02.12.2018 - 16:38 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Rasseln ja, Rute und Rüge nein: Expertin gibt Tipps für Nikolaus-Besuch

Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Antje Giesecke gibt Tipps für gelungenen und angstfreien Nikolausbesuch

Wenn der Nikolaus zu Besuch kommt, sollten einige Dinge beachtet werden, weiß Expertin Antje Giesecke.
von Julia Hammer Kontakt Profil

Er wird ebenso freudig erwartet wie panisch befürchtet: Der Besuch des Nikolaus. Noch schlimmer gestaltet sich dieses - eigentlich schöne - Erlebnis für manche Kinder, wenn der bärtige Mann in rotem Gewand seinen Freund Knecht Rupprecht im Schlepptau hat. Setzt Nikolaus dann noch zu einer Ansprache voller Rügen an, ist es mit dem Spaß für die Kleinen schnell vorbei. Kinder- und Jugendtherapeutin Antje Giesecke weiß, worauf Eltern - und auch die Nikoläuse, die von Familie zu Familie ziehen - achten müssen.

"Eltern fertigen oft Texte an, die sie dem als Nikolaus verkleideten Besucher kurz vorher in die Hand drücken. Dabei sollten sie sich merken: Große Rügen unbedingt weglassen", rät die Weidenerin. Die Zahl der positiven Aspekte, "gute Leistungen, die das Kind während des Jahres erbracht hat", sollten zwingend überwiegen. "Unsere Gesellschaft ist zu defizitorientiert. Wir sehen oft nur die negativen Dinge. Ein Beispiel: schlechte Noten. Ist das Kind aber in anderen Bereichen begabt, wird das zu selten geschätzt." Natürlich dürfe auch negatives Verhalten angesprochen werden. "Aber in Maßen."

Problematisch und "beängstigend" kann es außerdem werden, wenn sich Knecht Rupprecht mit ankündigt, weiß Giesecke. Nicht nur sein "wenig freundliches Aussehen" mache vielen Kindern Angst. "Oftmals treten die Verkleideten zu aggressiv auf, im schlimmsten Fall setzen sie ihre Rute ein - auch, wenn es nur scherzhaft gemeint ist. Ich habe viele Kinder erlebt, die damit zu kämpfen hatten. Ein Knecht Rupprecht darf rasseln, aber mehr nicht." Doch auch die Kinder sollten an diesem Tag aktiv werden - "etwa ein Gedicht lernen und es dem Nikolaus vortragen". Denn: "Es ist immer gut, wenn sie eine Leistung erbringen, bevor sie Geschenke bekommen. Haben sie das gut gemacht, sollten sie dafür auch gelobt werden - sowohl vom Nikolaus als auch von den Eltern."

Und auch die sollten bei der Ansprache des Heiligen nicht zu kurz kommen. Denn auch an die Eltern könne er ein paar nette Worte richten. "Ich finde die Vorstellung schön, dass es einen Nikolaus gibt, der einfach nur durch die Lande zieht und gute Botschaften verbreitet. Es ist ja auch ein feierlicher und positiver Anlass, den die Familie in schöner Erinnerung behalten soll."

Am Ende verrät Giesecke, was für sie persönlich auf keinen Fall fehlen darf, wenn der Nikolaus zu Besuch ist. "Nie ohne Theodor Storms ,Von drauß' vom Walde komm ich her. Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr.' Das gehört einfach dazu - der Heilige, der die Kinder mit diesem Gedicht begrüßt."

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