Über der Bühne gedimmtes Licht, die Combo vor den typischen „Sünde“-Beleuchtungsschirmen: So wuchs im Halbdunkel die Spannung. Als die ersten Musiker ihre Plätze einnahmen und die Bläser zum Auftakt ansetzten, war die besondere Atmosphäre sofort greifbar. Musik und Raum bildeten eine Einheit.
Die Metro-Big-Band ist seit fast 65 Jahren Teil des kulturellen Lebens in Weiden. Entstanden ist sie Anfang der 1960er Jahre als Metroband. Vor allem in den 1960er- und 1970er-Jahren prägte die Formation um den Gitarristen Werner Haschberger und den Schlagzeuger Karlheinz Bäumler das gesellschaftliche Leben der Stadt. Bei Faschingsbällen im damaligen Evangelischen Vereinshaus, im Josefshaus und auf zahlreichen Tanzveranstaltungen in der Region war die Band eine feste Größe. Wer damals ausging, tanzte häufig zur Metroband. Schon in jener Zeit war die Bläserfraktion ihr klangliches Markenzeichen.
Aus Tanzband wird Bigband
Vor gut zwei Jahrzehnten begann ein neues Kapitel. Aus der Tanz-Combo wurde eine Bigband mit erweitertem musikalischem Anspruch. Das neue Modell setzt bewusst auf Konzertcharakter. Swing bildete fortan das Fundament, dazu gesellten sich Jazz, Latin und Funk. Die Musiker pflegten damit ihre Tradition, ohne stehenzubleiben. Das war am Freitagabend deutlich zu hören.
Unter der Leitung von Roland Riedlbauer entfaltete das Ensemble einen satten, geschlossenen Big-Band-Sound. Eröffnet wurde das Programm mit dem posaunenbetonten „The Healer“ von John Lee Hooker. Es folgten „Hay Burner“, „Blue Moon“ und „On the Sunny Side of the Street“. Die Band spielte ausdrucksstark, präzise und mit spürbarer Spielfreude. Mal trocken-knallig, dann wieder butterweich und elegant.
Zwei Gäste auf der Bühne
Besondere Akzente setzten zwei Gäste. Sängerin Ines Stumböck verlieh dem Abend mit ihrer warmen, stimmgewaltigen Stimme besondere Farbe. Sie überzeugte mit stilistischer Sicherheit, Präsenz und Charme. Mit Spannung erwartet wurde der russische Jazztrompeter Andrej Lobanov. Der international renommierte Musiker brachte technische Brillanz, musikalische Tiefe und temperamentvolle Improvisationen ein. Immer wieder setzte er markante Signale und gab dem Konzert zusätzliche Dynamik.
Das Publikum ließ die Musiker nicht ohne Zugaben ziehen. Langer Applaus und stehende Ovationen waren der verdiente Schlussakkord eines Abends, der eindrucksvoll bewies: Big-Band-Musik hat in Weiden nicht nur Geschichte. Sie hat Gegenwart.













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