16.01.2019 - 09:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Rauschgiftdealer muss in Haft

Im großen Stil handelt der Nürnberger mit Drogen aller Art. Dafür hat ihn das Landgericht Weiden nun zu fünf Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Auch zwei Weidener waren am florierenden Geschäft beteiligt.

Wegen Drogenhandels muss ein 30-jähriger Nürnberger für mehrere Jahre hinter Gitter.
von Autor RNSProfil

Amphetamin, Ecstacy, Marihuana, Kokain, Crystal. In großem Stil ging es hin und her zwischen Weiden und Nürnberg. Mit-Akteure des Rauschgiftgeschäfts im großen Stil waren auch zwei Weidener. Die Richter der 1. Großen Strafkammer verurteilten einen, in Griechenland geborenen und zuletzt in Nürnberg wohnenden 30-Jährigen dafür am Dienstag zu fünf Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe. Sein 26-jähriger Bruder, der nur bei einer Tat Beihilfe geleistet hatte, bekam ein Jahr auf Bewährung.

Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen durch ein großangelegte Verfahren der Kripo Regensburg, das gegen 73 Beschuldigte geführt worden war - hauptsächlich gegen Jugendliche, die in der Bezirkshauptstadt einen schwunghaften Handel mit Kokain und Marihuana aufgezogen hatten.

Notizbücher und Kontakte

Die beschlagnahmten Notizbücher zweier inzwischen zu langjährigen Haftstrafen verurteilten Drahtziehern erwiesen sich für die Beamten als Goldgrube. Darin fanden sich Aufzeichnungen über Fahrten in die Niederlande zum Drogenkauf. Die Bücher lieferten wertvolle Hinweise, durch die ein Weidener Angestellter in einem Gastronomiebetrieb dingfest gemacht werden konnte. Bei diesem stellten die Polizeibeamten wiederum Handykontakt zu den jetzt angeklagten Brüdern fest, in denen die Abwicklung von Rauschgiftgeschäften in Amberg oder Weiden besprochen worden war.

Als die Polizei die Nürnberger Wohnung des 30-Jährigen durchsuchte, fanden sich typische Drogenutensilien wie eine Feinwaage, ein Mörser, Bargeld in verdächtiger Stückelung sowie verschiedene Rauschgiftarten. Abgehörte Telefongespräche gaben weiteren Aufschluss über die Machenschaften.

Der gefasste Gastronomie-Angestellte hatte den älteren der Griechen mit seiner Aussage belastet, er habe ihm ein Mal 1000 Gramm Kokain verkauft. Der 39-Jährige sitzt aktuell in der Justizvollzugsanstalt Amberg ein und möchte "reinen Tisch machen", wie er in der Verhandlung sagte. Der Grund: Er habe keines seiner drei Kinder aufwachsen sehen und insgesamt 20 Jahre abzusitzen. Sein Kunde habe Kokain und "Gras" bei ihm gekauft, erzählt der Mann weiter. Er habe auch im Gegenzug Crystal und Ecstasy von dem Weidener erhalten.

Hochgradig suchtkrank

Zudem konnte Staatsanwältin Carina Särve dem Hauptangeklagten den Ankauf und den Besitz von Drogen in mehreren Fällen nachweisen. Auch bei seiner Festnahme am Bahnhof vor knapp zehn Monaten hatte der 30-Jährige 30 Gramm "Meth", 18 Gramm Marihuana und zwei Ecstacy-Tabletten dabei. Ein Haargutachten, das Dr. Bernd Schwarze von den forensisch-analytischen Laboratorien der Uni Erlangen erstellt hatte, sowie die Untersuchung durch Dr. Thomas Wenske zeigten eine hochgradige Suchterkrankung Mannes.

Die Verteidiger der Angeklagten, Rechtsanwalt Heinz Adolf und Tobias Konze, hatten im Gegenzug für vollständige Geständnisse mit dem Gericht die genannten Strafen ausgehandelt. Der 30-jährige Dealer kommt "zeitnah" - was Konze wichtig war - in eine Therapieeinrichtung. Die neunmonatige U-Haft wird angerechnet. Der 26-Jährige muss als Bewährungsauflage 1000 Euro berappen.

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