Weiden in der Oberpfalz
29.11.2022 - 11:24 Uhr

„Orange Day“ erstmals an der OTH Amberg-Weiden

Jede dritte Frau ist Opfer häuslicher Gewalt. Der Inner-Wheel-Club Weiden macht mit der Benefizveranstaltung "Orange Day" nun auch in Weiden auf das Thema aufmerksam und versucht, dafür zu sensibilisieren.

Beim "Orange Day" geht es es um eine gewaltfreie Zukunft für Frauen. Moderiert hat die Benefizveranstaltung (von links) Corinna Hagn, neben ihr stehen Iris Müller, Präsidentin des Inner-Wheel-Club Weiden und Christiane Hellbach, Vizepräsidentin der OTH Amberg-Weiden. Bild: Christian Müller/exb
Beim "Orange Day" geht es es um eine gewaltfreie Zukunft für Frauen. Moderiert hat die Benefizveranstaltung (von links) Corinna Hagn, neben ihr stehen Iris Müller, Präsidentin des Inner-Wheel-Club Weiden und Christiane Hellbach, Vizepräsidentin der OTH Amberg-Weiden.

Am vergangenen Freitag fand erstmals der "Orange Day" an der OTH Amberg-Weiden am Standort Weiden mit etwa 100 Gästen statt, eine Benefizveranstaltung des Inner-Wheel-Club Weiden in Kooperation mit der OTH Amberg-Weiden. Auf dem Programm stand die Filmvorführung "Women", eine Podiumsdiskussion und Live-Musik von RAY.AN.

"Orange steht für den Wunsch nach Freiheit, Orange ist die Farbe einer Zukunft, einer Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen", eröffnete Moderatorin Corinna Hagn den "Orange Day", den Internationalen Tag zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen. Ab 18 Uhr konnten sich die Gäste vor dem Hörsaal an Ständen des Frauen- und Kinderschutzhauses Weiden, des Vereins Dornrose Weiden und des Inner-Wheel-Club Weiden über deren Arbeit informieren.

"In Bewegung bleiben" sei das Motto der Initiatorin Iris Müller, Präsidentin des Inner-Wheel-Club Weiden, "nur wenn man sich selbst bewegt, kann man etwas bewegen". Christiane Hellbach, Vizepräsidentin der OTH Amberg-Weiden schilderte in ihrer Begrüßung, wie schwer es nach wie vor sei, Frauen im Berufsleben sichtbarer zu machen, und welche Maßnahmen es hierfür auch im Rahmen des Zentrums für Gender und Diversity an ihrer Hochschule gebe. Im Anschluss an die Begrüßungsworte wurde der französische Dokumentarfilm "Woman" gezeigt, ein intimes Portrait von insgesamt "2000 Frauen aus 50 verschiedenen Ländern mit einer Botschaft: es ist gut, eine Frau zu sein", so Hagn. Unter anderem sprechen die Frauen im Film über häusliche Gewalt, Zwangsehe, Frauenhandel, aber auch Mutterschaft, Stärken und besondere Fähigkeiten.

An den Film anschließend fand die Podiumsdiskussion mit Enikö Nagy, Leiterin des Frauen- und Kinderschutzhauses Weiden, Ilkay Gebhardt, Leiterin des Vereins Dornrose Weiden sowie Isabell-Katrin Diehl von der Kampagne #oberpfalzwirmüssenreden statt. Der Fokus der Runde lag auf dem Thema Gewalt gegen Frauen. "Jede dritte Frau in Deutschland wurde in ihrem Leben schon einmal Opfer häuslicher Gewalt", so Nagy. Erläutert hat die Leiterin des Frauen- und Kinderschutzhauses unter anderem, in welchen Formen häusliche Gewalt stattfinden könne und dass es den einen, bestimmten Tätertypus nicht gebe.

Ilkay Gebhardt machte betroffenen Frauen sexualisierter Gewalt Mut, sich zu melden. Sie erklärte, wie eine Beratung bei Dornrose ablaufe und dass einzig und allein die Frau über das weitere Vorgehen entscheide. Mit einem kurzen Video wurde die Kampagne #oberpfalzwirmüssenreden dargestellt, eine Kampagne, die Isabell-Katrin Diehl mit zwei Kolleginnen ins Leben gerufen hat. Sie haben Oberpfälzerinnen, die von digitaler Gewalt betroffen sind, aufgerufen, sich zu melden. Mit der Kampagne würden sie aufzeigen, wie viele Frauen digitale Gewalt erleben und inwiefern die Gewalt unter dem Deckmantel des Internets stattfinde.

Abschließend sprachen die Rednerinnen noch verschiedene Anlaufstellen an, bei denen Betroffene und Angehörige Beratung und Unterstützung bekämen. Das Wichtigste jedoch sei, darüber zu reden. Mit ihrer aktuellen Single "Girls" und ihrer powergeladenen Stimme rundete Andrea Gilch alias RAY.AN den Abend ab. Iris Müller und Christiane Hellbach hoffen, "dass sich der Orange Day in Weiden etabliert, denn wir müssen weiterhin in Bewegung bleiben und auf dieses Thema aufmerksam machen".

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