Am Vorabend des Internationalen Frauentags fand in Weiden erstmals eine Nachttanzdemo statt. Rund 60 Teilnehmerinnen, überwiegend junge Frauen und Flinta-Personen, versammelten sich am Samstagabend am Jugendzentrum, um gemeinsam durch die Innenstadt zu ziehen. Organisiert wurde die Demonstration vom neu gegründeten Flinta-Bündnis Weiden.
Flinta steht für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, trans und agender Personen. Gegen 19 Uhr setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Begleitet von einem Lautsprecherwagen mit rhythmischer Musik führte die Route vom JUZ durch die Innenstadt. Immer wieder wurde auf der Strecke getanzt, geklatscht und gerufen. Auch Passanten schlossen sich an. Die Stimmung war trotz der ernsten Themen lebendig und solidarisch.
An einigen Stationen hielten Teilnehmerinnen kurze Redebeiträge. Dabei ging es um alltägliche Diskriminierung, um Erfahrungen von Frauen und Flinta-Personen im öffentlichen Raum sowie um bestehende Benachteiligungen in Beruf, Gesellschaft und Politik. Insgesamt sieben Beiträge waren angekündigt.
Am Oberen Markt erinnerten Demonstrierende außerdem an einen Vorfall, der in Weiden für Aufsehen gesorgt hatte: Ein Wirt einer nahegelegenen Bar hatte Frauen auf der Damentoilette unerlaubt gefilmt. Zwar wurde der Mann später verurteilt und erhielt eine Bewährungsstrafe, dennoch darf er sein Lokal weiterhin betreiben. Die Forderung an die zuständigen Behörden, diese Erlaubnis noch einmal zu überprüfen, wurde von den Teilnehmenden lautstark unterstützt.
Ziel der Nachttanzdemo war die Konrad-Adenauer-Anlage. Dort erreichte die Veranstaltung ihren musikalischen Höhepunkt. Eine Weidener Künstlerin rappte eigene Songs und sorgte noch einmal für Bewegung und Applaus im Park. Der Feministische Kampftag am 8. März steht weltweit für Gleichberechtigung und gesellschaftliche Teilhabe.
Mit der ersten Weidener Nachttanzdemo wollten die Veranstalter ein sichtbares Zeichen gegen Sexismus, Diskriminierung und rechte Ideologien setzen. Unterstützt wurde die Aktion unter anderem von lokalen Initiativen wie den Omas gegen Rechts, Schülis gegen Rechts, dem Linkswerk Weiden, der Linksjugend Solid Amberg sowie dem Oberpfälzer Bündnis für Toleranz und Menschenrechte Weiden–Neustadt.













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