05.03.2021 - 18:24 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Maske oder nicht? Es braucht Corona-Debatten auch in Kommunen

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Muss die Lokalpolitik nach einem Jahr Corona über Maskenpflicht diskutieren? Absolut, denn das schafft Nähe - ein Kommentar von Stefan Zaruba.

Die einen fordern striktere Maskennutzung, die anderen wollen die Maskenpflicht zurückschneiden. Eine Debatte die geführt werden muss, findet unser Autor.
von Stefan Zaruba Kontakt Profil
Kommentar

Ein Jahr Corona, und die Menschheit hat so viel mehr über dieses Virus gelernt als bei anderen Krankheiten in Jahrzehnten. Mutationen lassen sich unterscheiden, es gibt Impfungen und Schnelltests. Eigentlich sind wir über das Stadium des lehrsamen Liedchen-Trällerns beim Händewaschen hinaus, nicht nur, weil „Happy birthday“ zum Jahrestag gar unpassend erscheint.

Was aber kaum anders als in frühen Zeiten der Pandemie geworden ist, sind die Diskussionen über den Umgang mit dem Erreger. Lockerungen, Testbescheinigungen, Impfvorzüge – die Schlagworte für Runden im Kanzleramt, Talkshows und – gäbe es sie – bestimmt auch Stammtische.

Selbst eine Stadtratssitzung rückt plötzlich ins Licht der Pandemie, auch weil die Sichtweisen aufeinanderprallen. Die CSU pocht auf striktere Maskenpflicht im Sitzungssaal und angesichts der hohen Infektionszahlen generell auf mehr Schutz in der Region. Die Ausschussgemeinschaft Demokratisch Ökologisch Weiden hingegen will die Maskenpflicht im Zuständigkeitsbereich der Stadt abschaffen. Braucht’s die Debatte? Absolut.

Es braucht diese Auseinandersetzung in der Kommunalpolitik. Das Virus grassiert auch und gerade hier vor unserer Haustür. Wo sonst in der Republik stehen die Chancen auf ein rasches Verschwinden des Albtraums noch schlechter?

Es geht um die Lebenswirklichkeit der Menschen vor Ort. Da kann eine Diskussion im Lokalen ein wichtiges Signal aussenden: Es sind nicht nur „die da oben“, die über unser Wohl befinden. Und: Hinter einer Einschränkung wie der Maskenpflicht stehen auch Frauen und Männer aus der Nachbarschaft – und sie ist kein Werk dunkler Mächte, die uns allen angeblich einen Maulkorb verpassen wollen.

Es geht um die Lebenswirklichkeit der Menschen vor Ort.

Stefan Zaruba, Redakteur

Stefan Zaruba, Redakteur

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