05.10.2020 - 11:14 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Pestalozzi-Schule nun "Schule ohne Rassismus"

Die Weidener Pestalozzi-Mittelschule ist jetzt eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Die Patenschaft haben die Blue Devils übernommen.

Die Pestalozzischule trägt jetzt das Siegel "Schule ohne Rassismus– Schule mit Courage."
von Helmut KunzProfil

„Bienvenue! Welcome! Selam!“ Schule sei eine Ort der Begegnung und des Miteinanders, ein Raum, in dem unterschiedliche Ansichten, Nationalitäten oder Ethnien zusammenkämen, gemeinsam lernten und miteinander lebten, erklärte Rektor Heribert Zeis am Freitagvormittag in einer Feierstunde zum Netzwerkbeitritt der Pestalozzi-Mittelschule zu „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Mit breiter Brust habe sich seine Schule dafür ausgesprochen, der Selbstverpflichtung nachzukommen, dass hier kein Platz für Ausgrenzung, Hass oder Rassismus sei. Unterstrichen wurde die bunte Vielfalt schon bei der Begrüßung der Gäste. Nämlich durch die Klasse M 9, die sich in vielen Sprachen vorstellte. „Wir stehen ein für ein störungsfreies Miteinander von Menschen verschiedener Hautfarbe, Herkunft und Religion", sagte der Schulleiter.

Niemand dürfe beschimpft, bemobbt oder körperlich bedroht werden. „Wir sind eine Gemeinschaft und gestalten das Klima an unserer Schule aktiv mit“, sagte Zeis. „Wir wenden uns bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt.“ Dem deutschlandweit größten Schulnetzwerk, dem man jetzt beigetreten sei, gehörten 3000 Schulen mit mehr als zwei Millionen Schülern an. Durchs Programm führte Konrektor Robert Wittmann.

„Wir wollen kein Leben mit verschlossenen Herzen und verschlossenen Augen führen“, sagte Schülersprecherin Didem Bayik. „Viele kleine Leute, in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ Toleranz, Courage und Liebe seien genau die Zutaten, die diese Welt brauche. „Gerne hätten wir ihnen die ganze Palette der Farbenvielfalt an dieser Schule präsentiert“, sagte Lehrerin Maria Sponsel. Corona habe dies aber nicht ermöglicht.

„Diese Schule hat Schülerinnen und Schüler, die Courage zeigen“, unterstrich Oberbürgermeister Jens Meyer. „Mir liegt dieses Thema außerordentlich am Herzen.“ Zeitlebens kämpfe er gegen Rassismus. Er begrüße die Vielfalt in seiner Stadt. „Wir haben hier in Weiden Nationalitäten aus mehr als 140 Ländern. Und wir alle leben hier friedlich nebeneinander.“ Die Aufgeschlossenheit der Stadtgesellschaft mache ihn stolz.

„Ihr habt euch vorgenommen, eure Ängste zu überwinden und nicht einfach das, was in der Welt vorgeht, passiv zu registrieren“, erklärte Schulrätin Margit Walter, die das Thema Angst und Courage in den Mittelpunkt ihrer Rede stellte. „Fairplay fängt in der Schule an.“ Deshalb hatten sich die Spieler der Blue Devils bereit erklärt, die Patenschaft für das „Schule ohne Rassismus“-Projekt im Lerchenfeld zu übernehmen.

Anschließend beantworteten die Spieler Ralf Herbst, Raul Jakob, Louis Latta und Dennis Palka Fragen über Herkunft, ihre persönlichen Erfahrungen mit Rassismus und eventuelle Sprachbarrieren, die sich auf dem Eis ergäben. Blue-Devils-Geschäftsführer Franz Vodermeier versprach den Kontakt mit der Schule zu pflegen. Die Titelverleihung erfolgte durch Andrea Glaubitz. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Schülern. Lara Weidner präsentierte eine Tanzeinlage.

Auch die Amberger Albert-Schweitzer-Schule hat das Zertifikat

Amberg
Spieler der Blue Devils stellen sich den Fragen der Schüler.

 

 

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