mit der schwarzen Folienabdeckung auf den Feldern, die die Wärme speichert", erklärt Helga Brunner. Ohne diese "Verfrühungsmöglichkeit" klappe der Spargelanbau in der Oberpfalz nun mal nicht. Noch mehr Aufwand, etwa durch zusätzliche Folienlagen, kommt für sie und ihren Mann jedoch nicht infrage.

Preis bleibt stabil

„Das würde sich letztendlich auf den Preis des Spargels auswirken.“ Dieser werde zu Saisonbeginn kalkuliert und sei im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben. Grüner Spargel ist für 17 Euro je Kilogramm und weißer für 18 Euro zu haben. „Spargel ist ein Luxusgemüse, dessen sind sich diejenigen, die ihn gerne mögen, bewusst“, sagt Helga Brunner. Viele Kunden seien bereit, auf regionalen Spargel aus der Oberpfalz zu warten. Das schätze sie auch an den Abnehmern aus der Gastronomie: Selbst wenn Gäste gezielt nach Spargelgerichten fragen, bieten Wirte diese erst an, wenn die Stangen tatsächlich erntereif sind. Der Unterschied zu Ware aus dem Supermarkt oder gar aus der Konserve liegt ganz klar in der Frische und im Geschmack. Für das Aroma spiele aber auch die Bodenbeschaffenheit eine wichtige Rolle. Ein sandiger Boden sei, wie oft angenommen, kein Garant für guten Spargel. „Ist der Boden sehr sandig, wachsen die Stangen zwar schön gerade, haben aber wenig Geschmack“, erklärt Brunner.

Außer an die Gastronomie in der Region verkaufen die Brunners den Großteil der Spargelernte im eigenen Hofladen – meist an Stammkunden. "Ein Teil geht an ein paar Wiederverkäufer in Oberviechtach, Tirschenreuth und Waldsassen sowie auf den Wochenmarkt in Weiden", sagt Helga Brunner. Bis der Spargel jedoch im Verkauf landet, steckt viel Arbeit dahinter. Während der Saison wird täglich gestochen, oft schon in den frühen Morgenstunden. Danach folgt das Waschen, Sortieren und Vorbereiten für den Verkauf. Spargel ist eine Dauerkultur, wobei erst im dritten Anbaujahr mit der Ernte begonnen werden kann – auch heute noch ausschließlich per Hand. Damit die Pflanzen neue Kräfte sammeln, endet die Spargelsaison traditionell zu Johanni, am 24. Juni. "Wir werden die Saison voraussichtlich zwischen 10. und 15. Juni schließen. Bis dahin werden wir rund 6 Tonnen Spargel geerntet haben", sagt Helga Brunner.

Wertvolle Inhaltsstoffe

Zuvor können die schmackhaften Stangen aber erst einmal ausgiebig genossen werden. Spargel ist aufgrund seines hohen Wassergehalts, der extrem geringen Kalorienzahl und der dichten Nährstoffzusammensetzung sehr gesund, heißt es vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Er wirkt stark entwässernd, fördert die Verdauung, stärkt das Immunsystem durch Vitamine (C, E, Folsäure) und liefert wichtige Mineralstoffe wie Kalium, die den Blutdruck regulieren. Das Gemüse enthält auch Bitterstoffe. Je näher die Stange am Wurzelstock gestochen wird, desto intensiver ist meist der Bittergeschmack. Im Spargel stecken nicht nur viele wertvolle Inhaltsstoffe, das Gemüse ist auch nur sehr gering mit Rückständen belastet, so das BZfE.

Seinen typischen Geschmack hat der Spargel aufgrund schwefelhaltiger Stoffe. Vor allem die Asparaginsäure und Thiolverbindungen werden für den charakteristischen Spargelgeschmack verantwortlich gemacht. Wie ausgeprägt dieser ist, hängt von der Spargelsorte und von der Zubereitung ab. „Der Trend geht weg von klassischen Rezepten wie Spargel mit Sauce hollandaise und Schinken hin zu Spargel, in der Pfanne gebraten, sowohl dem grünen als auch dem weißen“, stellt Helga Brunner fest. Auch Ofengerichte mit Spargel seien beliebt. Sie selbst bevorzuge den Spargel als Salat oder mit ein wenig Olivenöl in der Pfanne gebraten und mit Pfeffer und Salz gewürzt. „Das ist eine wunderbare Beilage oder kann auch als Hauptmahlzeit mit einem Stück Bauernbrot gegessen werden“, schwärmt sie.

Wer auch nach der Saison nicht auf das schmackhafte Gemüse verzichten möchte, kann frischen Spargel während der Erntezeit geschält und portionsweise einfrieren und ihn so das ganze Jahr über genießen, ohne auf Konserven zurückgreifen zu müssen – und die Nährstoffe bleiben so am besten erhalten.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.