06.08.2020 - 10:27 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Matinee: Verbrannte Bücher werden lebendig

Ursprünglich sollte die Veranstaltung am Jahrestag der NS-Bücherverbrennung am 10. Mai stattfinden. Jetzt kann sie nachgeholt werden. Bernhard Setzwein liest Texte von Autoren, deren Bücher 1933 verbrannt wurden.

Die Matinee "Autoren verbrannter Bücher" am 23. August stellen vor (von links) Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger, Regionalbibliotheksleiterin Sabine Guhl, Bürgermeister Lothar Höher, Pädagogische VHS-Leiterin Susanne Kriesche und VHS-Geschäftsführer Stefan Frischholz.
von Siegfried BühnerProfil

„Die Bücherverbrennung war das Fanal, mit dem das Nazi-Regime eingeleitet wurde“ erklärte Bürgermeister Lothar Höher bei der Vorstellung der am Sonntag, 23. August, um 11 Uhr stattfindenden Matinee „Autoren verbrannter Bücher“. Im Innenhof der Regionalbibliothek wird der bekannte Oberpfälzer Schriftsteller Bernhard Setzwein Texte von Schriftstellern vorlesen, deren Bücher am 10. Mai 1933 deutschlandweit auf zahlreichen Scheiterhaufen der Nationalsozialisten verbrannt wurden. Die lange Reihe der Namen dieser weltweit bekannten Autoren, deren Bücher vernichtet wurden, reichen von Ernst Bloch und Bertold Brecht bis hin zu Arnold und Stefan Zweig.

Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger gab die Anregung zu dieser Veranstaltung. Zusammen mit der Regionalbibliothek Weiden und der VHS Weiden-Neustadt lädt der Abgeordnete dazu ein. Schirmherr ist Staatsminister a. D. Ludwig Spaenle.

„Die Bücherverbrennung war ein erster Schritt der Nationalsozialisten zur Gleichmachung in der Gesellschaft“ sagte Oetzinger. Sie sei gezielt auf die Gesinnung der Menschen ausgerichtet gewesen. Und er sieht in dieser Veranstaltung einen Schritt wieder in „Richtung Normalität des Kulturlebens“. Regionalbibliotheksleiterin Sabine Guhl erinnerte an das Zitat von Bert Brecht „Ein verjagter Dichter, einer der besten“.

Einzelheiten zur Veranstaltung erläuterten VHS-Geschäftsführer Stefan Frischholz zusammen mit Susanne Kriesche, Pädagogische Leiterin der VHS. Die Matinee erfolgt im Rahmen der Kooperationsvereinbarung zwischen der VHS Weiden und der Regionalbibliothek. Betont wurde, dass Bibliotheken ebenso wie Volkshochschulen Orte des Wissens und des Lernens seien. Zitiert wurde auch eine Erklärung des Bayrischen Volkshochschulverbandes, wonach mit solchen Veranstaltungen „die wirkende Kraft der Bildung im Immunsystem der Demokratie gestärkt wird“. Passend zum Thema sollen bei der Matinee gebackene Einzelbuchstaben aus der VHS-Hutza-Backstube verteilt werden.

Ausführlich vorgestellt wird dabei die ab Oktober geplante VHS-Schreibwerkstatt, geleitet von Dozentin Susanne Kempf. Das Motto der Schreibwerkstatt „Wer schreibt der bleibt“ soll ebenfalls Bezug zu den Schriftstellern nehmen, die trotz Verfolgung durch die Nationalsozialisten in Deutschland geblieben sind. Teilnehmer der bei der Matinee vorgestellten Schreibwerkstatt werden an mehreren Abenden schrittweise mit Einzelthemen rund um das Verfassen eigener Schriften vertraut gemacht. Für die musikalische Begleitung der Matinee sorgt Bertl Wenzl am Saxophon.

Eintrittskarten können ab sofort auch im Vorverkauf in der Regionalbibliothek erworben werden. Bei schlechter Witterung findet die Veranstaltung in den Räumen der Regionalbibliothek statt.

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