13.06.2019 - 11:33 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Schlangen im Wohnzimmer -Reptilien als treue Haustiere

Wer in die Wohnung von Dominik Sauer kommt, dem fällt zunächst nichts Ungewöhnliches auf. Bis er die Mitbewohner des Weideners kennenlernt ...

Was vielen einen Schauer über den Rücken jagt ist für Dominik Sauer Alltag. In der Wohnung des Weideners leben vier Schlangen. Und die eine oder andere schlängelt sich schon einmal neben ihm auf dem Sofa.
von Autor EWAProfil

Zwei Kornnattern und zwei Königspythons. Da kann es schon mal vorkommen, dass sich die Besucher das Sofa mit den Würgeschlangen teilen müssen. "Wenn ich abends mit den Schlangen auf der Couch sitze, das beruhigt mich einfach ungemein", sagt der Reptilienfreund. "Das Gefühl kann man gar nicht beschreiben. Angst muss man da wirklich keine haben." „Klar, einige meiner Freunde kamen erst einmal nicht mehr, nachdem ich mir die Schlangen angeschafft habe“, erzählt Dominik Sauer mit einem Blick auf die junge Kornnatter, die sich gerade um seine Hand und um seinen Arm schlängelt. „Die hatten eben erst einmal Angst und waren skeptisch. Aber langsam wird es.“ Für Hunde, Katzen oder Meerschweinchen hat sich der 29-Jährige noch nie interessiert. Schon immer waren es Schlangen, die ihn faszinierten. „Das ist so, seit ich denken kann“, erzählt er und lacht. „Schon in der Schule habe ich Referate über Schlangen geschrieben.“ Vor zehn Jahren hatte er dann zum ersten Mal eines seiner Lieblingstiere in der Hand. „Das war ein komisches Gefühl, daran erinnere ich mich noch. Denn das war eine ausgewachsene Python und ich hatte schon großen Respekt …“

Freundin nicht begeistert

Zugleich wusste Dominik: Irgendwann würde auch er sich einige der Reptilien zulegen. „Zunächst ging das nicht, denn meine Freundin war davon leider nicht begeistert. Doch nach der Trennung im letzten Jahr habe ich mir meinen großen Wunsch erfüllt.“ Nacheinander zogen zwei junge Kornnattern und zwei Königspythons bei dem Weidener ein. Neben Bett und Kinderbett für seinen zweijährigen Sohn steht in seinem Schlafzimmer ein riesiges Terrarium, in dem die zwei Königspythons ihr Zuhause gefunden haben. Noch sind diese nicht einmal ein Jahr alt und haben eine handliche Größe, ausgewachsen können sie jedoch bis zu zwei Meter lang werden. „Gefüttert werden die Schlangen etwa alle fünf Tage“, erzählt Dominik. Das Fressen seiner Lieblinge: lebendige Mäuse. Bevor die Nattern und Pythons bei ihm zu Hause einzogen, hat sich Dominik natürlich erst einmal schlau gemacht, was es bei der Haltung dieser nicht gerade alltäglichen Haustiere zu beachten gibt. „Informiert habe ich mich vor allem durch Youtube-Videos“, erzählt er. „Aber ich habe mir auch einige Bücher zu dem Thema ausgeliehen. Falsch machen kann man letztendlich nicht viel, solange die Luftfeuchtigkeit in den Terrarien passt – und sie genug zu fressen bekommen.“ Trotzdem rät der Weidener allen, die ihr Zuhause ebenfalls mit Schlangen teilen wollen, sich erst einmal umfassend zu informieren.

Eine elegante Erscheinung - "und absolut ungefährtlich", betont Schlangenbesitzer Dominik Sauer.

„Nach einem Einbruch in meine Wohnung waren auch schon Leute vom Veterinäramt da und haben sich alles angeschaut. Ich habe nun auch die offizielle Bestätigung, dass alles sicher und ordnungsgemäß abläuft.“ Wenn es nach Dominik geht, dann kann man gar nicht genug Schlangen haben. „Am liebsten hätte ich ein ganzes Zimmer voll“, sagt er lachend, während er die Königspythons wieder vorsichtig in ihr Terrarium verfrachtet. „Aber da brauche ich erst einmal eine größere Wohnung.“ Sein Traum: eine Netzpython, eine der imposantesten Schlangen der Welt. „Die können bis zu 20 Meter lang werden. Aber da muss der Vermieter mitspielen – und natürlich auch das Veterinäramt.“ Doch zunächst ist der 29-Jährige auch mit seinen vier Schlangen zufrieden – und genießt das Leben in seiner ganz persönlichen Reptilien-WG. „Eine Schlange ist pflegeleicht, macht keinen Krach und bringt einen nach dem ganzen Stress tagsüber wieder runter“, sagt er. „Das optimale Haustier sozusagen.“

Schlangen als Haustiere:

Folgende Fragen sollten vor der Anschaffung einer Schlange beantwortet werden: Welche Schlange schaffe ich mir an und benötigt sie spezielle Schutzterrarien? Wie groß wird das Tier, wenn es ausgewachsen ist? Braucht die Schlange ein Glas- oder ein Holzterrarium? Welche Pflanzen, Beheizung, Beleuchtung, Einrich tung und Bodenbelag sind nötig? Können die anfallenden Kosten für die Haltung beglichen werden? Gibt es spezielle Regelungen oder Ge-setze für diese Schlange? Anfänger, die sich zum ersten Mal ein solches Tier ins Haus holen, sollten auf kleine Nattern setzen, die relativ pflegeleicht sind – und vor allem nicht giftig. Beliebte „Anfängerschlangen“ sind beispielsweise Kornnattern, Ringelnattern und Bändernattern. Vor allem die Kornnatter ist recht anspruchslos und wird nur 100 bis 130 Zentimeter lang. Andere beliebte Schlangenarten wie die Boa Constrictor bringen es auf stattliche fünf Meter Länge – diese Art von Riesenschlangen sollte jedoch nur gehalten werden, wenn wirklich genügend Platz vorhanden ist. Heikler ist die Haltung von Giftschlangen, zumal die Haltung von Schlangen ohnehin von den deutschen Bundesländern unterschiedlich geregelt wird. Für viele Schlangenarten bestehen entweder Verbote oder zumindest eine Meldepflicht. Besitzer müssen dann nachweisen, dass sie die Tiere ordnungsgemäß halten, mit ihnen umzugehen wissen und ein Gegengift im Haus haben. Wer mit dem Gedanken an Schlangen als Haustiere spielt, sollte sich also auf jeden Fall zuerst nach den Regeln erkundigen.

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