07.08.2018 - 14:27 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Nitezone" wieder zum Leben erwecken

Seit zwei Jahren hat "Ganters Department" geschlossen. Doch wenn es nach Besitzer Gunter Reindl geht, soll bald neues Leben einziehen.

Einst hieß die Disco "Unverschämt", später "Nitezone": Disco und Billardhalle von "Ganters Department" sollen wieder mit neuem Leben erfüllt werden, wünscht sich Gunter Reindl, der aktuell nach Mietern sucht.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

(ps) Zehn Jahre lang hat Gunter Reindl zusammen mit seiner Lebensgefährtin Tina Schmutterer die Disco "Nitezone" mit Irish-Pub und Billardhalle in der Liebigstraße betrieben. Jetzt möchte er die Räumlichkeiten vermieten. "Wir können aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr", erklärt der 56-Jährige.

Eine schwere Verletzung, die sich seine Lebensgefährtin vor zwei Jahren bei der Gartenarbeit zuzog, führte damals zur Schließung von "Ganters Department", zu dem Disco und Billardhalle gehören. "Das war ein Schicksalsschlag. Von da an hat sich unser ganzes Leben geändert", sagt Reindl. Dass die Schließung zwei Jahre dauern würde, habe damals keiner gedacht. Jetzt steht fest, dass das Paar selbst die Einrichtung nicht weiter betreiben wird. "Wir suchen Mieter", betont Reindl. Er habe die Grundstücke Liebigstraße 12 und 13 zwar auch über eine Bank zum Verkauf ausgeschrieben. "Vermieten wäre mir aber lieber." Die ebenfalls in der Liebigstraße befindliche Laser-Arena ist bereits vermietet.

Dabei könnten die Räumlichkeiten, so wie sie sind, leicht wieder in Betrieb genommen werden, ist er überzeugt. "Es fehlt nichts. Nur die Grünanlage müsste gemacht werden. Bei Disco und Billardhalle passt alles. Zur Billardhalle gehören 15 Tische, Kicker, Air-Hockey und Dart-Automat." Einige Interessenten hätten sich zwar schon gemeldet. Aber entweder fehle es ihnen an Kapital oder an entsprechender Erfahrung in der Gastronomie. Reindl: "Sie wissen ja, das Gewerbe ist schwierig geworden. In der Branche kämpfen alle."

Für seine Lebensgefährtin stehe im September eine letzte große Operation an. "Sie wird 2019 etwas Neues machen", kündigt Reindl an. Er selbst werde nicht mehr aktiv werden, sagt er und nennt auch hierfür "gesundheitliche Gründe".

Kommentar:

Damals im Unverschämt

Das „Nitezone“ schließt. Eine von vielen Diskotheken, die das Gebäude in der Liebigstraße in den vergangenen 30 Jahren beherbergte. Die heutige Generation Ü 40 erinnert sich vor allem an das „Unverschämt“, das die Möhrle-Brüder Ende der 80er Jahre eröffneten. Ein Wochenende ohne „UV“ – wie wir die Disco damals nannten und wie sie später auch offiziell hieß – war unvorstellbar. Wir verbrachten unsere Abende erst in der Stadt im „Salü“, im Juz, in der Altstadtgalerie oder auch im „Roxanne“ in Hammerles, bevor wir uns dann gegen 23 Uhr ins „Unverschämt“ aufmachten und dann zu Michael Jackson, „Sisters of Mercy“ oder „Foreigner“ abtanzten. Und egal, wie die nächste Disco oder der nächste Club auch heißt – für unsere Generation wird es immer das „Unverschämt“ bleiben.

Michaela Lowak

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