27.08.2020 - 14:49 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Natur Pur" rund um Weiden: Sonnentau in der Mooslohe

Die Mooslohe hat sich verändert: früher nass, mit viel Torf und wenig Wald. Heute ist die Mooslohe fast vollständig mit Kiefer und Birke bestockt, geprägt von Wassermangel und Schatten. Die Auswirkungen erklärt LBV-Mann Wolfgang Winter.

Der Sonnentau mit Blüte.
von Redaktion ONETZProfil

Von Wolfgang Winter

Im Jahr 1934 veröffentlichte der „Oberpfälzer Waldverein“ eine Schrift von Paul Schmidt mit dem Titel „Die hauptsächlichsten Moor-, Sumpf- und Wasserpflanzen von Weiden und Umgebung“. Daher wissen wir, dass es in feuchten Wiesen am Fischerberg und in der Weiding sowie in der Mooslohe ausgedehnte Vorkommen der Arnika gab. Ebenfalls für die Mooslohe werden Sumpf-Calla und Sonnentau genannt. Die Standortansprüche dieser Arten deuten darauf hin, dass die Mooslohe vor 90 Jahren ein sehr nasses Gelände mit wenig oder lichtem Wald gewesen sein muss. Vielerorts wurde Torf gestochen; in den Torfstichen stand das Wasser, „Sumpf- und Wasserpflanzen“ gediehen hier.

Knapp 20 Jahre später erschien die Schrift „Beiträge zur Pflanzengeographie der Umgebung von Weiden/Opf.“ von Ludwig Oberneder. Dieser beschreibt Moosloh-Standorte als Moore, die von Kiefern und Birken eingenommen werden und in deren Kraut-Schicht Wollgras, Moos- und Preiselbeeren vorkommen. Sonnentau findet nur randliche Erwähnung.

Weitere 40 Jahre später fertigte Maximilian Weigend eine Feinrasterkartierung „Zur Flora von Weiden i.d.OPf.“. Diese beschreibt eine durch Entwässerung und Autobahnbau „vollkommen zerstörte“ Mooslohe.

Heute ist die Mooslohe bis auf wenige Lücken vollständig mit Kiefer und Birke bestockt, in deren Halbschatten sich Fichten vermehren. Andere Baumarten haben wegen des hohen Wildverbisses kaum eine Chance. Wassermangel und Beschattung durch Wald haben die Bodenvegetation einer drastischen Veränderung unterworfen. Arten wie Wollgras, Zwergbirke oder gar Sumpf-Calla sind lange nicht mehr zu finden.

Der Rundblättrige Sonnentau kommt mit wenigen Exemplaren noch an einem einzigen Standort vor. Dort öffnen sich jetzt die kleinen, weißen Blüten an einem langen, haarfeinen Stiel über der Rosette aus kleinen, runden Blättern. Den Blättern entwachsen haarige Fortsätze mit klebrigen Drüsen an der Spitze. Gerät ein kleines Insekt daran, bleibt es kleben, das Blatt rollt sich ein und die Beute wird von der Pflanze verdaut.

Löwengruben im Waldboden

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

LBV-Mann Wolfgang Winter

Wolfgang Winter ist beruflich wie privat viel in der Natur in und um Weiden unterwegs und engagiert sich beim Landesbund für Vogelschutz (LBV). Er berichtet von seinen Beobachtungen auf den Streifzügen.

Sonnentau ist noch an einem Ort in der Mooslohe zu finden.
Sonnentau ist noch an einem Ort in der Mooslohe zu finden.
Sonnentau ist noch an einem Ort in der Mooslohe zu finden.

 

 

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