11.07.2021 - 13:56 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

SPD-Stadtverband bestätigt Sabine Zeidler als Vorsitzende

Der SPD-Stadtverband bestätigte bei seiner Delegiertenkonferenz am Samstag in der Max-Reger-Halle Sabine Zeidler für weitere zwei Jahre als Vorsitzende.

Das ist der neugewählte Vorstand des SPD-Stadtverbands. An der Spitze steht Sabine Zeidler.
von Helmut KunzProfil

Auf die amtierende SPD-Chefin als Vorsitzende des SPD-Stadtverbands Sabine Zeidler entfielen 17 Ja-Stimmen. Zwei Delegierter votierten mit nein. "Wir vertrauen Dir, wie die Küken der Entenmama", würdigte Oberbürgermeister Jens Meyer die bisherigen Leistungen der Genossin. Die freute sich über die Verjüngungskur im neuen Vorstand. "Nun gilt es, gemeinsam neue Mitglieder zu gewinnen."

"Wir waren immer eine Graswurzelpartei, tief in den Vereinen und Verbänden verwurzelt", hob Fraktionschef Roland Richter die Stärke der Weidener SPD hervor. Vehement stellte er sich hinter einen von Juso-Chefin Antonia Kurz unter dem Motto "Kleine Stadt, große Wirkung" leidenschaftlich präsentierten Antrag des SPD-Nachwuchses auf einen intensiveren kommunalen Klimaschutz.

Richter griff die Botschaft auf. Eines dürfe nicht unterschätzt werden: Klimaschutz habe für die jüngere Generation eine viel größere Bedeutung, als für alle Generationen vorher, sagte er. Besonders in den Schulen habe dieses Thema oberste Priorität. "Es sind Fünftklässler, die zu mir sagen: Herr Richter, Ihre Generation lebt auf unsere Kosten." Das sollte die Genossen zum Nachdenken anregen. Die SPD sollte die Chance bei den Hörner packen und die Jugend mobilisieren. Neben der sozialen Frage müsse unbedingt die ökologische in den Vordergrund drängen.

Was sicherlich für viele nicht einfach sei, weil bei den Genossen traditionell die soziale Frage, also die Diskussion über Arbeit und Kapital im Vordergrund stehe. "Da müssen wir allerdings erst einmal drüber springen." Denn ohne Arbeit kein Kapital und beides nur in Verbindung mit einer gesunden Umwelt. "Wenn wir uns von den anderen absetzen wollen, müsse wir dieses Thema besetzen." Vorher hatte sich schon Landtagsabgeordnete Annette Karl für "Klimaschutz als Umweltziel" ausgesprochen.

Richter sah trotz Sitzverlusten der SPD bei der Kommunalwahl keinen Grund, als die gestaltende Partei in Weiden abzutreten. Diese Rolle aufzugeben, komme doch gar nicht in Frage, sagte er. Die Genossen stünden für die politische Mitte. "Und uns war es keine Minute lang die Überlegung wert, zu sagen, dass wir in die Opposition gingen. Wie denn auch, habe wir doch den Oberbürgermeister auf unserer Seite."

Das Hauptaugenmerk richte sich momentan auf die Innenstadt. "Wir befürchten nämlich, dass Corona etwas beschleunigt hat, was sich schon vorher abgezeichnet hatte: Nämlich das Ausbluten der Innenstadt." Vor allem im Bereich des Einzelhandels, weniger noch im Bereich Gastronomie. Betont wurden Barrierefreiheit, die Einführung von City-Gutscheinen zur Kaufkraftbindung und ein strategisches Stadtmarketing. "Diese Stadt hat unheimliches Potential. Und das dürfen wir uns von keinem schlechtreden lassen. Wir müsse uns auf die wichtigen Fragen konzentrieren, die die Menschen tagtäglich betreffen."

Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch, der das Hauptreferat halten sollte, schaltete sich virtuell in die Veranstaltung zu. Er appellierte an die Basis, seinen Wahlkampf zu unterstützen. Alois Schinabeck weigerte sich, eine Strukturreform der Ortsverbände zu unterstützen. Der Stadtverband hatte beantragt, den Ortsvereinen eine straffere Organisation zu verpassen. Schinabeck: "Ich werde nicht mit beschließen, dass mein Ortsverein aufgelöst wird." Die Beweggründe des Stadtverbands: Die aktuelle Struktur in Weiden beruhe im wesentlichen auf den Sektionen der Gründungsjahre gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Der Antrag, eine Neuausrichtung zu planen, wurde dennoch bewilligt.

Die Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: Vorsitzende Sabine Zeidler, Stellvertreter Christopher Birner und Herbert Schmid, Kassier Michael Baier, Schriftführer Sandro Fleischmann, Organisationsleiterinnen Ulla Albert und Sonja Schreglmann, Internetbeauftragte Florian Graf und Johanna Grillenbeck, AsF-Vertreterin Astrid Ermer, Juso-Vertreterin Anna-Maria Stoklossa, 60plus-Vertreter Karl-Hein Roth. Beisitzer Rouven Colbatz, Waltraud Koller-Girke, Matthias Holl, Brigitte Schwarz, Sema Tasali-Stoll, Astrid Wieland (Ortsverein Stadtmitte), Julia Grasser, Claudia Hösch, Sarah Lehner, Christian Mörtl (OV Mooslohe-Rehbühl), Nicole Hölzl, Antonia Kurz, Alfred Kutz, Gabriele Laurich, Roland Richter (OV Rothenstadt), Herbert Hammer, Christian Würdinger (OV West-Vorderer Rehbühl), Andrea Glaubitz, Waldemar Hock, Jens Meyer, Ralf Moser (OV Lerchenfeld-Stockerhut), Kurt Seggewiß, Martin Stich, Hildegard Ziegler (OV Ost), Simon Grajer, Bernhard Meiler (OV Neunkirchen). Revisoren Norbert Freundorfer und Wilhelm Moser.

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