08.07.2020 - 11:33 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Neue regionale Partner für Europaberufsschule

Bei europaweiten Ausschreibungen im Bildungsbereich ist es nicht selten, dass Institutionen von außerhalb den Zuschlag erhalten. Die neuen Partner der Europaberufsschule Weiden in der Berufsvorbereitung kommen jedoch weiter aus der Region.

Integrationsschüler (BIK) der Europa-Berufsschule vor der Coronazeit. Diese und Schüler in den Berufsvorbereitungsklassen starten im September mit neuen Kooperationspartnern in ein Schuljahr mit großen Herausforderungen.
von Siegfried BühnerProfil

Zusätzliche Arbeit hat die Europaberufsschule in Weiden bei der Vorbereitung des kommenden Schuljahres. Zur Umsetzung der Hygienevorschriften in räumlich sehr beengten Verhältnissen kommt jetzt auch noch die Abstimmung mit neuen Kooperationspartnern bei der Beschulung von acht Klassen in den Bereichen Berufsvorbereitung und Integration.

Betroffen sind fünf Integrationsklassen für Zuwanderer, die erstmals einzurichtenden zwei Vollzeitklassen für Berufsschulpflichtige ohne Ausbildungsverhältnis sowie eine Alphabetisierungsklasse für Jugendliche ohne Deutschsprachkenntnisse. Für Michael Bäumler von der erweiterten Schulleitung der Europaberufsschule „ist es deshalb äußerst schwierig, die Vorbereitungen für das neue Schuljahr wie gewohnt anzugehen“.

Hintergrund ist die europaweite Ausschreibung der Kooperationspartnerschaft für Integrationsklassen und für Berufsvorbereitungsklassen für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. Was im vergangenen Jahr bei etwas geringerem Gesamtumfang vom Kolping Bildungswerk Weiden alleine bewältigt wurde, teilen sich jetzt die VHS Weiden-Neustadt-Tochter "Zentrum für regionale Bildung" (ZRB) und das BFZ Weiden. ZRB und BFZ haben den Zuschlag bei der Ausschreibung bekommen.

Neu ist, dass ab sofort Vollzeitklassen für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz gebildet werden müssen. Weil für die insgesamt acht Klassen vor allem Sozialpädagogen und Lehrkräfte gebraucht werden, sind auch Neueinstellungen beim ZRB angesagt. Unter dem organisatorischen Dach der Europaberufsschule müssen die Kooperationspartner einzelne Teile des Unterrichts, hauptsächlich den Modulunterricht in Werkstätten im Bereich Metall, Holz, Elektro, Ernährung sowie EDV und Sport durchführen. Für das ZRB geht es wöchentlich um 19 Unterrichtsstunden und 15 Stunden sozialpädagogischer Betreuung in jeder Klasse. Ähnliche Zahlen ergeben sich für das BFZ, zum Beispiel bei ihrer Arbeit in der sogenannten Alphabetisierungsklasse mit Jugendlichen ohne Kenntnisse in der deutschen Sprache.

Ganz besonders gefordert sind die Kooperationspartner bei der sozialpädagogischen Betreuung der Schüler. Schließlich handelt es sich um neu Zugewanderte oder Jugendliche mit Leistungsdefiziten. Erlebnispädagogik, Werkstattprojekte, sportliche Aktivitäten oder theaterpädagogische Elemente sollen zum Betreuungsprogramm zählen. Die Kooperationspartner organisieren und begleiten auch die Betriebspraktika. In den Berufsvorbereitungsklassen müssen Potentialanalysen gefertigt werden.

Sehr zufrieden ist man bei den neuen Kooperationspartnern über den Erfolg bei der Bewerbung. Erstmals lag die europaweite Ausschreibung in den Händen des bayrischen Landesamtes für Schule in Gunzenhausen. Für Tanja Fichtner, pädagogische Leiterin des ZRB, kann auf Erfahrungen in der Betreuungsarbeit der Integrationsklassen an der Europaberufsschule und an anderen Schulen zurückgegriffen werden. Ähnlich sieht es Tina Faltenbacher, stellvertretende Leiterin des BFZ Weiden („Wir haben uns sehr gefreut.“) und verweist auf fünfjährige Erfahrung in diesem Aufgabengebiet an den Standorten Schwandorf und Amberg.

Die Europaberufsschule sieht in der Zusammenarbeit mit den neuen Partner auch einen Vorteil. „Unsere Werkstätten werden entlastet, weil die praktische Unterweisung der Jugendlichen in den VHS-Werkstätten erfolgen kann“, stellt Bäumler fest. Er leitet den Schulbereich Integration zusammen mit seiner Kollegin Rosemarie Winklmann.

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