15.05.2019 - 18:18 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Offener Brief aus geschlossener Runde

Auf das über einen offenen Brief formulierte Angebot, Benjamin Zeitler als OB-Kandidaten zu unterstützen, reagierten CSU-Vertreter sehr reserviert. Den Eindruck hat zumindest Stadtrat Rainer Sindersberger gewonnen.

Rainer Sindersberger hat den offenen Brief der Bürgerlisten-Fraktion an die CSU als Privatperson unterschrieben. Er liege damit nicht auf Parteilinie der Freien Wähler, betont Vorsitzender Bernhard Schlicht.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Der Freie Wähler, der ebenso wie FDP-Mitglied Reinhold Wildenauer im Stadtrat der Fraktion der Bürgerliste angehört, sprach von einem letzten Versuch, einen gemeinsamen Oberbürgermeister-Kandidaten für das bürgerliche Lager zu finden. Bisher waren schon einige Namen im Gespräch, die jedoch zu keinen positiven Ergebnissen führten. Am spektakulärsten war dabei der Vorschlag, die ehemalige Oberbürgermeisterin von Annaberg-Buchholz und jetzige sächsische Sozialministerin Barbara Klepsch zu gewinnen. Sie wäre möglicherweise sogar von den "Grünen" unterstützt worden.Gisela Helgath spricht respektvoll von einer "kompetenten Frau". Klepsch aber hat inzwischen in Sachsen den sicheren Listenplatz zwei inne und wird nach der Wahl im September in den Landtag einziehen (Oberpfalz-Medien berichteten).

Jetzt also Zeitler, für den sich die Grünen, so Helgath, aber "eher nicht" aussprechen werden. Auch von den Freien Wählern insgesamt kommt keine Empfehlung für den gebürtigen Plößberger. Sindersberger hat den offenen Brief als Privatperson unterschrieben. Er liege damit nicht auf Parteilinie, stellte ein völlig überraschter FW-Vorsitzender Bernhard Schlicht fest. Er verwies auf einen Beschluss der Freien Wähler, einen Bewerber der CSU für das OB-Amt nicht zu unterstützen. Einen eigenen Kandidaten wird es allerdings auch nicht geben.Bis zu den Sommerferien will man etwa 30 Stadtratskandidaten präsentieren.

Für die Initiatoren der Bürgerliste musste selbst Vorsitzender Reinhard Meier einräumen, dass der offene Brief mit den Mitgliedern im Verein noch diskutiert werden müsse. Für den Fall, dass die Pläne scheitern, hat die Bürgerliste, die wahrscheinlich 40 Kandidaten für den Stadtrat ins Rennen schickt, laut Meier für die OB-Wahl "noch jemand in der Hinterhand".

So einen "Joker" besitzt anscheinend auch die durch den Landtagseinzug von Christoph Skutella beschwingte FDP. Öffentlich benannt werden soll der OB-Kandidat noch nicht. Skutella wird es wohl nicht sein. Der kandidiert nur für den Stadtrat. Wie rund 20 weitere FDPler auch. Die Grünen wollen ihre Stadtratsbewerber im Oktober vorstellen. Helgath: "So viele wie möglich."

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