19.02.2021 - 12:24 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

SPD: West-IV-Gegner müssen jetzt mithelfen

Ein Appell der SPD: Das Aktionsbündnis Walderhalt müsse sich an der Suche nach neuen Gewerbeflächen beteiligen. Dessen Sprecher wirft derweil den "großen Parteien" vor, nichts verstanden zu haben.

Auf dem Weg in die Gewerbegebiete im Weidener Westen wird es an dieser Stelle der B 470 keine Abzweigung nach rechts geben.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

In einer Stellungnahme zum Bürgerentscheid appelliert der SPD-Stadtverband an das Aktionsbündnis Walderhalt, die Stadt bei der Suche nach neuen Lösungen zu unterstützen: „Wir fordern die Sieger des Bürgerentscheides auf, Alternativflächen uns aufzuzeigen. Mitzuhelfen, dass Weiden nicht abgehängt wird. Das sind wir unseren Kindern und Kindeskindern einfach nur schuldig.“

Wie Parteichefin Sabine Zeidler schreibt, seien die Genossen „tief enttäuscht“ vom Ausgang des Entscheids. Der Stadtverband „respektiert jedoch das Votum der Bevölkerung, zumal es leider klar und deutlich war.“ Die SPD erinnert an die Rolle Weidens als Oberzentrum: „Neben Bildungseinrichtungen, Kulturstätten, Freizeit- und Sportangeboten, infrastrukturellen Maßnahmen u.ä.m. hat ein Oberzentrum eben auch für ein entsprechendes Arbeitsplatzangebot für die Region zu sorgen.“ Zwei Drittel aller Arbeitsplätze seien von Auswärtigen besetzt. „Das heißt nichts anderes, dass die Stadt Weiden für ,Lohn und Brot‘ in (...) der nördlichen Oberpfalz sorgt. Das tut sie gerne, nur wird es mit dem Ausgang des Entscheides unsäglich schwerer.“

Das Ergebnis des Bürgerentscheids

Weiden in der Oberpfalz

„Die beiden großen Parteien haben scheinbar nichts verstanden“, meint dagegen Hans Riedlbauer, Sprecher des Aktionsbündnisses Walderhalt, in einem Schreiben an Oberpfalz-Medien. „Sie schieben sich gegenseitig die Schuld an der Niederlage in die Schuhe. Sie suchen den Fehler immer noch in mangelnder Kommunikation, in der Länge des Verfahrens, in unserer ,Kampagne‘, der sie nichts entgegen zu setzen hatten, usw.“ Tatsächlich hätten die Weidener jedoch ein Zeichen gegen den Klimawandel gesetzt.

Riedlbauer: „Wäre der Bürgerentscheid für unsere Mitbewerber erfolgreich ausgegangen, so hätte das bedeutet, dass die Stadt Weiden für Jahrzehnte einen Freifahrtschein erhält, je nach Bauabschnitt den Wald Stück für Stück abzumachen. Dass fast 11 000 Bürger das so nicht haben wollten, das können oder wollen sie immer noch nicht verstehen.“ Jede Partei, die für West IV war, sei im „Wahlkampf“ abgetaucht, erklärt der Sprecher. „Nach dem Motto: Die Stadt Weiden wird’s schon richten. Konnte sie alleine aber nicht.“

Reaktionen auf den Bürgerentscheid

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Kommentare

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Weid ener

Zitat: “Zwei Drittel aller Arbeitsplätze seien von Auswärtigen besetzt. „Das heißt nichts anderes, dass die Stadt Weiden für ,Lohn und Brot‘ in (...) der nördlichen Oberpfalz sorgt.

Genau durch solche Hirngespinste sorgt man für massive umweltschädliche, die Straßen verstopfende Pendlerströme.

Arbeitsplätze müssen wohnortnah geschaffen werden und nicht in irgendwelchen zentralen Ballungsgebieten, nur weil ein Möchtegern ala Oberbürgermeister den Hals nicht voll genug bekommen kann.

23.02.2021