07.02.2021 - 14:22 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

SPD nominiert Uli Grötsch zum Direktkandidaten bei den Bundestagswahlen

Seit acht Jahren ist Uli Grötsch Mitglied des Deutschen Bundestags. Geht es nach dem Willen des SPD-Unterbezirks Weiden-Neustadt/WN-Tirschenreuth, wird sich daran auch nichts ändern. Das Ergebnis fällt bei einer Premiere.

Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch überzeugt die SPD-Genossen auch digital: Bei der Online-Bundeswahlkreiskonferenz wird er ohne Gegenstimme erneut zum Direktkandidaten gewählt.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Mit 46 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen nominierten die Delegierten der Bundeswahlkreiskonferenz den 45-jährigen Uli Grötsch aus Waidhaus am Samstagvormittag virtuell zum Direktkandidaten bei den Bundestagswahlen am 26. September 2021. Der Unterbezirk hatte im Laufe der vergangenen Woche beschlossen, auf die Präsenzveranstaltung in Weiden zu verzichten und stattdessen die Versammlung online abzuhalten. „Auf der Höhe der Zeit zu sein heißt, dass man eine Bundeswahlkreiskonferenz auch per Video veranstaltet“, stellte SPD-Bezirksvorsitzender Franz Schindler fest, der die Versammlung leitete. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie „vulnerabel“ die Welt sei. Deutlich sei geworden, dass auch eine hochentwickelte kapitalistische Gesellschaftsordnung einen handlungsfähigen Staat brauche. „Ich bin gespannt, ob sich die ganzen neoliberalen Vordenker und ihre Nachplapperer auch nach der Pandemie noch daran erinnern“, so Schindler.

"Notwendig ist es, jetzt alles zu tun, um dieses Land in jeder Form durch die Krise zu bringen."

Uli Grötsch, SPD

Er räumte ein, dass den Genossen ein schwieriger Bundestagswahlkampf bevorstehe, obwohl man nicht schlecht regiert habe. „Lasst uns die Besten in den Bundestag schicken“, forderte Schindler und leitete damit auf die Rede des Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch über. „Ich brenne für die Partei und die Region“, betonte dieser. „Gewiss, wir sind in einer schwierigen Lage, aber: Mut verloren, alles verloren.“ Das, so Grötsch, gelte für die SPD, aber auch für Deutschland. „Notwendig ist es, jetzt alles zu tun, um dieses Land in jeder Form durch die Krise zu bringen“, sagte der Abgeordnete.

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Er erinnerte an seine Arbeit in der Heimat in den vergangenen vier Jahren. „Fassungslos“ mache ihn aber die angekündigte Verlagerung von ATU. „Was haben wir im vergangenen Jahr für das Unternehmen gekämpft.“

Nicht nachlassen werde er auf Bundesebene beim Kampf gegen Rechtsextremisten. Unabhängig davon, ob er zum Landesvorsitzenden der SPD gewählt werde oder nicht, so werde der zentrale Ort seines politischen Handelns die Nordoberpfalz bleiben. Bei den Delegierten traf die Rede von Grötsch auf großen Zuspruch, wie das anschließende Wahlergebnis belegte: Bei lediglich zwei Enthaltungen entfielen 46 Ja-Stimmen auf Grötsch.

Wahlleiter Franz Schindler erläuterte, dass die Online-Wahl noch durch eine Briefwahl bestätigt werden muss. Die entsprechenden Unterlagen werden den Delegierten per Post zugestellt. Die ausgefüllten Stimmzettel müssen dann bis zum 16. Februar um 17 Uhr bei der Unterbezirks-Geschäftsstelle in Weiden eingegangen sein. Abgestimmt wurde auch über die Delegierten des Unterbezirks zur Landesvertreterversammlung am 13. März, wo die Reihung der bayerischen SPD-Liste beschlossen wird. Gewählt wurden: Dominik Brütting, Brigitte Scharf, Nicole Bäumler, Ralf Moser, Maria Sauer sowie Sabine Zeitler. Beschlossen wurde außerdem, dass der Unterbezirk Sabine Zeitler als Listenkandidatin vorschlägt.

Premiere für die SPD im Unterbezirk: Erstmals bestimmen sie den Direktkandidaten für den Bundestag virtuell.
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