29.07.2020 - 17:48 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Schutzmasken nicht im "Warenkorb"

Kann jemand mit 432 Euro Hartz-IV in der Corona-Pandemie einen 10-Tage-Vorrat anlegen? Schwierig, räumt Sozialdezernent Wolfgang Hohlmeier im Weidener Stadtrat ein. Auch Ausgaben für Mund-/Nasenschutz sind nicht im Warenkorb vorgesehen.

Selber aus Resten nähen? Ausgaben für die nötigen Mund-Nasen-Schutzmasken sind im Warenkorb für Hartz-IV-Bezieher nicht vorgesehen.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Was würde aus den Bedürftigen in Weiden ohne die Tafel? Sie sorge auch in der Corona-Krise für die Versorgung von Hartz-IV-Beziehern, lobt Sozialdezernent Wolfgang Hohlmeier in der Stadtratssitzung. Auch die Obdachlosenhilfe funktioniere mit der "Initiative". "Diese Kooperationen haben sich bewährt. Sie sind goldwert". Hier seien in der Coronakrise seine Anpassungen nötig, betonte er zum Antrag von Grün.Bunt.Weiden.

Da Josef Gebhardt, Vorsitzender der Tafel, aus dem Stadtrat ausgeschieden ist, solle die Stadt einen Verbindungsstadtrat zu dieser wichtigen Einrichtung der Sozialhilfe ernennen, forderte Ali Zant (Die Linke). Die Zusammenarbeit funktioniere sehr gut. Umso wichtiger sei es, den Neubau des Obdachlosenheimes zu forcieren. Zant warnte zudem von einer zweiten Corona-Welle.

Schutz für Hartz-IV-Bezieher

Der "Warenkorb", der alles Nötige für Hartz-IV-Empfänger aufführe, sei vor Jahren "deutlich vor der Corona-Pandemie" festgelegt worden, stellt SPD-Stadtrat Matthias Loew fest. Er schlug vor, den Bedürftigen Schutzausrüstungen zukommen zu lassen. Dazu sagt Hohlmeier, dass im Hartz-IV-Satz auch Waren und Dienstleistungen vorgesehen seien, die nicht monatlich benötigt würden. Es gebe somit Spielraum. Die Berechnung würden zudem regelmäßig angepasst. Er halte Loews Vorschlag, die Hartz-IV Empfänger mit Schutzausrüstung zu versorgen für "schwierig", weil "nicht vorgesehen". "Wer kriegt was, wer verteilt, wer hakelt das ab?" Diese Frage sei nicht beantwortet. Auch das Job-Center sei als Anlaufstation für die Hartz-IV-Bezieher in den Hochzeiten der Corona-Krise geschlossen. Hohlmeier sagt aber eine Prüfung des Vorschlages zu.

Obdachlosenheim voll

Derzeit seien 25 der 53 Plätze in Obdachlosenunterkunft Schustermooslohe sowie 7 der 11 Plätze in der Schlichtwohnungen belegt, teilt Sozialdezernent auf einen weiteren Antrag von Grün.Bunt. Weiden mit. Die Einrichtungen seien damit ausgelastet, weil die Hygiene- und Abstandsvorschriften einzuhalten seien. Wenn diese Plätze nicht mehr ausreichten, würden Unterkunftsmöglichkeiten in Pensionen angemietet, um die Obdachlosigkeit der Betroffenen zu beseitigen. Hohlmeier räumte zwar ein, dass in der Schustermooslohe kein Internet-Zugang zur Verfügung stehe. Aber: Die "Informationsgewinnung" der Bewohner sei gesichert: "Im Gemeinschaftsraum liegen Zeitungen aus."

Schon zu Beginn der Krise herrschte große Unsicherheit

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