„Das nehm ich mit“, beschloss ein Bieter beim Anblick eines orangefarbenen Fahrrads. „Wer bietet zwei Euro?“, fragt Versteigerer Thomas Plößl in die Runde. „10!“, ruft der Interessierte nach vorne. Doch die Rechnung hat er ohne die anderen Besucher der Versteigerung gemacht. Schnell geht der Preis hoch bis 50 Euro, ein Betrag, der dem Bieter doch zu hoch ist. Das sportliche Modell geht an einen anderen Steigerer.
Rund 70 Fahrradsuchende nahmen an der Versteigerung der Fahrräder aus dem Fundbüro teil. Ihnen gegenüber standen 53 Räder, die zwischen September 2017 und September 2018 im Fundamt gelandet waren und nicht mehr abgeholt wurden. Marcus Hayo vom Fundamt kann sich noch erinnern, dass einmal bei der Fundräderversteigerung ein Exemplar für ganze 400 Euro den Besitzer wechselte. Das sei aber schon eine Ausnahme. Der Erlös komme immer sozialen Zwecken zugute.
Bei den 53 angebotenen Fahrrädern war so gut wie alles dabei, Modell „Oma“ in Zartrosa und mit Körbchen auf dem Gepäckträger oder sportlicher Varianten. Trotzdem war ein Bieter noch unschlüssig, als er durch die Reihe der Räder schlendert und alle genau inspizierte. „Ich bin auf der Suche nach einem Mountainbike, weil meine Frau immer meines benutzt“, schilderte er. Auch das habe er schon auf einer Fahrradversteigerung ergattert.
Für die meisten Räder fiel der Hammer bei Beträgen zwischen 20 und 60 Euro. Das ein oder andere ältere Modell entpuppte sich als echtes Schnäppchen für fünf oder sogar den Startbetrag von zwei Euro. Kurioses gab es auch: Für ein knallpinkes Fahrrad im Retro-Stil lautete das erste Gebot 100 Euro – den Zuschlag erhielt ein Bieter bei 101 Euro.
Insgesamt kamen bei der Versteigerung 1406 Euro zusammen. Ein gutes Ergebnis, urteilten die Mitarbeiter des Fundbüros. Wohin das Geld fließt, wird noch entschieden.














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