10.10.2021 - 13:48 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Wie Manuela Trenz aus Weiden den Zonk erfand

Der Zonk kehrt ins Fernsehen zurück. Im Herbst wird das Plüschtier wieder als Trostpreis bei der Spieleshow "Geh aufs Ganze" auf Sat.1 zu sehen sein. Dass es ihn gibt, dafür sorgte Manuela Trenz aus Weiden als Plüschtierdesignerin.

Manuela Trenz und der Zonk haben eine besondere Beziehung: Die Weidenerin hat das Design für den TV-Trostpreis entworfen. Wie hier am 30. September bei einem Besuch von Oberpfalz-Medien, erinnert sich Trenz gerne daran, wie die Geschichte der Plüschratte begann.
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Manuela Trenz aus Weiden ist 26 Jahre alt, als sie anfängt als Plüschtierdesignerin bei der Firma "Sigikid" in Furth im Wald zu arbeiten. Dass gleich ihr erstes Design für die Firma Kultstatus in der Fernsehgeschichte erreichen wird, ahnt sie damals nicht.

"Ich hatte mit Plüschtieren vorher nichts am Hut", sagt die heute 57-Jährige, die Modedesign studiert hat. Auf einer Spielwarenmesse in den 80ern kam es zu einer schicksalhaften Begegnung. Beim Stand von der Firma "Sigikid" kam sie mit dem Chef ins Gespräch.

Revolution in der Plüschtierszene

"Er fragte mich: 'Wie finden Sie diesen Leopard?' und ich wollte ehrlich sein und sagte, dass er mir nicht gefällt." Manuela Trenz ist kreativ, hat Ideen, wie das Plüschtier ansprechender aussehen könnte. Das gefiel offenbar auch dem Chef, Trenz bekommt eine Stelle bei der Firma, die Kuscheltiere und Spielzeug herstellt. Fünf Jahre wird sie bleiben.

"Ich habe mich schnell eingelebt, das war eine gute Zeit dort." Alle möglichen Plüschtiere in allen möglichen Größen designt Trenz in dieser Zeit – sogar ein Pferd mit Stockmaß 1,80 Meter. "Ich habe auch große Plüschtiere für Hotels oder Ausstellungen entworfen." Die Weidenerin legt bei ihrer Arbeit großen Wert auf Details, sichert sich sogar ein Patent für besondere Augenlider bei Plüschtieren. "Irgendwie habe ich die Plüschtier-Szene revolutioniert", sagt Trenz heute. Ihr erster Entwurf: Eine graue Ratte mit einer Katze in der Hand. "Das war das Ursprungsdesign vom Zonk", erklärt die 57-Jährige.

Neuauflage von "Geh aufs Ganze"

Der Zonk als Plüschtier wurde in den 1990er Jahren der heimliche Star der Spielshow "Geh aufs Ganze". Die Kandidaten der Sendung mussten sich für Tore entscheiden, hinter denen Geld- und Sachpreise warteten – oder eben nur ein Zonk als Trostpreis. Ein Plüschtier mit knallroten Armen und Beinen, einem grauen Bauch und einer unverkennbaren großen roten Schnauze. Jörg Draeger als Moderator versuchte dabei die Kandidaten immer wieder in Versuchung zu führen, das Tor zu wechseln. Die Show lief zwischen 1992 und 1997 auf Sat.1 und von 1999 bis 2003 bei Kabel Eins.

18 Jahre nach der letzten Folge der Gameshow, plant Sat.1 nun im Herbst 2021 eine Neuauflage. Natürlich wieder mit Jörg Draeger als Moderator, der mittlerweile 76 Jahre alt ist und zuletzt beim Format "Promi Big Brother" in Erscheinung trat. Wie Draeger in dem Format berichtete, wurde "Geh aufs Ganze" damals originalgetreu aus den USA übernommen. Inklusive recht schäbiger Trostpreise, wie einer ausgedienten Ampel oder etlichen Metern Jägerzaun. Doch dieser amerikanische Humor sei in Deutschland nicht gut angekommen. Retter in der Not wurde der Zonk als Trostpreis. Zu seiner Beziehung mit dem Zonk wird Jörg Draeger in einer aktuellen Pressemitteilung von Sat.1 zitiert: "Der Zonk und ich, das ist eine perfekte Symbiose zwischen Mensch und Fabelwesen. Wir sind eins, das ist es auch, was damals den Erfolg [...] ausgemacht hat."

Rote Ratte fürs Fernsehen

Manuela Trenz erinnert sich, dass jemand von Sat.1 im Ausstellungsraum von "Sigikid" nach einem passenden Maskottchen für die Show gesucht hatte. "Da waren bestimmt 4000 Mustertiere ausgestellt." Die Wahl fiel auf die graue Ratte mit der Katze in der Hand, die die Weidenerin entworfen hatte. Einen speziellen Anlass für den Entwurf habe es nicht gegeben, sagt Trenz.

"Das war eine Idee aus dem Bauch heraus." Fürs Fernsehen sollte Manuela Trenz die Ratte dann noch mit einem "plakativen rot" gestalten. Der Zonk war geboren. "Ich habe dann auch den 1,60 Meter Zonk für die großen Tore entworfen. Die konnte man auch kaufen. Nur die 29-Zentimeter-Version gab es original ausschließlich in der Spielshow als Trostpreis zu bekommen und nicht im Verkauf."

Keine Rechte am Zonk

Rechte hat Manuela Trenz heute keine am Zonk. Schon als der Zonk bekannter wurde, musste sie Abtretungserklärungen unterschreiben. Eine wirkliche Wahl hätte sie damals nicht gehabt, sagt sie. Auch Moderator Jörg Draeger getroffen oder eine Show von "Geh aufs Ganze" besucht, hat die 57-Jährige bis jetzt nicht. Einen Plüsch-Zonk hat sie aber natürlich noch daheim. Drei neue Folgen "Geh aufs Ganze" soll es noch im Herbst in der Prime-Time auf Sat.1 geben. Wann genau die Sendung ausgestrahlt wird, wollte der Sender auf Anfrage von Oberpfalz-Medien noch nicht bekanntgeben.

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Eine ganz besondere Beziehung haben auch "Geh aufs Ganze"-Moderator Jörg Draeger und der Zonk. 18 Jahre nach der letzten Folge werden sie im Herbst wieder gemeinsam auf Sat.1 zu sehen sein.
Hintergrund:

"Geh aufs Ganze"

  • Deutsche Adaption der US-amerikanischen Fernseh-Gameshow "Let’s Make a Deal".
  • Lief von 1992 bis 1997 auf Sat.1 und von 1999 bis 2003 bei Kabel eins. Neuauflage im Herbst 2021 geplant.
  • Moderator damals wie heute ist Jörg Draeger (76).
  • Kandidaten entscheiden sich für Tore, hinter denen Geld- oder Sachpreise warten oder als Trostpreis der Zonk.
  • Der Zonk ist ein Plüschtier mit roter Schnauze, roten Armen und Beinen sowie einem grauen Bauch.
  • Die Fragestellung, ob ein gewähltes Tor gewechselt werden sollte, ähnelt dem sogenannten "Ziegenproblem" - einer Aufgabe zur Wahrscheinlichkeitstheorie.

"Ich hatte mit Plüschtieren vorher nichts am Hut."

Manuela Trenz aus Weiden, die den Zonk entworfen hat

 

 

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