13.06.2019 - 15:18 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Marina Schicker - Bierkönigin der Herzen

Für die Krone reichte es zwar nicht ganz, aber einen Platz auf dem Treppchen konnte sich Marina Schicker sichern. Bei der Wahl zur Bayerischen Bierkönigin landete die Oberpfälzerin aus Hundsbach auf dem dritten Platz.

Nicht nur lecker sondern ein echtes Power-Getränk. Und damit kennt sich Marina Schicker - Drittplatzierte bei der Wahl zur Bayerischen Bierkönigin - richtig gut aus.
von Autor EWAProfil

„Enttäuscht bin ich nicht“, sagt sie. „Mein persönliches Ziel war es, unter die ersten Drei zu kommen, das habe ich geschafft. Und ich habe ganz viel dazugelernt …“ Nun ist die Lebensmittelingenieurin und Vertretung des Braumeisters der Frieden- felser Schlossbrauerei zurück an ihrem Arbeitsplatz – und sorgt tagtäglich wieder dafür, dass das Bier auch so schmeckt, wie es schmecken soll. Es ist kurz nach 6 Uhr morgens, Marinas Arbeitstag hat bereits begonnen. Bei einem Rundgang durch die Brauerei kontrolliert sie unter anderem die Temperatur der Gärtanks und der Weizenboxen, schaut in der Abfüllerei, dass alles läuft, und bespricht mit Braumeister Christian Mitterbauer Bestellungen und Bestand. „Wenn der Christian da ist, dann verbringe ich den Großteil meines Arbeitstages im Labor“, erklärt die Lebensmittelingenieurin.

Ein Getränk, das für viele Bayern ein absolutes Muss ist: das Bier.

„Meine Aufgabe hier ist vorwiegend die Qualitätssicherung.“ Das heißt: Marina prüft unter anderem nicht nur, ob die Biere den angegebenen Alkoholgehalt und die richtige Farbe haben, sondern auch, ob sie so schmecken, wie sie schmecken sollen. „Natürlich gehört das Verkosten zu meinem Job“, sagt sie und lacht. „Aber da wird ja nur genippt. Ansonsten gilt natürlich auch hier in der Brauerei das übliche Alkohol- verbot am Arbeitsplatz.“ Nach Feierabend trinkt Marina jedoch gerne mal ein ganzes Bier. „Weizen mag ich am liebsten“, sagt sie, während sie die Farbe eines solchen mit den Farbtönen in ihrer Palette vergleicht. „Das geht eigentlich immer und zu jedem Essen. Aber ab und zu trinke ich auch mal ein Helles oder ein Steinwaldzoigl.“ Dass sie ihre Leidenschaft für Bier auch mal zum Beruf machen würde, das stand für Marina lange nicht fest.

Praxissemester in Brauerei

Während ihres Lebensmitteltechnologiestudiums in Weihenstephan entschied sie sich jedoch, ein Praxissemester in einer Brauerei zu machen, kam zur Friedenfelser Schlossbrauerei – und blieb auch nach ihrem Bachelor. Im Moment absolviert Marina berufsbegleitend ihr Masterstudium. „Es hat alles Vor- und Nachteile“, sagt sie und lacht wieder. „Wenn ich wirklich Bierkönigin geworden wäre, dann hätte das richtig viel Stress und Termine bedeutet. Das ist mir eigentlich erst so richtig an dem Abend der Wahl im Löwenbräukeller klar geworden.“ Mit dem dritten Platz ist Marina in ihrer Heimat jetzt Bierkönigin der Herzen – und hat noch genügend Zeit für ihren Job und ihr Studium. „Die letzten Monate waren eine super aufregende Zeit“, sagt sie. „Ich habe auch viel Neues dazugelernt, beispielsweise was das Verkosten von Bier angeht. Zum Beispiel war mir neu, wie hervorragend ein Bock zu einem süßen Dessert schmeckt.

Zweite Wahl keine Option

Und einfach jeder hier stand hinter mir, das war richtig toll. Es ist echt Wahnsinn, wie schnell man sich einen Namen machen kann …“ Inzwischen wird Marina auch mal beim Einkaufen erkannt, aber damit hat die 25-Jährige überhaupt kein Problem. „Ich komme ja vom Dorf, da kennt jeder jeden. Ich bin es also gewohnt.“ Ein weiteres Mal zur Wahl anzutreten ist für Marina jedoch keine Option. „Diese Erfahrung macht man einmal – und das passt dann auch.“ Da liebäugelt die Vertretung des Braumeisters schon eher mit einer Zusatzausbildung zur Biersommelière. Aber erst einmal geht es weiter mit der heu- tigen Qualitätskontrolle. Schließlich sollen die Kunden der Friedenfelser Schlossbrauerei auch weiterhin so richtig zufrieden sein. So wie Marina es im Moment auch ist. Jetzt freut sie sich schon auf ihr wohlverdientes Feierabendbier. Natürlich ein Friedenfelser Hefeweizen hell, mit dem die Schlossbrauerei sich vor einigen Jahren beim „World Beer Cup“ den Weltmeistertitel sichern konnte.

Das große Bier-ABC:

Alt: Eine zumeist dunkle obergärige Biersorte, die vor allem am Niederrhein und in Westfalen verbreitet ist.

Bock: Starkbier mit einem Stammwürzegehalt über 16 Prozent und einem Alkoholgehalt über 6 Prozent, es gibt helle und dunkle Sorten.

Craftbier: Bier, das handwerklich von einer unabhängigen Brauerei gebraut wird.

Dunkles: Untergäriges, braunes Bier, das vorwiegend in Bayern getrunken wird.

Export: Untergäriges Vollbier, es kann hell oder dunkel sein.

Helles: Eine untergärige, hellgelbe und schwach gehopfte Biersorte.

Lager: Unter diesem Begriff werden verschiedene Biersorten vertrieben, die den Stammwürzegehalt eines Vollbieres haben, jedoch schwächer gehopft sind als ein Pils.

Pils: Ein untergäriges Bier mit erhöhtem Hopfengehalt und -aroma, benannt nach der böhmischen Stadt Pilsen.

Weizen: Obergäriges Bier, das mit Weizenmalz gebraut wird. Die naturtrübe Färbung entsteht meist durch die natürlichen Schwebstoffe in der Hefe.

Zoigl: Untergäriges Bier, das nach althergebrachter Weise gebraut wird und vor allem in der Oberpfalz verbreitet ist.

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