23.04.2021 - 13:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Prozess in Weiden: Mann wegen Sammelsurium verschiedenster Drogen angeklagt

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Vor ziemlich genau einem Jahr erwischten Polizisten nach längerer Verfolgungsjagd einen jungen Mann aus dem westlichen Landkreis Neustadt/WN mit fünf Gramm Crystal – und fand später noch mehr Drogen. Nun stand er in Weiden vor Gericht.

Die Statue Justitia hält eine Waage in der Hand.
von Autor hczProfil

Ein Mann aus dem westlichen Landkreis Neustadt/WN lieferte sich vor einem Jahr mit der Polizei eine Verfolgungsjagd und wurde mit Crystal erwischt. Bei einer gleich darauf folgenden Wohnungsdurchsuchung bei dem 25-Jährigen entdeckten die Beamten dann ein wahres „Sammelsurium“ an Drogen. 135 Gramm Haschisch, 15 Gramm Kokain, ein Fläschchen Cannabis-Öl, zwei Ecstasy-Tabletten, 1,4 Gramm Opium, 1,43 Gramm Methamphetamin und 6,4 Gramm Amphetamin lagen in der von einem Beamten als „typische Dealerwohnung“ beschriebenen Behausung herum. Dass der gelernte Bauzeichner mit den Substanzen dealte, schlossen die Polizisten aus gefundenen Kundenlisten und Verkaufsutensilien wie einer Feinwaage und Verpackungsmaterial.

Am Dienstag stand der Mann aus guter Unternehmerfamilie vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Hubert Windisch. Über seinen Verteidiger Dr. Georg Karl (Regensburg) gestand er seine Taten, so wie sie Staatsanwalt Richard Caja angeklagt hatte. Das Geld aus den Verkäufen habe er zur Finanzierung seines eigenen Konsums benötigt, gab er zu. Mit 13 oder 14 Jahren habe er erstmals Alkohol und Cannabis konsumiert, mit 16 dann Methamphetamin und später sogar Heroin. Auch im Internat sei der Konsum „nicht wirklich weniger“ geworden. Landgerichtsarzt Dr. Bruno Rieder sprach von einer „polyvalenten Suchterkrankung“, deren Behandlung in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt durchaus Erfolg versprechend sein könne. Alternativ komme auch eine ambulante Langzeittherapie in Frage, wie sie der Angeklagte seit fünf Wochen begonnen habe.

Staatsanwalt Caja würdigte, dass der Angeklagte bisher nicht vorbestraft war und ein vollständiges Geständnis abgelegt hatte. Straferschwerend müsse aber die Vielzahl an – teilweise harten – Drogen gesehen werden. Caja beantragte drei Jahre Freiheitsstrafe und die Unterbringung in einer Psychiatrischen Klinik. Rechtsanwalt Dr. Karl hielt diesen Antrag für überzogen. Man müsse sehen, dass keine Einfuhr, sondern lediglich Besitz und Handel von Drogen angeklagt sei. Sein Mandant sei, entgegen der Aussage des sachbearbeitenden Polizeibeamten, kein „großer Fisch“ gewesen. Er sei auch krankheitseinsichtig und reuig. Daher würden zwei Jahre reichen, die zur Bewährung auszusetzen seien.

Richter Windisch und die beiden Schöffen folgten diesem Antrag. Sie verurteilten den Ledigen zu zwei Jahren auf Bewährung, legten ihm auf, 3600 Euro an eine gemeinnützige Stiftung zu zahlen, durch regelmäßige Screenings zu beweisen, dass er jetzt drogenabstinent lebt und seine begonnene Therapie fortzusetzen.

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