11.08.2020 - 17:57 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Mauser zögert Haftstrafe auch in Österreich hinaus

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Der wegen sexueller Nötigung verurteilte Siegfried Mauser sitzt immer noch nicht in Haft. Nun zögert der Musikprofessor, der im Beirat der Max-Reger-Tage in Weiden saß, seine mehrjährige Gefängnisstrafe auch in Österreich hinaus.

Der ehemalige Präsident der Musikhochschule München, Siegfried Mauser, sitzt im Gerichtssaal.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Eigentlich müsste Siegfried Mauser seit Januar hinter Gittern sitzen. Doch der Musikprofessor drückt sich bisher erfolgreich. Mauser, der vom Landgericht München wegen sexueller Nötigung in mehreren Fällen zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt wurde, wehrt sich nun in Österreich mit allen erdenklichen juristischen Mitteln vor einem Gefängnisaufenthalt.

Mauser, der viele Jahre im wissenschaftlichen Beirat der Max-Reger-Tage in Weiden saß und etliche Konzerte in der Oberpfalz gegeben hat, ist im Oktober 2019 rechtskräftig verurteilt worden. Im Januar hätte der gebürtige Straubinger in der Justizvollzugsanstalt Landsberg vorstellig werden sollen - doch er floh nach Österreich. In Salzburg soll der 65-Jährige seinen Erstwohnsitz haben. Dort war er Rektor des Mozarteums. Außerdem war Mauser Präsident der Hochschule für Musik und Theater in München und Direktor der Abteilung Musik der bayerischen Akademie der Schönen Künste. Doch auch im Nachbarland drückt sich Mauser weiter vor der Haft.

Mauser will Strafe in Österreich vollstrecken lassen

"Professor Mauser hat Anfang des Jahres bei der Staatsanwaltschaft München I einen Antrag auf Übertragung der Strafvollstreckung nach Österreich gestellt. Als deutscher und österreichischer Staatsangehöriger ist es ihm grundsätzlich möglich, seine Haftstrafe auch in Österreich zu verbüßen", teilt Alexandra Zahn von der Staatsanwaltschaft München I mit. Unabhängig davon habe auch die Staatsanwaltschaft die Übernahme der Strafvollstreckung bei den österreichischen Behörden beantragt, ergänzt die Staatsanwältin. Eine Auslieferung nach Deutschland erfolge aufgrund Mausers doppelter Staatsangehörigkeit nicht. Die deutschen Behörden stellen jedoch sicher, dass eine Strafvollstreckung vollzogen wird, meint Zahn.

Mauser verzögert seinen Haftantritt in Landsberg - die Vorgeschichte

Weiden in der Oberpfalz

Gericht fordert Gutachten zu Mausers Gesundheit

Nun hätte sich Mauser bis Ende Juli ins Gefängnis Puch-Urstein südlich von Salzburg begeben sollen. Am 22. Juli hat er einen Antrag auf Strafaufschub am Landgericht Salzburg eingereicht: "Er sei haftunfähig aus gesundheitlichen Gründen", fasst Peter Egger, Sprecher des Landgerichts, den Antrag zusammen. Das Landesgericht Salzburg habe daraufhin umgehend einen Sachverständigen bestellt und diesen mit der Erstellung eines Gutachtens zur Frage der Haftfähigkeit beauftragt. Frist: zwei Monate. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung leide der Verurteilte an Herzproblemen.

In Österreich ist es nach dem Strafvollzugsgesetz möglich, "wegen Krankheit oder Verletzung, wegen Invalidität oder eines sonstigen körperlichen oder geistigen Schwächezustands ... , die Einleitung des Strafvollzuges so lange aufzuschieben, bis der Zustand aufgehört hat", zitiert Richter Egger.

"Der Versuch, sich der Strafvollstreckung zu entziehen oder diese zumindest zu verzögern, ist nicht ungewöhnlich", sagt die Münchener Staatsanwältin Zahn. In wie vielen Fällen dies vorkomme, erhebt die Staatsanwaltschaft nicht.

Mausers Freunde beschönigen dessen Taten - etwa in einer Festschrift

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