Weiden in der Oberpfalz
30.07.2018 - 12:43 Uhr

Mächtige Klangblöcke

Hanns-Friedrich Kaiser spielt Interpretationen des B-A-C-H-Motivs in der Michaelskirche.

Hanns-Friedrich Kaiser spielt B-A-C-H-Motive verschiedener Komponisten in der Michaelskirche. Kunz
Hanns-Friedrich Kaiser spielt B-A-C-H-Motive verschiedener Komponisten in der Michaelskirche.

(uz) Mit Virtuosität und Farbenreichtum, mächtig und schwelgerisch seine Umgebung ertastend, hat Kirchenmusikdirektor Hanns-Friedrich Kaiser in der Reihe "Kirchenmusik in der Michaelskirche" am Samstagabend das Orgelkonzert über Variationen des B-A-C-H-Motivs eröffnet. Wie kein anderes musikalisches Motiv der Musikgeschichte diente die Tonfolge vielen Komponisten immer wieder als kompositorische Keimzelle. Einer war zum Beispiel Franz Liszt, der Präludium und Fuge 1855 zur Einweihung der großen Ladegast-Orgel des Merseburger Doms komponiert hatte.

Mit Liszts Variante begann Kaiser das Konzert. Ihm gelang eine klare Umsetzung der von Liszt gebrochenen verminderten Septakkorden in mächtig aneinander gereihten Klangblöcken zu fantasieren. Es bot sich ein weites Feld chromatischer Harmoniefolgen. Die Kunst der Fuge werde gemeinhin als das letztes Werk Bachs angesehen. Diese Ansicht geht auf einen Eintrag von Carl Philipp Emanuel Bach im Autograph am Schluss des unvollendeten Contrapunctus XIV zurück, was Kaiser im Anschluss spielte. Ein Fragment aus der "Kunst der Fuge". Als Mitglied der "Correspondierenden Societät" hatte Bach, wie alle anderen Mitglieder auch, theoretische Arbeiten einzusenden. Das waren Pflichtbeiträge, die allen anderen Musikkollegen zur Verfügung gestellt wurden.

Das dritte Werk waren Robert Schumanns "Sechs Fugen über B-A-C-H, opus 60". Schumann verehrte Bach sehr. Deshalb sollte seine Fuge eine Komposition werden, an der er am längsten gefeilt hatte. Schumann wollte dem Namen Bach alle Ehre machen und experimentierte mit unterschiedlichsten Möglichkeiten, das B-A-C-H-Motiv in seine Themenbildung zu integrieren.

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