03.07.2020 - 17:21 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Im Rehmühlbach in Weiden soll wieder Wasser fließen

Der Rehmühlbach, der in weiten Teilen durch die Mooslohe verläuft, hat seine Fans. Liegt er trocken sind meistens Anrufe bei der Stadt vorprogrammiert. Auch CSU-Stadtrat Stephan Gollwitzer beschäftigt der Zustand des Baches.

Der Rehmühlbach, der durch die Mooslohe und Teile des Stadtgebiets fließt, führt oft kein Wasser. Ein Thema, das auch den Bauausschuss in seiner nächsten Sitzung beschäftigt.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Ausgetrocknet liegt er da, der Rehmühlbach. Das Foto, das Stephan Gollwitzer vor wenigen Tagen auf Twitter gepostet hat, zeigt den aktuellen Zustand des Gewässers. Im Tweet verweist der CSU-Stadtrat auf die Stadt als Rechteinhaber, die für die Funktionsfähigkeit des Rehmühlbachs verantwortlich ist. Sein Wunsch: "Es wäre schön, wenn wieder Wasser fließen würde." Das wünschen sich auch viele der Anwohner in der Mooslohe, die stets ein Auge auf "ihren Bach" haben und ihn erhalten wollen.

Bachlauf saniert

Dass Zuschütten keine Option ist, machte zuletzt Baudezernent Oliver Seidel bei einer der vergangenen Ortsbegehungen deutlich. Die Stadt ist zur Unterhaltung der Gewässer dritter Ordnung verpflichtet. In den letzten zwei Jahren hat das Tiefbauamt den Bachlauf immer wieder ertüchtigt (u.a. Mäharbeiten durchgeführt, den Düker bei der Tulpenstraße gereinigt). Über den aktuellen Zustand des Gewässers und das weitere Vorgehen werden die Stadträte in der Sitzung des Bauausschusses am Mittwoch, 8. Juli, informiert - übrigens aufgrund einer Anfrage der CSU-Stadtratsfraktion vom 28. Mai.

Die Stadt wolle den Rehmühlbach ordnungsgemäß unterhalten. Dabei gebe es verschiedene Varianten. Herzstück der weiteren Beratungen ist eine beim Ingenieurbüro Zwick in Auftrag gegebene Bestandsaufnahme. Diese stehe kurz vor dem Abschluss, wie die Verwaltung im Sachstandsbericht zur Sitzung ausführt. Im Raum stehe auch, den innerstädtischen, schadhaften und unterhaltungsaufwendigen verrohrten Rehmühlbach aufzulassen und ihn, falls technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar, bei der Peuerlstraße in den Orthegelmühlbach abzuleiten. Die Untersuchungsergebnisse sollten im Herbst vorliegen.

Anlieger kämpfen um Rehmühlbach

Weiden in der Oberpfalz

Biber das Hauptproblem

Voll funktionsfähig sei im Moment die Wehranlage, die nach einem Schaden im Herbst 2019 wieder instandgesetzt wurde. Warum fällt der Bach also immer wieder trocken? Die Stadt macht dafür vor allem den Biber (Eltern und vermutlich mehrere Jungtiere) verantwortlich, der sich in der Schweinnaab tummelt. Die Tiere leiten einen Teil des Wassers bereits weit vor der Abzweigung des Rehmühlbachs in die natürliche und tiefer liegende Aue der Schweinnaab. Bei niedrigem Wasserstand komme somit kaum bzw. wenig Wasser am Wehr des Rehmühlbachs an.

Die Möglichkeit, die Tiere zu fangen oder die Dämme zu beseitigen, schließt die Stadt aus. "Aus naturschutzrechtlicher Sicht ist es bislang nicht rechtfertigen, die Aktivität des streng geschützten Bibers zu unterbinden", heißt es im Bericht. Auch könnten die Tiere nicht einfach umgesiedelt werden, teilt Pressesprecherin Roswitha Ruidisch auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien mit. "Inzwischen sind bei uns nahezu alle Gewässer mit Biberrevieren besetzt. Da Biberfamilien keine fremden Artgenossen dulden, können gefangene Biber auch nicht umgesiedelt werden." Es würde sonst zu mitunter tödlich endenden Revierkämpfen kommen.

Die Verwaltung sieht den Rehmühlbach als einen schützens- und erhaltenswerten innerstädtischen Grünzug. Natürlich sei dieser im Sinne der Förderung von Artenvielfalt wertiger, wenn der Kanal Wasser führt. Als Frischluftschneise und zur Auflockerung der Siedlungen sei er er aber auch wirksam, wenn das Wasser fehlt.

Info:

Warum führt der Rehmühlbach so wenig Wasser?

Dazu antwortet die Pressestelle der Stadt auf Anfrage von Oberpfalz-Medien: Die Schweinnaab verläuft etwa ab Höhe der „Entenweiher“ (nördlich der Bundeswehrschießanlage, Anm. d. Red.) in einem künstlichen Bachlauf. Die natürliche Aue der Schweinnaab liegt etwas tiefer. Durch den Anstau der Biber läuft ein Teil des Wassers in diese Aue hinab und durchströmt sie auf etwa 500 Metern Länge in zahllosen Mäandern, bevor es am „Schwedendamm“ wieder die Schweinnaab speist.

Auf diese Weise ist ein ökologisch hochwertiges Niedermoor (eine sogenannte Biberwiese) entstanden, das in der Lage ist, eine große Menge Wasser aufzunehmen und zu speichern, was unter anderem für den Hochwasserschutz der Stadt von großem Wert ist.

Durch das große Retentionsvolumen reagiert das System auch entsprechend träge. An der Ableitung des Remühlbachs kommt immer noch ein Teil des Wassers an, allerdings verschwindet es offenbar auf dem langen Weg durch die Stadt auf verschiedenen Pfaden. (shl)

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