22.02.2021 - 14:47 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Neue Gewerbeflächen statt Altlasten in Weiden

So schnell wird die Stadt Weiden ein neues Gewerbegebiet nicht bekommen. Jetzt zielen zwei Stadtratsanträge darauf ab, alte Flächen im Innenstadtbereich neu beziehungsweise besser zu nutzen.

Seit fast zehn Jahren liegt der alte Volksfestplatz im Weidener Osten brach. Gibt es jetzt eine Möglichkeit, ihn als Gewerbefläche zu reaktivieren?
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Noch vor dem Bürgerentscheid setzten sie sich zusammen und arbeiteten einen Antrag aus, der jetzt – nach der Entscheidung gegen West IV – nochmal an Aktualität zugelegt hat. Die Arbeitsgemeinschaft Grün.Bunt.Weiden (GBW) und die Fraktion Demokratisch-Ökologisch Weiden (DÖW) fordern, bei der Suche nach neuen Gewerbeflächen auch altbekannte Grundstücke in der Innenstadt zu untersuchen. Dabei seien "insbesondere belastete Flächen" zu betrachten: "Detag-Gelände, Bauscher-Gelände, Rangierbahnhofsgelände, Striegl-Gelände, ehemaliger Festplatz, ehemalige Bleiglas-Fabrik Neubau ..."

In der Sache finden somit die Stadträte von GBW und DÖW wieder zusammen, die nach der Wahl 2020 erst eine gemeinsame Fraktion bildeten, sich dann aber im Streit trennten. Konkret verweisen sie auf die Bemühungen von Altenstadt/WN, das Beyer-Gelände zu sanieren und neu zu nutzen. Ein weiteres Beispiel: das Areal der ehemaligen Stanz- und Emaillierwerke Baumann in Amberg, das in den vergangenen 25 Jahren als pulsierendes Wirtschaftsviertel wiederbelebt wurde. Insgesamt 2000 Menschen (ohne Klinikum) arbeiten dort in verschiedenen Komplexen. Allein die Altlastensanierung hatte jedoch acht Millionen Euro gekostet.

Amberg

"Trotz der angespannten finanziellen Lage der Stadt sollten mit Hilfe von Landes- und/oder Bundesmitteln einzelne gezielte Sanierungsmaßnahmen zur Altlasten-Bereinigung und Zukunftssicherung möglich sein", erklären die GBW und DÖW. Laut Übersicht der "Gesellschaft zur Altlastensanierung in Bayern mbH" gebe es in Weiden noch keine solchen Aktivitäten. Der Antrag soll in der Stadtratssitzung am 8. März auf der Tagesordnung stehen.

Für die Sitzung am 19. April reichte die SPD einen Antrag ein. Dabei geht es um die "Neuausweisung und Nachverdichtung von Wohnbauflächen und Gewerbeflächen". Dieses Thema sei "drängender denn je". Die Genossen erinnern daran, dass das Planungsbüro Dragomir an der Gesamtfortschreibung des Flächennutzungsplans beteiligt war, und fragen nach dem Stand und Zeitplan.

Reaktionen auf den Bürgerentscheid gegen West IV

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