"Das neue Wohnheim für Studierende in Weiden hat für uns absolute Priorität" stellte Josef Tost, Geschäftsführer des Studentenwerks Oberfranken gleich zu Beginn eines Pressegesprächs fest. Denn die OTH Amberg-Weiden wächst. OTH-Präsidentin Andrea Klug sieht den Campus "seit Jahren auf einem kräftigen Wachstumspfad, der sich auch in naher Zukunft weiter fortsetzen wird".
Da die neuen Studiengänge, beispielsweise "International Business" in englischer Sprache, vor allem Studierende aus dem Ausland und aus ganz Deutschland anlocken, müsse das vorhandene Wohnraumangebot dringend erweitert werden. Eng werde es spätestens dann, wenn wieder mehr Präsenzveranstaltungen an der Hochschule stattfinden. "Wir müssen reagieren", sagte der Studentenwerk-Geschäftsführer. Als Dienstleister für Infrastruktureinrichtungen der OTH Amberg-Weiden habe das Studentenwerk längst mit konkreten Bauüberlegungen in Weiden begonnen. Bereits im kommenden Jahr soll es realisiert werden.
100 Wohnplätze geplant
Konkret gehe es um 100 Wohngelegenheiten für Studierende in Form von Einzelappartements oder Wohngemeinschaften. Kalkuliert werde mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 10 Millionen Euro. Die Raumgrößen der Einzelappartements betrügen gut 20 Quadratmeter. Zwei Grundstücke im Stadtgebiet Weiden befänden sich bereits in der engeren Auswahl, die Gespräche mit den Eigentümern liefen. Verraten könne er nur so viel: "Wir haben keine Bedenken gegen einen Standort im Inneren des Stadtgebiets". Dazu bemerkte Präsidentin Klug, dass "ein solcher Standort zur Belebung der Innenstadt führt und die Hochschule noch enger an die Stadt bindet".
Bauen mit Investor?
Zwei Optionen für die Errichtung der Wohnanlage würden überlegt. Zum einen könnte das Studentenwerk mit Unterstützung staatlicher Förderung den Bau selbst errichten, zum anderen könnte mit Hilfe eines Investors die Anlage ohne staatliche Förderung gebaut werden. "Wir wollen keine Rendite erzielen", sagte Tost. Leider entspreche die staatliche Förderung von 32 000 Euro pro Wohnheimplatz nicht mehr den aktuellen Bedürfnissen. Baukostensteigerungen, kurzfristige Aufenthalte der Studierenden am Studienort und Weiterbildungsteilnehmer würden erheblich mehr Flexibilität bei der Förderbedingungen erfordern. "Das starre System bildet nicht mehr die Realität ab", bedauerte Tost. Ziel bleibe, auch aufgrund des Selbstverständnisses des Studentenwerks, bezahlbaren und qualitativ anspruchsvollen Wohnraum "deutlich unterhalb marktüblicher Miete" zu schaffen. Aktuell liege der Mietpreis in den vorhandenen zwei Wohnanlagen in Weiden bei knapp über 300 Euro.
Begleitet werde das Projekt im Verwaltungsrat des Studentenwerks durch OTH-Professor Joachim Hummich, der Mitglied des Gremiums ist. Nach Fertigstellung des Projekts stehen dann in Weiden insgesamt 260 Wohnplätze für Studierende zur Verfügung.
















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