24.07.2020 - 17:24 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Pater Albrecht Herrmann still entschlafen

Als Priester war Pater Albrecht Herrmann stets ganz nah am Menschen, teilte mit ihnen Freud' und Leid. Er half und betete. In der Nacht zum Freitag erfüllte sich sein letzter Wunsch: Er schlief ganz still ein – für immer.

Pater Albrecht Hermann.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Nahezu geschockt ist die Pflegeeinrichtung der Augustiner in Würzburg: Pater Albrecht Herrmann, der trotz seiner 90 Jahre als topfit galt, wurde am Freitagmorgen tot in seinem Bett gefunden. Herzstillstand. Noch am Abend hatte er mit den Pflegeschwestern gescherzt, sich über seinen "super Blutdruck" gefreut, den nächsten Tag geplant.

Wie überall auf seinem langen Lebensweg war es ihm auch in Würzburg schnell gelungen, mit seinem Humor, seiner liebenswerten Art die Menschen für sich zu gewinnen und für den Glauben zu begeistern. "So einen Menschen wünscht man sich", betont die Leiterin der Pflegestation, die sich auf die ständige Unterstützung, etwa bei Botengängen auf Pater Albrecht verlassen konnte. Eisern, diszipliniert hatte er bis zuletzt seinen Tagesablauf eingeteilt, viel gebetet, die Menschen mit seiner heiteren Art, seinen Witzen aufgeheitert.

Augustiner vermisst

Seit der Auflösung des Augustiner-Klosters in Weiden vermissen die Katholiken in der Region die Patres und Fratres zunehmend. Auch die Pfarrer hätten die bewährte Unterstützung der Augustiner dringend nötig. Besonders tief verwurzelt in der Region war Pater Albrecht, der als Otto Herrmann am 29. September 1929 in Pleystein geboren und bereits früh von den Augustinern geprägt wurde. Im Pleysteiner Kloster war er Ministrant, sein älterer Bruder Hans hatte sich ebenfalls dem Orden angeschlossen.

Im Augustiner-Gymnasium Münnerstadt machte Otto Herrmann sein Abitur. Er trat in den Orden ein, wurde nach Noviziat und Klerikat im März 1955 in Würzburg zu Priester geweiht und feierte zwei Wochen später seine Primiz in Pleystein. Zunächst als Präfekt in der Münnerstädter Klosterschule eingesetzt, wechselte der Pater, der den Ordensnamen Albrecht angenommen hatte, 1959 ans Studienseminar St. Augustin nach Weiden. Hier fand er seine Berufung: als Pädagoge und Präfekt, als Prokuratur und langjähriger Prior, vor allem aber auch als Priester, Prediger und gesuchter, bodenständiger und volksnaher Beichtvater und damit Vertrauter vieler Familien.

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Mit der Heimat verbunden

Legendär sind seine Einsätze als Sportsmann: Er ist Ehrenmitglied in der Schiedrichtergruppe Weiden. In der DJK Weiden ist der langjährige Präses ebenfalls hochgeehrt. Ebenso legendär sind seine Auftritte als Witzemeister im Bayerischen Rundfunk. Sein volksnaher, goldener Humor brachte dabei den Augustinern, aber auch der Kirche viele Sympathien ein. Im Lions-Club Weiden sorgte er sich vor allem um die Hilfsprojekte. Die Stadt Weiden ehrte den Augustiner-Pater mit der goldenen Bürgermedaille.

Selbst nach der Auflösung des Weidener Augustiner-Klosters und der Versetzung nach Würzburg blieb der bodenständige, bescheidene Pater der geliebten Max-Reger-Stadt und seiner Heimat eng verbunden. Seine letzte Ruhe findet er aber im Hauptfriedhof Würzburg. Dort wird er am Donnerstag, 30. Juli, um 13.30 Uhr beigesetzt. Das Requiem findet im Anschluss in der Augustiner-Kirche, Dominikaner-Platz 2, statt.

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