07.04.2021 - 16:44 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Modellregion Weiden: Was sagen die Weidener zur Vertagung der Entscheidung?

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Die Entscheidung, ob Weiden Corona-Modellregion wird, sollte eigentlich am Mittwoch fallen. Doch nun ist sie vertagt. Wir haben uns unter Passanten in Weiden umgehört, was sie davon halten.

Die Weidener Fußgängerzone füllt sich langsam wieder.
von Helmut KunzProfil

Erst in zwei Wochen wissen die Weidener, ob sie Modellregion werden. Das hat die Staatsregierung am Mittwoch bekannt gegeben. Doch wie finden die Bürger die Nicht-Entscheidung? Wir haben sie befragt.

Bernd Mende

Bernd Mende.

„Ich bin froh, dass Weiden wenigstens momentan nicht als Modellregion ausgewiesen wurde“, sagt Bernd Mende. „Ich halte nichts davon, dass jetzt alle aufmachen dürfen, auch wenn getestet wird. Jeder Mediziner warnt doch davor, dass die Zahlen dann hochschnellen werden. Ich denke da nur an die Mutationen. Bevor nicht mehr Leute geimpft sind, wäre das eine schlechte Lösung.“ Handel und Gastronomie brauchten planbare Perspektiven. „Aber dann richtig oder gar nicht." Jammern sei nicht. Die Bevölkerung halte den Lockdown noch lange aus. "Uns geht's gut in Deutschland. Wir haben eine gute Kranken- und Sozialversorgung, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern."

Elisabeth Prögel

Elisabeth Prögel.

„Ich bin nicht enttäuscht über die heutige Entscheidung. Die lässt mich kalt“, berichtet Elisabeth Prögel. „Ich finde, Weiden als Modellregion wäre zwar schön gewesen. Aber ich glaube auch, dass sich die Leute einfach noch zurückhalten sollten. Jetzt noch eine Zeitlang Ruhe bewahren halte ich für notwendig. Langsam weiterleben, vorsichtig sein." Handel und Gastronomie hätten während der Pandemie einige Ideen gezeigt und Neues ausprobiert. „Aber vielleicht hat sich die Bevölkerung einfach nur dumm angestellt. Wir müssen eben solange durchhalten, bis das Virus verschwunden ist."

Andrea Schild-Janker

Andrea Schild-Janker.

"Es ist halt eine total ungewissen Zeit", betont Andrea Schild-Janker. "Man kann sich auf keinen Entscheidungspunkt mehr verlassen. Das ist ein Leben von heute auf morgen. Jetzt schauen wir mal, wie die nächsten vierzehn Tage ablaufen. Wir haben ja in Weiden momentan eine Inzidenz von unter hundert. Viele dürfen mit Termin dann öffnen. Und damit werden wir uns jetzt behelfen müssen." Handel und Wirte brauchten Perspektiven. "In diesen Bereichen hat sich in einem Jahr mehr getan, als sonst innerhalb von zehn Jahren, wenn man sich die Entwicklung anschaut. Es kommt noch viel Arbeit auf alle zu. Bei vielen Menschen liegen die Nerven blank. Aber es hilft einfach nichts. Corona existiert."

Josef Bauer

Josef Bauer.

"Wenn ich durch die Straßen gehe und kein Geschäft mehr da sein wird, wird das für die älteren Leute besonders schlimm und für die Jungen bestimmt nicht minder", erklärt Josef Bauer, der langfristig Abwanderungen befürchtet, wenn sich die Situation nicht bald ändert. "Ich sehe keine Perspektive mehr. Es wird schwer werden, Geschäfte, die jetzt schließen müssen, wieder neu zu eröffnen." Was sein müsse, müsse zwar sein. Aber er hätte es schon lieber gesehen, wenn die Entscheidung in München für eine Modellregion Weiden ausgefallen und nicht verschoben worden wäre. "Wenn das so weitergeht, wird es in Weiden noch sehr einsam werden. Ist schon schlimm das Ganze."

Carolin Ertl

Carolin Ertl.

"Ich bin enttäuscht", klagt Carolin Ertl. "Es ist ja alles rückläufig. Man sieht einfach kein Ende und ist frustriert. Ich sogar sehr." Definitiv brauche der Einzelhandel Ausblicke. "Die Geschäfte krebsen ja nur noch am Existenzminimum. Mir tun die Händler und Wirte unendlich leid. Ich bin eine der Glücklichen, die durcharbeiten dürfen. Schon mit Mehrbelastung. Aber ginge es mir genauso, wäre das Wahnsinn." Dass die Entscheidung über die Modellregion vertagt wurde, verursache nur ein Kopfschütteln "Im Aufschieben sind sie gut. Man lebt von einer Aufschieberei zur anderen. Die Frustration ist groß, man merkt das an jedem Einzelnen. Es ist traurig."

Maria Zintl

Maria Zintl.

"Die Geschäfte sollten aufmachen dürfen. Das wäre wichtig und richtig", glaubt Maria Zintl. "Vor allem bei uns in der Grenzregion und zwar zu einer bestimmten Zeit. Wir gehen oft in der Stadt spazieren und können nirgends rein, weil einfach alles geschlossen ist. Wir müssen uns was von zuhause mitnehmen, müssen uns hier auf eine Bank hersetzen und können nichts als schauen. Da hätten wir heute schon gehofft, dass vom Bayerischen Kabinett diesbezüglich eine richtige Entscheidung gekommen wäre. Aber die ist halt nicht gekommen." Der Handel sollte unbedingt Umsätze machen dürfen, sonst werde die Stadt leer. "Und auch die Bevölkerung hält den Lockdown nicht mehr lange aus."

Noch kurz vor der Vertagung am Mittwoch waren die Hoffnungen groß

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