02.04.2019 - 17:57 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Mehr Medizin auf dem Land

Immer weniger Arztpraxen gibt es in den kleineren Gemeinden. Abhilfe schaffen will ein neues Kompetenzzentrum an der OTH in Weiden.

Veranstalter, Referenten, Workshopleiter und Ehrengäste treffen sich zur Auftaktveranstaltung für das neue Medical-Valley-Center Weiden.
von Siegfried BühnerProfil

Ab sofort gibt es an der OTH in Weiden ein Medical-Valley-Center mit dem Forschungsschwerpunkt Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. Es ist neben Erlangen, Forchheim und Bamberg jetzt das vierte Forschungszentrum dieser Art in der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN).

Landrat Andreas Meier sprach von einem „freudigen Tag und vom Erreichen eines Zwischenziels“. Schließlich sei der Bereich Medizintechnik an der OTH Teil der Gesundheitsregion plus in der nördlichen Oberpfalz. „Gesundheitsversorgung ist ein wesentlicher Standortfaktor im ländlichen Raum und in Anbetracht der dünnen Besiedlung ist es schwierig, diese Versorgung aufrecht zu erhalten“, stellte der Landrat fest.

Zur Feierstunde waren auch Landrat Wolfgang Lippert aus Tirschenreuth und Bürgermeister Jens Meyer gekommen. Ihre Regionen gehören ebenfalls zur Gesundheitsregion plus. „Wir haben einen exzellenten Partner gefunden“, sagte Jörg Trinkwalter, Mitglied der Geschäftsführung Medical Valley der EMN. Für Trinkwalter sei diese neue Einrichtung „von gesellschaftlicher Bedeutung“, denn sie solle unter anderem „integrierte medizinische Versorgungsprojekte“ im ländlichen Raum anstoßen.

Vier Aktivitätsfelder nannte Trinkwalter: Aus- und Weiterbildung, Wissenschaftsvernetzung und Akquisition von Fördergeldern, Unterstützung von Gründern und Umsetzung von Innovationen. Um zum Medical-Valley-Center zu werden, wurden in den vergangenen Jahren mehrere neue und zusätzliche Professorenstellen, unter anderem für digitale Prozessketten in der Medizin, eingerichtet.

Mit dem „Physician Assistance – Arztassistenz“ und dem „Digital Healthcare Management“ sollen neue Studiengänge, vorbehaltlich ihrer endgültigen Genehmigung, ab dem nächsten Wintersemester angeboten werden. Beide Studiengänge werden bundesweit erstmalig angeboten. Ausgebaut werden soll auch das Weiterbildungsangebot und das berufsbegleitende Studienangebot im medizintechnischen Bereich.

OTH-Professor Steffen Hamm, der gleichzeitig Geschäftsführer der Gesundheitsregion plus ist, stellte die Schwerpunkte der Arbeit des neuen Forschungszentrums vor. Vernetzung und digitale Lösungen in Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation sollen beitragen, die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum zu garantieren. Vor allem digitale Lösungen hält Hamm für „essentiell“. Dabei werden der Medizintechnik-Campus der OTH eng mit den anderen Beteiligten im Medical Valley zusammenarbeiten. Die Gesamtleitung des neuen Zentrums hat Dekan Professor Clemens Bulitta. Dieser sieht die neue Einrichtung auch eng verbunden mit der Gesundheitswirtschaft.

OTH-Präsidentin Andrea Klug sprach von einer Erfolgsgeschichte, die „die Sichtbarkeit des Campus Weiden zusätzlich hervorhebt“. Und sie sei eine Anerkennung der Arbeit an der OTH in Weiden und der erfolgreichen Kooperation mit den kommunalen Gebietskörperschaften. In Workshops wurden am Nachmittag Vorschläge zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung erarbeitet. Sie sollen am Wissenschaftstag der Metropolregion in Weiden am 19. Juli vorgestellt werden.

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