14.05.2021 - 13:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Prozess in Weiden: Drogeneinfuhr, Drogenhandel und Diebstahl

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Schier unglaubliche Geschichten tischten zwei Tschechen nun dem Weidener Landgericht auf. Doch bald revidierten die Männer ihre Aussagen.

Die Statue Justitia ist im Amtsgericht Hannover zu sehen.
von Autor hczProfil

Zwei Tschechen reisten Anfang Oktober in die Bundesrepublik ein und stahlen auf einer Baustelle nahe Amberg Baumaschinen und Material im Gesamtwert von 30.785 Euro. Als Polizeibeamte der Inspektion Waldsassen ihren Sprinter auf der B 299 nahe der Grenze kontrollierten, fanden sie neben dem Diebesgut auch noch eine größere Menge Methamphetamin und eine Menge Bargeld. In der Mittelkonsole des Autos war ein jederzeit griffbereites Messer gelegen, weshalb der 43-Jährige und der 50-Jährige nun wegen bewaffneter Drogeneinfuhr, Drogenhandels und Diebstahls vor der 1. großen Strafkammer standen. Dass das Rauschgift nicht allein dem Eigenverbrauch der Männer diente, sah Staatsanwalt Richard Caja als erwiesen an, da in ihrem Gepäck leere Druckverschlusstütchen, eine Feinwaage und andere Drogenutensilien gefunden worden waren.

Anfangs wollten beide Angeklagten dem Gericht glauben machen, dass sie, wegen ihrer eigenen Drogenabhängigkeit, den „Stoff“ selbst gebraucht hätten. Und die Amberger Baumaterialien und -geräte seien ihnen von einem Mann, der dort gearbeitet habe, in Prag verkauft worden. Angesichts solch dreister Lügengeschichten platzten Landgerichtspräsident Gerhard Heindl und Richter Matthias Bauer zeitweise der Kragen. „100 Gramm Crystal wollten Sie in drei Tagen, in den Sie in Deutschland sind, selbst verbrauchen?“ fragten sie. Insbesondere bei dem Jüngeren spreche auch seine Vorgeschichte schon Bände. Dieser war in Tschechien schon acht Jahre wegen Herstellung der Droge eingesessen.

Nach wiederholter Belehrung durch Heindl und Bauer, die Wahrheit zu sagen, sowie intensiver Beratung durch die Verteidiger Stephan Schütz und Dr. Simone Bayer, revidierten der Steinmetz und der Bäcker ihre Aussagen. Man hätte schon gewusst, dass es sich um eine Diebstahlsaktion handele. Fünf Polizeibeamte, die am Aufgriff und den Ermittlungen beteiligt gewesen waren, berichteten als Zeugen davon. Mit dem Bericht eines Sachverständigen, der auch über die Sucht des Ledigen und des Geschiedenen referieren wird, sowie den Plädoyers und dem Urteilsspruch, wird die Verhandlung am Donnerstag, 20. Mai, um 13.30 Uhr fortgesetzt.

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