08.07.2019 - 18:05 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Security im Schätzlerbad: So reagieren die Badegäste

21 Grad. Bewölkt. Der große Andrang im Schätzlerbad bleibt am Montagnachmittag aus. Wer aber rein will, muss einen Zwischenhalt einplanen: Security lässt sich ab sofort den Inhalt der Badetaschen zeigen. Das gefällt nicht jedem.

Nein, Danke: Martin Ruhland, Chef von ABF-Security, will nicht vom Wasser kosten. Er pocht künftig auf geschlossene Flaschen. Dafür zeigt die Besucherin wenig Verständnis. Andere befürworten die Taschenkontrollen, die es seit Montag im Schätzlerbad gibt.
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

Zwei schwarz gekleidete Männer mit breiter Brust lächeln der Frau entgegen, die am Montagnachmittag gerade die Kasse des Schätzlerbads passiert hat. "Dürfen wir bitte mal in Ihre Tasche sehen?", fragt Martin Ruhland, Chef der Sicherheitsfirma ABF, höflich. Er und sein Kollege Marcel Schröder schieben den ersten Tag der Saison im Freibad Dienst. Die Dame guckt skeptisch, packt aber bereitwillig ihre Badetasche auf den wackeligen Holztisch.

Ruhland beanstandet die selbst vollgefüllte Wasserflasche aus Plastik. "Heute ist das nochmal okay, das nächste mal bitte nur eine original geschlossene Plastikflasche mitbringen." In bereits geöffneten müsse nicht mehr unbedingt das drin sein, was drauf steht, erklärt er. Das Einschleusen von Alkohol soll unterbunden werden. "Da ist nur Wasser drin, Probieren Sie's doch", empört sich die Frau. Der Security-Mann wehrt höflich ab und bittet, das nächste Mal eine noch geschlossene Plastikflasche mitzubringen. Das ginge nicht, beharrt die Frau.

Frau empört sich

Security lockert bereits am Tag nach den ersten Taschenkontrollen die Vorkehrungen

Weiden in der Oberpfalz

Ihre Wassermarke gebe es nur in Glasflaschen - und die seien im Schätzlerbad ja auch verboten. "Überhaupt", will sie wissen, "wie ist künftig mit den Hipp-Gläschen für meine Enkelkinder?" Glas im Bad sei wegen der drohenden Verletzungsgefahr leider verboten, entgegnet Ruhland ruhig. Der Frau aber reicht's: "Es gibt Gott sei Dank noch andere Bäder im Umkreis", sagt sie und marschiert forschen Schrittes Richtung Beckenlandschaft davon. Ruhland ruft freundlich hinterher: "Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag."

Nach Pöbeleien und Gewaltandrohungen gegenüber Bademeistern und Gästen beschloss der Vorstand des Schwimmvereins Weiden, einen Sicherheitsdienst zu engagieren. "Er soll das Personal schützen und die Gäste vor Ärger bewahren", erklärte SV-Vorsitzende Ilona Forster. Am Montagnachmittag trafen die Badegäste erstmals auf die Security-Männer am Eingang des Schätzlerbads.

Zur Vorgeschichte

Weiden in der Oberpfalz

Gerade schaut Sicherheitsmann Marcel Schröder in die Badetasche von Tobias. "Das gefällt mir zwar nicht", gibt der 30-jährige Badegast offen zu, "aber das ist halt jetzt so." Ein wenig sicherer fühle er sich dadurch allerdings schon, nachdem er in der Zeitung gelesen habe, wie sich manche hier im Schätzlerbad aufführten.

Drei Typen von Menschen gebe es, weiß Ruhland aus 15 Jahren ABF-Security-Erfahrung. Den einen sei die Kontrolle einerlei, sie erdulden sie. Die anderen begrüßen sie gar. Und die dritten fühlen sich verfolgt, weil sie sich seit Jahrzehnten nichts zu schulden kommen haben lassen. "Aber wir müssen jeden kontrollieren. Das gebietet der Gleichheitssatz, alles andere wäre Schikane und pure Willkür", sagt Ruhland.

"Nichts zu verbergen"

"Heute, wo nichts los ist, sind's da, die Security-Leute", merkt eine Frau kritisch an und geht Minigolf spielen. Zwei andere Frauen, die an diesem Montag schon das 37. Mal in dieser Saison ins Schätzlerbad kommen und riesige Badetaschen mit sich schleppen, nehmen's gelassen: "Schade, dass es soweit kommen musste. Die Leute sind einfach unverschämt geworden", sagen sie. "In meinen Rucksack wollt's ihr schauen?", fragt der Jahreskarten-Besitzer überrascht und lenkt ein: "Na gut, dass ihr nicht umsonst dasteht", scherzt er mit den Sicherheitsleuten. So lustig wird's nicht immer zugehen. "Wir hoffen aber, allein durch unsere Präsenz für mehr Ordnung zu sorgen." Rausschmisse von Uneinsichtigen sollen vermieden werden. "Und wenn wir uns nicht mehr zu helfen wissen, muss die Polizei kommen."

"Ich habe nichts zu verbergen. "Gut, dass dem Ganzen hier jetzt entgegengewirkt wird", sagt Sieglinde Steiner, packt ihre und die Taschen der Kinder auf den Tisch. "Was meinst du?", fragen ihre siebenjährigen Begleiter David und Silke. "Rowdys gibt's hier halt manchmal", erklärt die Tagesmutter. Ein Mann will gerade das Bad verlassen, guckt neugierig herüber. "Wir sind jetzt für Sie da", erklärt ihm Sicherheitsmann Ruhland von weitem. "Ja, schlimm", sagt der Mann nur, nickt freundlich - und geht.

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